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Mit âEnd Of Infinityâ legen ROUGH SILK ihr erstes Album in ViererstĂ€rke vor. Die Platte ist sehr abwechslungsreich geworden, was nicht zuletzt daran liegt, dass sich nach dem Weggang des alten SĂ€ngers nun gleich drei Mann die Leadstimme teilen. inHard unterhielt sich mit Herbert Hartmann.
inHard: Du bist der Schlagzeuger der Band und seit neuestem - wie fast alle von euch - auch SĂ€nger. Seit dem Weggang eures alten Frontmanns teilst du dir mit Ferdy Doernberg (keys) und Nils Wunderlich (guitar) die Arbeit an den Lead-Vocals. Ihr habt das mehr oder weniger demokratisch unter euch aufgeteilt!? Herbert: Ja, das war ganz einfach sinnvoll, nachdem uns unser alter SĂ€nger Thomas Ludolphy im MĂ€rz 2002 verlassen hatte. Wir haben im Grunde genommen schon seit X-Jahren immer groĂen Wert auf die GesĂ€nge gelegt. Vor allem live haben wir immer die ganzen Chöre gesungen. Damit waren wir quasi 5 SĂ€nger, nur natĂŒrlich nicht LeadsĂ€nger. Noch vor 3 Tagen habe ich mich mit Ferdy darĂŒber unterhalten, dass es eigentlich traurig ist, dass das Publikum es heute ohne groĂes Murren akzeptiert, wenn Sachen wie Chöre, Streicher oder Keyboards vom Band kommen. Die Welt ist doch ein bisschen sehr unkritisch geworden. Das haben wir als Rough Silk nie gemacht und nie gewollt. Deshalb lag fĂŒr uns der Schritt sehr nahe, keinen weiteren SĂ€nger zu suchen, sondern die Solo-Mikroarbeit selbst unter uns zu verteilen. Zudem haben wir dadurch auch die Chance, jeden von uns die StĂŒcke interpretieren zu lassen, die ihm auch ganz bewusst liegen. So ĂŒbernimmt Ferdy zum Beispiel die etwas aggressiveren, keifigen Sachen auf dem Album; ich ĂŒbernehme eher die etwas tiefer angelegten, souligen StĂŒcke usw. Das Publikum hat diesen Schritt von uns auf unseren zahlreichen Gigs bisher auch ganz prima akzeptiert. inHard: Ein groĂer Vorteil ist aber auch, dass eure unterschiedlich angelegten Stimmen in erheblichem MaĂe dazu beitragen, dass die Platte an Abwechslung gewinnt! Herbert: Ich stimme dir da zu und nehme das gerne als Kompliment! Das ist sicherlich ein ganz wichtiger Aspekt unserer gesanglichen Umstrukturierung. Ich fĂŒr meine Person habe es schon immer geliebt, wenn Bands unterschiedliche SĂ€nger hatten. Dadurch erhalten die einzelnen Songs einfach ganz andere FĂ€rbungen und bleiben in ihrer Gesamtheit dennoch homogen. Das heiĂt, man hört bei uns trotz der unterschiedlichen GesĂ€nge, dass es sich um Rough Silk handelt. Wir haben da im Laufe der 7 Studioalben (plus einem Best Of-Album) schon einen eigenen, unverkennbaren Stil gefunden. inHard: Wie war das dann bei den Texten? Hat jeder von euch, der sie geschrieben hat, auch gleichzeitig gesungen? Herbert: Teils, teils. Ferdy ist natĂŒrlich schon seit jeher unser groĂer Texter. Ich schĂ€tze ihn sehr als Songschreiber, da er es perfekt beherrscht, Dinge nicht direkt auszudrĂŒcken, sondern mit einer Menge Ironie anzureichern. Das ist schon toll. Ich fĂŒr meinen Teil habâ auf dem Album die Texte fĂŒr âRestless Heartâ und âSet Me Freeâ geschrieben. Die stimmlichen Parts haben wir dann nach den von mir bereits erwĂ€hnten stimmlichen Timbres von uns verteilt. Bei solch einem aggressiven StĂŒck wie âThe Fiddler On The Skeleton Horseâ war eigentlich klar, dass diese Nummer auf Ferdys Gesang zugeschnitten war. Bluesige Nummern wie âMy Little Friendâ waren natĂŒrlich ganz klar mein Fall... Rainer GuĂ©rich |