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FACELIFT
Momentaufnahmen

FACELIFT sind eine vielversprechende Band, die in ihren emotionalen Noisepoprock so manche Überraschung einbauen: eine phantastische Frauenstimme (Andrea Orso), kraftvolle Gitarrenriffs, eine Violine, elegische KlĂ€nge u.v.m. inHard unterhielt sich anlĂ€sslich der zweiten CD „Pictures“ mit CLEMENS BERGER (zweite Stimme, Gitarre).

inHard: Kannst du unseren Lesern zu Anfang bitte etwas ĂŒber eure bisherige Bandgeschichte erzĂ€hlen, die 1997 begonnen hat?

Clemens: Die Geschichte unserer Band ist schnell erzĂ€hlt: Ein paar Leute treffen sich eines Abends im Lokal ihres Vertrauens und trĂ€umen davon, tolle Songs zu schreiben, Platten zu machen und die Welt zu bereisen. Zudem setzen sich die jungen Herr-(und Dam-)schaften auch noch ein weiteres Ziel: Nach spĂ€testens 3 Jahren wollen sie auf dem „Bizarre Festival“ gespielt haben. Ein Jahr spĂ€ter finden sich nĂ€mliche Konspiranten um 16.30 Uhr nachmittags auf eben diesem in Köln wieder. Erste CD „SHE“ und ausgiebiges Touren folgen. Dem einen oder anderen GrĂŒndungsmitglied ist das zu stressig, und so kommen andere Gleichgesinnte hinzu, wollen auf sĂ€mtlichen BĂŒhnen, die sich anbieten, rocken und stoßen sich auch nicht daran, auf diversen Sofas in allen möglichen Backstage-Gelagen abzuhĂ€ngen und dort die NĂ€chte zu verbringen. Diverse BeitrĂ€ge auf Compilations folgen, Videos werden gedreht..., weitere Touren..., durch halb Europa und dann ĂŒber den großen Teich. Man kehrt zurĂŒck in die Heimat und ist nahezu in Vergessenheit geraten. Verlag (Skyland Songs) tritt an Facelift heran und bietet an, die nĂ€chsten beiden Alben zu finanzieren. „Pictures“ wird aufgenommen, ein Label (Pate records) wird gefunden, um die CD zu veröffentlichen...

inHard: Welche klangliche bzw. stilistische Entwicklung hat Facelift in den vergangenen Jahren durchgemacht?

Clemens: Nun, zu Beginn stand da das deftige, fette Gitarrenriff im Vordergrund. Die Musik war irgendwo zwischen Hard-Core, Punk, Grunge und Metal einzuordnen. Von heute aus betrachtet haben wir, Jahre bevor es diese Bands ĂŒberhaupt gab bzw. sie bekannt wurden, einen Sound zwischen Lambretta und Co. gemacht. Kapiert haben damals die wenigsten, was wir da spielen. Uns selbst wurden die Songs dann irgendwann mal zu eintönig.  Wie jede/r MusikerIn wollten auch wir nicht auf einem Level stehenbleiben und stagnieren. So haben wir damit begonnen, mehr Wert auf feine Zwischentöne zu legen und dem brachialen Sound melodische KlĂ€nge einzuflĂ¶ĂŸen.

inHard: Wie lange habt ihr an den Songs zu "Pictures" gearbeitet? Was kannst du mir ĂŒber die eigentlichen Studioaufnahmen berichten?

Clemens: Insgesamt haben wir 2 Jahre lang an diesem Album gearbeitet, welches auch nicht in ein und demselben Studio entstanden ist. Einige Songs haben wir in Graz aufgenommen, einige in Dortmund, einige in Wien. Die ganze Produktion war sehr aufreibend und hat uns sehr, sehr viel Kraft gekostet. Zwischendurch gab es wilde Schreiduelle, einen Produzenten, der die Nerven verlor und bei Nacht und Nebel das Weite suchte, gepaart mit Versöhnung, Euphorie und musikalischen LiebeserklĂ€rungen. So ganz nebenbei befanden wir uns damals auch noch mitten in einem Rechtsstreit mit einem ehemaligen Mitmusiker und mussten uns mit dĂ€mlichen Gerichtsterminen herumschlagen. Außerdem verzögerte sich die Veröffentlichung der CD mehrmals. Fazit jedoch blieb: Letztendlich haben wir auf allen Ebenen gewonnen, waren dann zwar unendlich mĂŒde, aber auch unheimlich stolz auf uns!

