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U.D.O.
Mission No.X

Auf „Mission No. X“, dem zehnten Album von U.D.O., gibt es AltbewĂ€hrtes, aber auch eine Menge frischer Ideen. So findet sich beispielsweise auf der Antikriegsballade „Cry Soldier Cry“ auch das Spiel eines Dudelsacks, was die AtmosphĂ€re und Aussagekraft des Songs unterstĂŒtzt. inHard unterhielt sich mit UDO DIRKSCHNEIDER...

inHard: Dein neues Album klingt gewohnt gut, ist vom Tempo sehr variabel gehalten und klingt auf „Mean Streets“ sogar ziemlich bluesig. Frische Ideen scheinen dir auch nach soviel Jahren im MusikgeschĂ€ft nicht auszugehen!?

UDO (lacht): Manchmal hat man schon Selbstzweifel, aber dann kriegt man doch - toi toi toi - noch gute Sachen zusammen.   Man muss diesbezĂŒglich aber auch schon experimentierfreudig sein. Das erlaubt es einem dann schon, bei der einen oder anderen Nummer aus dem gewohnten Schema auszubrechen.

inHard: Hat sich bei dir im Laufe der Jahre bei der Herangehensweise an die Songs etwas geĂ€ndert? Schließlich leben wir ja im Computerzeitalter...

UDO: Computer sehe ich folgendermaßen im Studio: Sie vereinfachen einige Sachen. FrĂŒher musste man als Band die Aufnahmen immer 5.000 mal neu spielen, wenn man ‘ne spezielle Idee hatte. Heute kann man mal eben sagen: „Lass’ uns den Break mal so und so spielen.“ Und das geht dann auch, ohne dass der Schlagzeuger seinen Part neu spielen muss. Das war frĂŒher anders. Beim Arrangieren von StĂŒcken im Studio ist der Computer schon sehr hilfreich.

inHard: Das heißt also nichts anderes, als dass man heute sehr einfach viele unterschiedliche Songversionen im Studio ausprobieren kann?

UDO: Genau, mit einer rasenden Geschwindigkeit. Was natĂŒrlich ideal dazu ist, um die bestmögliche Version eines Songs aus zahlreichen Möglichkeiten herauszufiltern. (lacht) Es ist halt alles nicht mehr so anstrengend wie frĂŒher. Man spart enorm viel Zeit und Geld, was sehr gut ist...

inHard: Wie lange haben sich die Arbeiten an „Mission No. X“ hingezogen?

UDO: Begonnen haben wir im November letzten Jahres, fertig mit Komponieren und Arrangieren waren wir dann im MĂ€rz. Was so eigentlich nicht geplant war. Durch meine Accept-Geschichte im Sommer mussten wir die ganze Sache aber zeitlich vorziehen. Im Nachhinein denke ich, dass es so eigentlich ganz gut war, da wir auch keine Zeit hatten, ĂŒber diese Geschichte grĂ¶ĂŸer nachzudenken, was der SpontaneitĂ€t des Albums wirklich gut getan hat.

inHard: Und jetzt wird das Album mit einem zeitlichen Abstand von 7 Monaten released...

UDO: Ja, das ist richtig. Wir mussten einfach den Sommer aus den genannten GrĂŒnden abwarten, haben zwischenzeitlich aber auch schon eine Single mit 3 Bonustracks veröffentlicht, die sehr gut in die Charts eingestiegen ist.

inHard: Auf der Limited Edition des Albums soll es auch noch einen nichtjugendfreien Videoclip zu „Mean Streets“ geben? Doch wohl nichts UnanstĂ€ndiges?

UDO: Ne, eigentlich gibt’s in dem Video nichts UnanstĂ€ndiges zu sehen. Aber wenn im  Film eine Vergewaltigungsszene und ein bisschen nackte Haut vorkommen, unterliegt das hierzulande schon der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK 18).

inHard: So was ist in den USA ja noch viel schwieriger. Die Amerikaner werden diesen Clip wohl nie zu sehen bekommen...

UDO (lacht): ... ja, das glaub ich weniger...

inHard: ... dann wohl schon eher Japan...

UDO: ... ist mit Sicherheit kein Problem, genauso wie die OstblocklĂ€nder, von denen wir auch schon viele Anfragen wegen des Videos haben. Deutschland wird man sehen, ob wir damit ins Fernsehen kommen. Schließlich haben wir ja auch eine familienfreundlichere Version, die durchaus im TV laufen kann.

inHard: An solche Dinge muss man als Band heutzutage schon denken...

UDO: ... klar, gerade wenn man so eine Art von Video macht, mit denen Leute, die auf U.D.O. stehen, vielleicht nicht gerechnet hÀtten. Um heutzutage Aufmerksamkeit zu erregen, musst du dir schon etwas einfallen lassen. Es handelt sich um kein typisches Metal-Video, wir haben uns da als Band schon ganz konkret unsere Gedanken gemacht.

inHard: Das Cover-Artwork eurer CD ist auch sehr gelungen: klare Symbolik mit dem „X-Symbol“...

UDO: Das war auch eine Idee aus unserem bandeigenen Fundus, den ein Grafiker sehr adÀquat umgesetzt hat. Ein Cover muss sehr plakativ und auffallend sein. Gerade weil die optische FlÀche bei einem CD-Booklet im Vergleich zu den alten Vinyl-Covern sehr klein ist.

inHard: Hast du spezielle Favoriten auf dem Album?

UDO: Klar, die hat man immer. Besonders  gelungen finde ich „24/7“, „Mean Streats“,  „Cry Soldier Cry“ und „Mad For Crazy“.

inHard: Es war dann sicherlich auch ziemlich schnell herauszufinden, dass „24/7“ die ideale Singleauskopplung ist?

UDO: Das war uns anfangs gar nicht so bewusst, dass diese Nummer den gewissen „Kommerztouch“ hat. Wir sind als Metalband in das Single-Metier aber auch nicht allzu sehr involviert...

Rainer Guérich
CD: Mission No. X (AFM/Soulfood)

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