Bei dem ungarischen Vierer EKTOMORF vermischen sich Punk und Thrash-Metal mit Einflüssen aus der Roma-Musik. inHard sprach mit Sänger und Gitarrist Zóltan Farkas.

 

inHard: Erzählt unseren Lesern zu Anfang doch bitte etwas über eure bisherige Bandgeschichte!

Zóltan: Ektomorf wurde 1993 gegründet. Damals spielten wir noch schnellen Thrashcore. Von der Ursprungsbestzung sind mittlerweile nur noch mein Bruder und ich dabei. Bis zum Jahr 2000 haben wir auschließlich in Ungarn gespielt. Wir haben in Ungarn auch sehr viele Auftritte und gehören dort zu den bekanntesten Bands. Als dann unser Album “Kalyi Jag” in Deutschland lizensiert wurde, bot sich uns die Möglichkeit, auch außerhalb Ungarns zu spielen. Wir absolvierten ein paar Gigs in Deutschland, tourten im Sommer 2001 mit Koroded und hatten schließlich beim Summer-Breeze einen Hammerauftritt. Von dem Punkt an war für uns auch klar, dass Silverdust unsere neue Scheibe rausbringen wird.

inHard: Haben bestimmte Bands euren Sound beeinflusst?

Zóltan: Also zu meinen großen musikalischen Einflüssen gehören Slayer, Metallica, Sepultura, spezielle Vorbilder habe ich nicht. Was sich natürlich noch auf unseren Sound ausgewirkt hat, ist unsere Roma Musik. Sie hat Feuer und wird bei uns mit allen möglichen Metal- und Punk-Zitaten verbunden.

inHard: Gibt es wesentliche Unterschiede zwischen eurem neuen Album “I Scream Up To The Sky” und dem Vorgänger “Kali Jag”?

Zóltan: Eigentlich nicht, wir klingen einfach nur noch härter, was an der ernsthafteren Themenauswahl liegt, die eine heftigere musikalische Umsetzung verlangt. Wir hatten auch mehr Zeit, was man der Produktion deutlich anhört. Die Band ist auch besser zusammengewachsen. Es ist einfach alles reifer geworden...

inHard: Könnt ihr mir etwas über die Studioaufnahmen erzählen?

Zóltan: Also wir waren 5 Wochen im Studio. Die Arbeit war sehr hart. Wir hatten auch Gäste, wie Csató Peti von Replika (auch eine sehr bekannte Band in Ungarn), der das Reggae Lied eingesungen hat, dazu ein DJ für die Scratches. Am Anfang wollte ich nur bei einem Song Scratches haben, aber der Typ hatte das unheimlich drauf. So hat sich das wie ein Virus verbreitet. Unser Glück, dass der Produzent uns schon lange kennt. Er hat genau gewusst, was wir wollen. Wie gesagt, es war verdammt hart, hat uns aber allen verdammt großen Spaß gemacht. 

inHard: Wer ist bandintern für die Texte verantwortlich bzw. von was handeln sie?

Zóltan: Alle Texte sind von mir. Sie handeln von meinen Gefühlen. Ich kann nur darüber schreiben, was ich auch durchlebe. “Fájdalom Könnyei” ist das einzige Lied, bei dem  der Text zusammen mit meinem Kumpel Peti geschrieben wurde. Er singt es auch auf dem Album. Ich will jetzt nicht über jedes Lied was erzählen, da das schwer ist. Aber ich glaube, jeder, der die Texte liest, wird darin etwas entdecken, was er genauso erlebt hat oder so ähnlich. Es fällt mir schwer, darüber zu reden, da ich es jedes Mal durchlebe. Auf der Bühne ist es etwas Anderes, da brüll’ ich es raus...

inHard: Habt ihr spezielle Lieblingssongs auf dem Album ?

Zóltan: Ich mag das ganze Album. Alle Songs sind etwas Besonderes. Von Zeit zu Zeit habe ich einen Track, der mir am meisten reinläuft, im Moment ist es “Scum” und “Leech”. Aber das ist schon morgen anders, wie ich mich eben fühle.

inHard: Wer hatte die Idee zu dem Beatles-Monster-Remake “A Hard Days Night” und der untypischen Reggaenummer “Fajdalom Könnyei”?

Zóltan: Die Idee ist von mir. Ich mag die Beatles, und das ist mein Lieblingssong. Ich mag auch Reggae-Musik...

inHard: Welche Musik hört ihr vier sonst noch privat?

Zóltan: Mein Bruder Csaba ist großer Metallica Fan, aber er hört auch viel spanische Musik, was er auch selbst spielt, und das verdammt gut. Er hört auch gerne Filmmusik wie die von “Brave Heart”. Joci mag die modernen Metal-Sachen, aber auch Slayer. Er hört jetzt auch Drum’n’Bass. Damit will er mich jetzt töten (lacht). Laci mag Hendrix, Marley und natürlich das ganze harte Zeug wie Soulfly, Machine Head und Slipknot. Ich bin mit Slayer und Metallica aufgewachsen. Sepultura kam später dazu. Bob Marley und Hendrix mag ich sehr, und die ganze Palette der harten Mucke. Da ich Roma bin, ist diese Musik bei mir auch im Blut. Open Mind.

inHard: Was steht bei EKTOMORF in der nächsten Zukunft noch an?

Zóltan:  Ich denke nicht über die Zukunft nach. Vorerst wollen wir soviel spielen, wie es nur geht. Ektomorf ist eine Liveband. Was wir jetzt schon wissen, ist, dass wir im Oktober eine Europa-Tour mit Nile (USA) haben. Darauf bereiten wir uns hart vor. Danach schauen wir weiter.

Rainer Guérich