inHard: Ihr bezeichnet euren Sound als "Hard-Pop", was den Charme von "Pictures" allerdings nur teilweise trifft. Die einzelnen Tracks entwickeln durch die facettenreiche Stimme von SĂ€ngerin Andrea Orso und dem wechselnden Basissound (fette Gitarrenriffs, akustische Schlenker, poppige KlĂ€nge) jeweils ein ganz unterschiedliches Klangaroma, was den Hördurchlauf sehr spannend hĂ€lt. Woher rĂŒhrt eure VariabilitĂ€t bzw. eure musikalische Unberechenbarkeit?

Clemens: Die Vielfalt war von Anfang an da. Das war, ist und wird hoffentlich auch immer ein Markenzeichen von Facelift sein. Wir wollten nie Platten machen, auf denen man im Prinzip 12mal denselben Song hört. Es wĂŒrde die Sache natĂŒrlich um einiges leichter machen, so quasi unter dem Motto: „GefĂ€llt dir ein Song, magst du alle!“ Facelift ist jedoch eine Band, die sich aus verschiedensten Persönlichkeiten mit ziemlich unterschiedlichen musikalischen Vorlieben formierte. Jeder Facelift-Song erzĂ€hlt eine Geschichte, und nicht jede Geschichte gleicht der anderen. Das Leben wĂ€re ja schrecklich langweilig, wĂŒrde ein und dasselbe Kapitel wieder und wieder abgespielt. Wir ergĂ€nzen einander musikalisch, und somit ergĂ€nzen auch die Songs einander auf dem Album. Der Titel „Pictures“ wurde schließlich nicht zufĂ€llig gewĂ€hlt. Jeder Titel ist eine individuelle Momentaufnahme aus verschiedenen Bereichen und Abschnitten unseres Lebens und Schaffens. Ein Bild steht neben dem anderen und ist dennoch Teil des Zyklus. Das ist so passiert, und es bleibt auch ein Anliegen von uns, vielschichtig zu arbeiten. Man kann jedoch nicht wirklich sagen, dass wir alles genau so durchplanen. Es lĂ€sst sich auch gar nicht planen. Wie gesagt, es passiert.

inHard: Ist bei Facelift Andrea fĂŒr die textliche und du fĂŒr die musikalische Seite zustĂ€ndig oder wie entstehen eure Songs?

Clemens: Was die Texte angeht, so ist zum grĂ¶ĂŸten Teil Andrea dafĂŒr verantwortlich. Ein paar Lyrics kommen noch von mir. Die Musik schreiben ĂŒberwiegend Andrea und ich. Helge (Gitarre, Violine) hat auch was beigesteuert. Auf unserem nĂ€chsten Album sind auch Songs von Norbert (Schlagzeug) und Andreas drauf.

inHard: Habt ihr spezielle Lieblingssongs auf dem Album?

Clemens: „Gone with me“, „Sushy shades“ und „Cactus Abyss“.

inHard: Welche AktivitÀten stehen mit Facelift demnÀchst an (Tour o.À.)?

Clemens: Zur Zeit haben wir gerade die Produktionen zu unseren Videos („Groovy Sound“„ und „MĂ€rz“) abgeschlossen. Zudem touren wir gerade durch Österreich, Slowenien und Ungarn. FĂŒr Ende des Jahres ist eine Tour durch Deutschland geplant. Im Herbst beginnen wir schon mit der Vorproduktion zu unserem nĂ€chsten Longplayer.

inHard: Welche Mucke schiebt ihr in eurer Freizeit in die Lade eures CD-Players?

Clemens: Ash, Placebo, Muse, Heather Nova, Naked Lunch, Police, Brain Eno, The Cure, Incubus, Fanta 4, Zweiraumwohnung, Metallica, Bob Marley, The Mars Volta, The Doors, Soundgarden, Stone Temple Pilots, Live, Keane, Kings of Convenience, Pearl Jam, New Order, Beastie Boys, Public Enemy, Living Colour, Tool, Melissa Auf der Maur, JaneÂŽs Addiction, Red Hot Chilli Peppers, David Bowie und was da sonst noch so kreucht und fleucht.

Rainer Guérich
CD: Pictures (Pate Records/Alive)

www.faceliftmusic.com

 

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