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SINWELL
Number Two

Im Jahre 2008 veröffentlichten SINWELL ihr DebĂĽtalbum „True Sense“ . Nun erscheint der lange erwartete Nachfolger. inHrad unterhielt sich mit der Band... 

inHard: Gab es spezielle Gründe, warum ihr euch mit der Veröffentlichung des Nachfolgers „II“ 4 Jahre Zeit gelassen habt?

Joschi (vocals): Wir haben nach der VĂ– von „True Sense“ erst einmal das Album promotet und gespielt. Allerdings ging's dann relativ schnell an das Schreiben von neuem Material. Die Songs fĂĽrs zweite Album waren bereits 2010 fertig. Wir haben uns dann in der ersten Jahreshälfte ans Aufnehmen von Demoversionen gemacht. Die Jungs haben dann im zweiten Halbjahr 2010 aufgenommen, während ich weg war. Anfang 2011 kamen dann die Vocals dazu, Mischen, Mastern, Plattenfirma suchen und zack is 2012...

Tommy (drums): Nun ja, nicht zu vergessen, dass ich mir das linke Bein vierfach gebrochen hatte, was die musikalische Sache auch ĂĽber ein halbes Jahr nach hinten verschoben hat. Abgesehen davon wollten wir eine Steigerung zum ersten Album erreichen, und das funktioniert bei uns unter anderem, indem wir mehr Zeit investieren.

inHard: Ihr habt die Aufnahmen wie schon beim Vorgänger in eurem Nürnberger Sky Sound Studio eingespielt? Welche Erinnerungen habt ihr daran?

Joschi: Wir haben ja generell den Luxus, dass wir im Studio von unserem Gitarristen Benno ohne Zeitdruck arbeiten können. Das ist schon ein riesiger Vorteil, wenn die Songs über ein 3/4 Jahr reifen können und man beim Aufnehmen auch noch am Arrangement schrauben kann. Im Fall von „SWII“ war es etwas Besonderes, weil ich ja am gesamten Recordingprozess nicht beteiligt war.

Dierk (bass): Korrekt! Dieses Mal hatten wir zum Einspielen „nur“ die Demoversionen mit Joschis Gesang vorliegen und eben auch noch nicht mit den jetzt existierenden Texten. Schließlich hatte er dann damit auch beim Gesangsarrangement das eine oder andere Schmankerl neu einbauen können. Wir drei waren natürlich während der gesamten Aufnahmezeit schon sehr gespannt, was ganz am Ende dabei rauskommen würde. Tatsächlich waren wir mit den fertig aufgenommenen Songs bereits ohne Gesang sehr zufrieden. Aber dann im Frühjahr, als alles im Kasten war, sagten wir: JA! Das isses!

Tommy: Unser gestecktes Ziel war ein fetter amerikanischer Rocksound, jedoch nicht so glatt und geschliffen. So wollten wir von vorne herein ausschlieĂźen, dass mit Pro Tools alles geschnitten wird und Sounds komplett ersetzt werden. Das bringt mit sich, dass die Vorbereitung passen muss. Nach den Demos hab’ ich mich sieben Wochen zurĂĽckgezogen, um die Drums zu arrangieren. Ich hab’ alle Pattern und Fills in Frage gestellt, mich aufgenommen und immer wieder verbessert. Nach diesem Prozess waren die eigentlichen Recordings sehr zĂĽgig erledigt. Auf dieses Fundament kamen dann ĂĽberarbeitete Basstakes und auch an den Gitarrenspuren haben wir noch viel produziert. Ganz klassisch eigentlich, aber mit viel Liebe gekocht.

inHard: Im PR-Info steht, dass sich euer Sänger Joschi für eine Reihe von Songs durch seine sechsmonatige Weltreise hat inspirieren lassen? Was für Erlebnisse wurden denn so verarbeitet bzw. könnt ihr mir hierzu ein Stück nennen?

Joschi: Als ich losgezogen bin, waren alle Songs als Demoversion aufgenommen, hatten aber nur Arbeitstitel. Ich hatte 'ne ganze Weile echte Schwierigkeiten beim Schreiben, da war einfach keine Inspiration. Während der Reise habe ich aber eine Menge beeindruckende Menschen getroffen, Geschichten erlebt oder gehört, die mir genug Stoff fĂĽr ein ganzes Buch geben wĂĽrden. Ich habe von Menschen geschrieben, die mir begegnet sind, wie z.B. dem Penner, der mich in San Francisco frĂĽh morgens um 10 Dollar angehauen hat und den ich nach seiner Geschichte gefragt habe. Ich war ĂĽberrascht, wie viele Verlierer hier produziert werden. Sicher auch eine Folge der Finanzkrise. Wenn du hier einen Fehler machst, bist du drauĂźen. Das ist die Story vom „Weary Man“. In „Killing Fields“ geht's um den Terror der Roten Khmer in Kambodscha. „Peruvian Girl“ beschreibt die Geschichte eines jungen Inka-Mädchens, das vor 500 Jahren den Andengöttern geopfert wurde. Songs wie „The World's A Different Place“ oder „My Big Adventure“ sind dann eher autobiographisch. In letzterem geht es darum, dass ich mich durch alle erdenklichen fremden Länder geschlagen habe, mir nach einer Weile die Fremde aber sehr vertraut wurde. Das größte Abenteuer, das dann noch ausstand, war plötzlich das „Heimkommen“. Wer jetzt neugierig geworden ist, ist herzlich eingeladen sich die Lyrics auf unser Website reinzuziehen.

inHard: Habt ihr besondere LieblingsstĂĽcke auf dem Album?

Joschi: Für mich schwer zu sagen, weil uns einzelne Nummern natürlich schon so lange begleiten. Natürlich habe ich bei dem einen oder anderen Song eine besondere Erinnerung, die ich mit der Geschichte verbinde. Die erste Single „Peruvian Girl“ haben wir zusammen mit der Company festgelegt.

Dierk: Stimmt, ist nicht einfach, aber für mich gehört „A Game“ zu einem meiner Top-Favoriten. „Killing Fields“ beeindruckt mich besonders beim Zusammenspiel von Musik und Joschis Text, welcher eine außergewöhnliche Intensität besitzt. Insgesamt steckt in jedem Lied unser Herzblut.

Tommy: „Crossroads“ ist nicht umsonst das erste Stück auf der CD, live wird dieser Titel fast schon brutal. Bei „A Game“ muss ich mich Dierk anschließen: das Gitarrenriff, der beabsichtigt monotone, hämmernde Drumgroove mit einem Killerrefrain... Außerdem haben wir es endlich geschafft, mit „Killing Fields“ einen Shuffle-Rhythmus in unser Programm aufzunehmen. Grandios!

Rainer Guérich
CD: II (7Hard/New Music Distribution)

www.sinwell.eu
www.myspace.com/sinwellmusic
 

 

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