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STARFISH PRIME
Improvisationsparts, Jamfeeling & Demontage der Popstruktur

Die aus Köln stammenden STARFISH PRIME legen mit „The Architect Wants To Know...“ ein sehr vielschichtiges und komplexes Rock-Erstlingswerk vor, das zu überzeugen weiß. inHard unterhielt sich mit NICK NOVAKOVIC (vocals, guitars) und GUNNI HEIN (guitars).

inHard: Vielleicht könnt ihr mir zu Anfang etwas über die bisherige Bandgeschichte von StarfishPrime erzählen? Bandgründung war Anfang 2009?

Nick: Die offizielle Bandgründung von StarfishPrime war Januar 2009. Nach einigen Besetzungswechseln hat sich schließlich unsere heutige Stammbesetzung gefestigt. Seit damals haben wir etliche Höhen und Tiefen erlebt und massenweise Konzerte gespielt. Irgendwo dazwischen haben wir dann auch noch ein Album aufgenommen und einige Frisuren gewechselt…

inHard: Ich hab' im Presseinfo gelesen, dass zu euren musikalischen Vorbildern Bands wie Can und Grobschnitt, aber auch Mars Volta und Circa Survive zählen. Gibt es noch weitere musikalische Ingredienzien, die den vielfältigen StarfishPrime-Sound geprägt haben?

Nick: Auf jeden Fall! Die Liste unserer Einflüsse ist lang, was man wohl auch unserer Musik anhört. Ich habe da einige persönliche Favoriten. Manchmal beginne ich den Tag mit modernem Postcore, ziehe mir dann The Clash rein, dann Watchtower, alte Voivod oder ein ruhiges Buckley Stück, um den Abend schließlich mit Bowies „Heathen“ ausklingen zu lassen. Das alles spiegelt sich in unserem Sound wider.

Gunni: Auch sehr moderne und verrückte Bands wie System Of A Down, The Fall Of Troy, Melt Banana und Dance Gavin Dance beeinflussen unseren Sound in gewisser Weise. Unterbewusst lässt wohl jeder Musiker seine Lieblingssounds in die eigene Musik einfließen.

inHard: Was könnt ihr mir über die eigentlichen Studioaufnahmen berichten? Wie lange habt ihr an den Tracks von „The Architect Wants To Know...“ gearbeitet?

Nick: Das war ein langwieriger Reifungsprozess, der sich wegen limitierter Studiozeiten und terminlicher Probleme immer wieder hinzog. Es hatte aber auch viel mit den Arrangements und den Lyrics an sich zu tun. Den Text für „Reason Erased“ beispielsweise habe ich zigmal umgeschrieben und konnte deshalb nächtelang nicht schlafen. Nach den ersten Aufnahmen gab es auch einige Änderungen an den Strukturen der Songs, bis wir dann alle einigermaßen zufrieden waren. Das Material ist in einem Zeitraum von 2-3 Jahren entstanden, während die eigentlichen Aufnahmen etwa ein Jahr insgesamt gedauert haben.

inHard: Ich könnte mir vorstellen, dass eure permanente Live-Präsenz sich positiv auf eure neue CD ausgewirkt hat. Es ist ja nicht schlecht, das eingeschworene Bandgefühl von der Bühne in den Aufnahmeraum zu transportieren. Oder wie seht ihr das?

Nick: Genau, besonders beim Endspurt zu „The Architect Wants To Know...“ kam uns die wachsende Live-Erfahrung zu Gute, weshalb sich dann auch Jampassagen und Improvisationsparts auf dem Album wiederfinden. Demontage der Popstruktur und Livefeeling einbringen - das macht immer wieder Spaß!

Gunni: Es war schon ein tolles Gefühl, wie jeder Song mit der Zeit immer größer wurde... Die Gigs haben sehr viel zum Endsound des Albums beigesteuert.

inHard: Woran lag es, dass ihr in der Vergangenheit schon einige wechselnde Bassisten hattet? Haben die nicht zum Bandsound gepasst?

Nick: Bei einigen Bassisten hat tatsächlich der Sound einfach nicht zum Konzept gepasst, vor allem in der anfänglichen Findungsphase. Unser letzter Bassist musste leider aus beruflichen Gründen umziehen, was echt schade war. In Matthias haben wir jetzt endlich einen guten Mann gefunden.

Gunni: Die hatten einfach alle Mundfäule und sahen scheiße aus.

Nick: oder so…

inHard: Wer hat das schöne Coverartwork mit der einäugigen Krake illustriert?

Nick: Das war meine schöne Frau Mirjana; sie ist für das Bandartwork zuständig.

inHard: Woher stammen die Textideen zu den vielschichtigen Lyrics, die sich oftmals mit dem Unterbewussten beschäftigen?

Nick: Schuldig! 

inHard: Wie wĂĽrdet ihr den Sound von StarfishPrime denn selbst beschreiben?

Gunni: Das ist eine Mischung aus altem Krautrock und modernem Alternative Rock.  Man nehme die  Komplexität eines zehnminĂĽtigen Progsongs und verpacke diesen in einen vierminĂĽtigen Pop-Song. Heraus kommt der Original Starfish Prime Sound..

Nick: Keine Ahnung… die Songs schreibe ich spontan, dann arrangieren wir das zusammen, und dann kommt eben was bei rum… Statt es selbst zu beschreiben, lasse ich das lieber andere machen… da ist dann einiges Lustiges dabei ,worauf ich selbst nie kommen würde…wie diese ständigen Billy Talentvergleiche (lacht)

inHard: Habt ihr bestimmte Songs auf der Platte, die ihr besonders mögt? Meine Favoriten sind „Below The Grey“ und das sechseinhalbminütige, psychedelisch wabernde Titelstück.

Gunni: Auf der Bühne macht mir „Reason Erased“ und „Stop 'N' Go Mantra“ am meisten Spaß, weil in den Songs einfach sehr viel Energie steckt. „Never Pretend Again“ und „The Architect Wants To know“ gehören wegen der psychedelischen Atmosphäre auch zu meinen Lieblingsstücken.

Nick: Es sind alles unsere Kinder...

inHard: Welche Musik hört ihr eigentlich privat?

Nick: Alles Mögliche. Querbeet vom britischen Underground über Alternative Indiekram bis hin zu Miles Davis oder Kraftwerk.

Gunni: Ich höre von Folk über Indie bis hin zum Hardcore auch so ziemlich alles Mögliche.

inHard: Habt ihr zum Abschluss noch eine Botschaft an unsere Leser?

Nick: Danke an alle, die uns bis hierhin begleitet und unterstĂĽtzt haben. Viel SpaĂź mit unserem Album! Es gehört jetzt euch! Vielleicht hilft es dem einen oder anderen fĂĽr kurze Zeit abzuheben, seine Sorgen zu vergessen, abzumoshen oder ins All zu fliegen. Genau das machen wir jetzt!  StarfishPrime… over and out...

Rainer Guérich
CD: The Architect Wants To Know (Finest Noise/Radar)

www.myspace.com/thestarfishprime
 

  

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