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NIK PAGE
Sinmachine

Nach „Sacrifight“ (2002,wird im Oktober auch nochmal als Midprice-CD rereleased) veröffentlicht Ex-Blind Passengers Mastermind NIK PAGE sein zweites Album unter eigenem Namen. Natürlich beschäftigt sich der markige Gothic-Electro-Rock immer noch mit Nik’s Lieblingsthema, der Entwicklung der Technologie...

inHard: Wie siehst du das neue Album gegenüber dem Vorgänger?

Nik Page: Musikalisch knĂĽpft das neue Material eigentlich nahtlos an „Sacrifight“ an, obwohl ich mittlerweile schon viele Stimmen gehört habe, dass ich mich kĂĽnstlerisch weiterentwickelt hätte. Das mag daran liegen, dass  die Texte mittlerweile nicht mehr ausschlieĂźlich in Englisch, sondern auch in deutscher Sprache vorgetragen werden.

inHard: Ich denke, durch die Hinzunahme von deutschen Texten lassen sich auch die Botschaften und Emotionen besser transportieren!

Nik Page: Auf alle Fälle, das siehst du vollkommen richtig! Natürlich steigt durch die Hinzunahme der deutschen Sprache auch der Qualitätsanspruch an die Texte, was für mich als Songschreiber nochmal eine ganz besondere Herausforderung ist. Du kannst dich dann bei einer peinlichen Textpassage nicht mehr hinter einer Sprachbarriere verstecken und dadurch einen ganzen Song zerstören.

inHard: Als Buchautor (Science Fiction Roman „Neosapiens“, Verlagshaus Sonneberg) dürfte dir das Songschreiben keine Probleme bereiten!

Nik Page: Texten macht mir riesigen Spaß, auf alle Fälle!

inHard: Inwieweit hat sich der Roman „Neosapiens“ denn auf das neue Album ausgewirkt?

Nik Page: Im Prinzip sind die letzten 4 Blind Passengers Alben, der Roman und die beiden Nik Page-Platten konzeptionell miteinander verzahnt. Letztendlich ist es so, dass sich mit „Sinmachine“ der Kreis dort schließt, wo wir mit „Destroyka“ (1996, Blind Passengers) begonnen haben.

inHard: Es geht thematisch ja um die Technologie und zu was sie den Menschen verfĂĽhren kann?

Nik Page: Genau. Ich verwende diesbezĂĽglich immer gerne eine Symbolik, die ein bisschen an den Faust angelehnt ist. Gerade weil mich die Entwicklung der Menschheit während der letzten 300 Jahre an eine Faust-Story erinnert:  Mephisto schenkt den Menschen Wissenschaft und Technologie (also symbolisch die Maschine). Und  alles was sich an Entwicklungen und Erneuerungen ergeben hat, hängt mit diesem Grundportal zusammen. Bei „Destroyka“ war es zum Beispiel das Thema, dass der Mensch immer wieder die Technologie zum Werkzeug der Zerstörung werden lässt. Auf „The Trash Inside My Brain“ (1997, Blind Passengers) ging’s um die multimediale ReizĂĽberflutung (den Spam) durch den ganzen High Tech-Kram. Das 99er Blind Passengers Album „Bastard“ ging dann noch 100 Jahre weiter in die Zukunft, in eine Zeit, in der die Maschine schlieĂźlich Besitz vom menschlichen Körper ergreift. Im Augenblick ist es ja noch so, dass die Maschine dabei ist, unseren Alltag zu erobern. Aber irgendwann wird sie auch Besitz vom menschlichen Körper ergreifen. Das wird zum einen ĂĽber DNA-Styling erfolgen, also die intelligente Art zu klonen, was mit Sicherheit eines Tages der Fall sein wird. Das ist die uns vorbestimmte Evolution, weil die Menschheit einfach irgendwann gezwungen sein wird, ihren Nachkommen die besten Erbanlagen (Alter, Gesundheit, Intelligenz u.a.) mit auf den Weg zu geben, wenn sie ĂĽberleben will. Das wird irgendwann vollkommen normal und gesellschaftsfähig sein. Andererseits wird die Medizin auch in der Lage sein, dem Menschen immer mehr Technologie in den Körper einzubauen. Beispielsweise ist es nicht nur toll, wenn Blinde sehen können, sondern auch wenn Sehende im Dunkeln auf 300 Meter schauen können. NatĂĽrlich ist es irgendwann auch prima, eine Schnittstelle zwischen Computer und Gehirn zu schaffen, um Sprachkenntnisse, technisches Wissen oder was auch immer kurzfristig abrufen zu können. Diese Hybrid-Wesen werden frĂĽher oder später dann auch die stärkere Spezie sein und den Menschen in seiner reinen Form verdrängen.  Und darum ging es in meinem Roman „Neosapiens“ insbesondere. Auf „Sinmachine“ geht es hauptsächlich um den Part zwischen Mensch und Mephisto, also um die eigentlichen GrĂĽnde, warum sich alles so entwickelt hat. „Sinmachine“ endet dort, wo „Destroyka“ anfängt...

Rainer Guérich
CD: Sin Machine (Wannsee/Edel)

www.nikpage.de

 

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