DAYLIGHT kommen aus Recklinghausen und bieten auf ihrem Erstlingswerk „Vague Pictures Of Amazing Moments“ ausgereiftes Songwriting und energetische Parts, die sich keine BeschrĂ€nkungen auferlegen lassen. Die musikalische Palette reicht von punkigen EinschĂŒben ĂŒber Mosh-Metal-Attacken bis hin zu ruhigeren Alternative-Parts. Stimmtechnisch in Szene gesetzt von cleanem Gesang, der durch Schrei-Shouts partiell gekontert wird. inHard unterhielt sich mit Gitarrist SASCHA BAUMANN...

 

inHard: Euer Sound klingt intensiv und energetisch, offenbart aber auch ausgefeiltes Songwriting. Wie entsteht bei euch ein Song?

Sascha: Das ist sehr unterschiedlich. Oftmals sitze ich bei mir zuhause auf dem Bett und spiele nur auf der Gitarre rum. Das kann dann der Grundstock fĂŒr ein StĂŒck werden. Oder ich nehme eine Idee von mir mit in den Proberaum, und die anderen FĂŒnf steuern ihre Ideen bei. Und dann passt das schon!

inHard: Geht es ans Texten, wenn der Basissound steht?

Sascha: Nicht unbedingt! Meistens schreibt unser SĂ€nger Michael (cleaner Gesang) parallel zu unserer Arbeit eine Menge Texte. Und dann schauen wir, was davon zu unseren StĂŒcken passt, bzw. wir Ă€ndern die Arrangements noch um.

inHard: Bei DAYLIGHT gibt es mit 2 SĂ€ngern, 2 Gitarristen, Drummer und Bassist insgesamt 6 unterschiedliche Charaktere. Ich könnte mir vorstellen, dass es da im Proberaum gar nicht so leicht ist, musikalisch einen gemeinsamen Nenner zu finden. Es gibt doch bestimmt ‘ne Menge Diskussionen und Meinungen darĂŒber, in welche Richtung ein Song gehen soll, oder?

Sascha: Ja, das ist richtig. Teilweise ist es wirklich eine QuÀlerei, es allen Recht zu machen. Sei es nun wie der Anfang, der Mittelteil oder das Ende eines Song aussehen soll. Das ist schon ein richtiger Kampf, der ziemlich zeitintensiv ist und schon etwas lÀnger dauert...

inHard: Das bedeutet aber auch, dass die Urform eines Songs und seine Endform vollkommen unterschiedlich sein können?

Sascha: Klar, das kommt vor. Es kann auch sein, dass die ursprĂŒngliche Idee völlig verworfen wird, und wir etwas vollkommen anderes machen. Das ist alles möglich!

inHard: Live macht ihr auf der BĂŒhne mit den beiden Gitarristen plus Basser bestimmt ordentlich Druck?

Sascha: Logo, da wird schonungslos alles gegeben. Ich persönlich komme ja auch aus dem Punk-Bereich und habe eigentlich immer schon schnelle Sachen gespielt. Und mit DAYLIGHT bin ich nun auf den Hardcore-Geschmack mit seinen brachialen Riffattacken gekommen...

inHard: Der punkige Opener „Stairway To Sickness“ ist diesbezĂŒglich ja noch eine Referenz an deine musikalische Vergangenheit. Ansonsten ist „Vague Pictures Of Amazing Moments“ sehr offen gehalten und bietet nicht nur Kick-As-Sound, sondern auch ruhigere Zwischenteile. Eine prima Auflockerung!

Sascha: Wir versuchen ganz einfach alles, was uns irgendwie Spaß macht, in unseren Sound einzubauen. Es wĂ€re bescheuert, sich da in irgendeiner Weise limitieren oder sich in bestimmte Klischees pressen zu lassen. Das machen schon genĂŒgend andere Bands!

inHard: Vor allem bleibt euer Sound dadurch stets unberechenbar und ĂŒberraschend. - Ihr habt in der Vergangenheit auch schon mit As Friends Rust getourt?

Sascha: Ja, wir haben mit den Jungs zwei Shows in Folge gespielt. Das war ‘ne schöne Sache, die uns unglaublichen Spaß gemacht hat.

inHard: Was fĂŒr ein Publikum kommt eigentlich auf eure Konzerte, wenn ihr unter eigenem Namen spielt?

Sascha: Das ist ganz komisch. Am Anfang war es ein typisches Hardcore-Publikum, aber mittlerweile kommen auch Leute, die Metal  und Alternative hören. Das ist ziemlich breit gemischt.

inHard: Wie lange habt ihr insgesamt an den 12 StĂŒcken des Albums gearbeitet?

Sascha: Es gibt StĂŒcke auf der Platte, die teilweise schon 3 Jahre alt sind. Beispielsweise â€žStairway To Sickness“ und „Porcelain Eyes“.

inHard: Und welche Songs sind so ziemlich in der letzten Phase entstanden?

Sascha: „Sweet Escape In An Age Of Global Stagnancy“ und „The Greatest Of All Speeches“. Die beiden StĂŒcke haben wir praktisch erst im Studio fertig geschrieben. Vor allem bezĂŒglich des Gesangs und der MelodiefĂŒhrung.

inHard: Auf der CD ist neben der cleanen Stimme auch noch (allerdings mehr sporadisch) der Schreigesang von Shouter Markus Rappl zu hören. Habt ihr schon mal darĂŒber nachgedacht, diesen zukĂŒnftig ganz wegzulassen?

Sascha: Also, ganz wollen wir ihn auf keinen Fall weglassen. Aber es ist schon richtig, dass wir ihn noch etwas mehr zurĂŒcknehmen wollen, und das Ganze mehr in Richtung klaren Gesang geht. Ich finde, dass der Schreigesang unserer Musik doch einen sehr eigenen Touch gibt.Aber warten wir’s mal ab. Wir sind - wie bereits gesagt - fĂŒr alles offen...

Rainer Guérich