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CRISES
Coral Dreams

CRISES machen progressiven Rock, den sie mit experimentellen Klangideen und anderen Stilrichtungen zu einem ganz eigenen Sound aufpeppen. Sparringspartner beim inHard-Interview war Schlagzeuger THOMAS ABTS...

inHard: Was könnt ihr mir denn so alles über euer neues Album erzählen?

Thomas: „Coral Dreams“ ist, wie alle unsere bisherigen CDs, komplett von der Band selbst produziert worden. Über die Jahre haben wir viel Equipment und Erfahrung gesammelt, so dass man es „Coral Dreams“ mit Sicherheit nicht anhört, dass die CD nicht in einem großen Studio, sondern im Proberaum und die Vocals sogar in Ondrejs Schlafzimmer entstanden sind. Unser Ziel war es immer einen modernen, fetten, konkurrenzfähigen Sound zu produzieren, der auch in der Liga der ganz Großen mithalten kann. Beim Songwriting zu „Coral Dreams“ hatten wir uns das Ziel gesteckt, unsere progressiven Elemente etwas zurückzufahren, insbesondere was die Länge der Songs betrifft. Auf „Broken Glass“ und „Balance“ hatten wir da mit jeweils 20-minütigen Epen den Bereich überlanger Songs mehrfach ausgelotet und wollten jetzt zeigen, dass wir auch fähig sind, kurze, knackige Nummern zu schreiben, die trotzdem das gewisse Etwas haben. Dennoch gibt es für jeden Proghead noch genug zu entdecken, aber die Songs sind auch für Freunde anderer Stilrichtungen leichter zugänglich. Gerade live haben wir auch mehr Spaß, da die Songs direkt zünden. Das merkt man auch an den Reaktionen des Publikums deutlich.

inHard: Wie lange habt ihr an eurer neuen CD gearbeitet?

Thomas: Die Songs sind im Laufe der letzten fünf Jahre entstanden. Der Großteil aber erst nach dem Einstieg von Dominik 2006. Wir hatten über 20 Stücke geschrieben, von denen es 11 auf die CD geschafft haben, vor allem die härteren. Mit „The Blame“ ist als Bonustrack auch ein alter Song auf der CD gelandet, den wir komplett überarbeitet, modernisiert und neu arrangiert haben. Die Aufnahmen liefen über den Zeitraum der letzten zwei Jahre, wobei das gar nicht so einfach zu sagen ist, da wir nicht mehr wie früher die klassische Trennung zwischen Songwriting und Recording haben. Die moderne Technik macht es einem möglich, Songwriting und Aufnahmeprozess absolut fließend zu gestalten. Wir haben bis zuletzt an den Songs gefeilt, umarrangiert, Aufnahmen ersetzt und immer wieder Verbesserungen eingebracht. Man muss natürlich behutsam vorgehen und auch erkennen, wann ein Song fertig ist und aus Verbesserungen Verschlimmbesserungen werden. Aber wir haben immer eine sehr genaue Vorstellung, in welche Richtung ein Song gehen soll, so dass diese Gefahr selten besteht.

inHard: Gab es denn schon Feedback auf eure neue CD?

Thomas: Bisher sind die Kritiken zu „Coral Dreams“ fast ausnahmslos gut bis sehr gut, was uns extrem freut. Nach den vielen Rückschlägen in der Vergangenheit ist es natürlich Balsam, wenn man sieht, dass die ganze Mühe auch anerkannt wird. Ich hoffe, dass uns möglichst viele Leute eine Chance geben und einfach mal in „Coral Dreams“ reinhören. Denn ich erlebe es häufig, dass viele begeistert sind und echte Fans werden, wenn sie einfach mal den Schritt gewagt und ein Ohr riskiert haben. Eigentlich mögen wir es auch gar nicht so gerne, immer nur in die Progschublade gesteckt zu werden, da wir wesentlich mehr zu bieten haben als nur selbstzweckhaftes Zurschaustellen unserer technischen Fähigkeiten. Daher freut es uns um so mehr, wenn wir auch Anklang beim Alternative-Rock-Fan genauso wie beim Powermetal- oder Modern-Metal-Hörer finden. Denn sind wir mal ehrlich: Gute Musik braucht keine Schubladen!

Rainer Guérich
CD: Coral Dreams (7hard/H’art)

 

  

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