Interview mit Joshi (Gitarre/Gesang)

Ist es wahr, dass ihr 1997 bei Gründung der Band noch kein Instrument spielen konntet und sich so jeder sein Lieblingsinstrument auswählen konnte?

Ja, das stimmt. Nur unser Gitarrist Triki konnte schon ein wenig akustische Gitarre, aber keine E-Gitarre spielen. Wir anderen haben uns dann jeder das Instrument geschnappt, was gerade in der Nähe war und los ging es. Unsere einzige Motivation damals war, dass wir unbedingt zusammen Punkmusik machen wollten, und das hat ja letztendlich ganz gut geklappt. Bis heute hat jedenfalls niemand von uns Unterricht für sein Instrument genommen.

Musikalisch seid ihr in der Skatepunk-Szene zuhause. Ihr habt sogar einen Sponsor gefunden, der euch mit entsprechender Kleidung ausstattet. Könnt ihr mir darüber was erzählen?

Wir bekommen halt ab und zu von Corrupt-Ridewear aus England Klamotten zugeschickt. Das machen wir aber auch nur, weil das eine ganz junge, unabhängige Skate-Firma ist und wir sie gerne unterstützen, indem wir ihre Sachen anhaben. Die Jungs sind genauso alt wie wir und hören auch Punkrock. Wir würden jetzt aber bestimmt nicht blindlings ohne zu überlegen von jeder Firma Sachen annehmen und damit indirekt für diese Werbung machen. Falls es noch so ein Angebot geben wird, werden wir das in Ruhe abwägen und dann weiterschauen.

Was könnt ihr mir über die Arbeiten an eurer neuen CD “Riot Radio” erzählen. War bestimmt nicht einfach, eure ungezügelte Live-Energie im Studio adäquat festzuhalten, was euch aber ziemlich gut gelungen ist!

Das ist richtig. Wir haben im Studio wirklich schwer gearbeitet, damit alles so werden konnte, wie es jetzt auf der CD ist. Es ist schon was ganz anderes, ob du eine dreiviertel Stunde wie verrückt auf der Bühne rumspringst oder ob du zwei Wochen mit dem Kopfhörer im Studio sitzt, wo man wirklich jeden falschen Anschlag sofort raushört. Auf der anderen Seite hatten wir im Studio zwischendurch die Befürchtung, dass die Aufnahmen zu perfekt und zu steril werden würden und die Energie, die beim Live-Spielen rüberkommt, verloren gehen könnte. Das war natürlich Quatsch! Wir sind im nachhinein froh, dass wir auf unseren Produzenten gehört haben und nichts mehr am Sound verändert haben. Wir haben während der Zeit im Studio durch diese Schwierigkeiten aber auch viel dazugelernt, was uns bei den nächsten Aufnahmen sicher helfen wird.

Wie wichtig ist euch die Message eurer Songs bzw. wer verfasst denn bandintern die Texte?

Die Texte sind für uns ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Musik. Wir sind der Meinung, dass Punkrock mehr sein sollte als Party, Saufen und tolle Konzerte, sonst könnten wir auch Schlager oder Techno hören. Punkrock ist ja immer noch Protest gegen die derzeitigen Verhältnisse. Da gibt es 1.000 Sachen, die in dieser Gesellschaft scheiße laufen. Damit sich da etwas ändert, bringen wir das in unseren Texten zur Sprache. Wir setzen uns in unseren Liedern und auch privat mit vielen politischen Themen auseinander. Deshalb gibt es auf der “Riot Radio” CD auch einen Multimedia-Track mit einem Video über die Proteste in Genua im letzten Sommer und ein Video der Tierrechtsorganisation PETA. - Die Texte sind alle von mir oder von unserem Schlagzeuger, der gleichzeitig mein Bruder ist.

Habt ihr spezielle Lieblingssongs auf dem Album?

Ich finde jedes Lied auf der Scheibe hat was für sich, einen ganz speziellen Lieblingshit hab’ ich da nicht. Es gibt aber in einigen Liedern bestimmt Teile, die ich besonders gerne hab’, weil die beim Live-spielen gut rocken, und ich mich gerne auf der Bühne austobe, wenn ich gerade mal nicht am Mikro “festhängen” muss. Soweit ich das gehört habe, ist aber bei den meisten Leuten, die wir kennen, der Titelsong “Riot Radio” der absolute Renner.

Welche Mucke schiebt ihr in eurer Freizeit in die Lade eures CD-Players?

Im Moment hören wir viel Ami-Zeugs wie zum Beispiel Anti-Flag, Dead Kennedys, Good Riddance, F-Minus, Ausrotten, Choking Victim, Propagandhi, The Distillers und noch ganz viele andere. Das variiert aber immer: Mal hören wir ein bisschen mehr Ska und dann wieder eine paar gute Crust-Punk-Bands. Eben alles, was gut losrockt.

“Riot Radio” soll auch der Name eines Webportals sein?

Ja, dieses Webportal haben wir selbst erstellt. Es gibt dort mehrere hundert Links zu den verschiedensten Gruppen und Initiativen, um so möglichst vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, politisch aktiv zu werden. Diese Seite kann ich euch allen sehr empfehlen: www.Riot-Radio.de. Außerdem läuft immer noch unser großes Gewinnspiel zum Album. 1. Preis ist lebenslanger(!) freier Eintritt für alle ZSK-Konzerte. 2. und 3. Preis ist jeweils eine “Riot Radio” CD oder ein T-Shirt. Wie Ihr mitmachen könnt, erfahrt ihr unter www.Skatepunks.de...

Rainer Guérich

Kontakt: www.skatepunks.de
Booking: www.mad-tourbooking.de
Label:
www.wolverine-records.de