Februar/März 2003

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ACROSS THE BORDER
Was Bleibt The Best of 1991-2003
Wolverine/Soulfood
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Die schlechte Nachricht zuerst! Die vorliegende Doppel-CD ist definitiv die letzte Scheibe der badischen Jungs und gleichzeitig auch ein Geschenk an ihre große Fangemeinde. Fast 12 Jahre waren Across The Border in ungezählten Cubs&Kneipen unterwegs, um ihre am Anfang doch recht ungewöhnliche Mischung aus Punk&Folk unter die Leute zu bringen. Ein musikalischer Gegensatz, der allerdings nur im ersten Moment verwirrt und sich nach den ersten Akkorden schnell in Partystimmung und gute Laune verwandelt. Nicht selten endeten die Konzerte von A.T.B. in einer riesigen Megafete. Die jetzt vorliegende Doppelscheibe featured noch einmal ihre größten Hits und lässt alte Zeiten wiederauferstehen, während Dreher Nr. 2 für die Fans sechs brandneue Songs der Punk-Folk-Institution vorstellt.
Frank Zöllner



ACT
Last Epic
Atenzia Records / Alive
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Man nehme alte Yes- bzw. Genesis-Platten und mixe sie mit Bryan Adams und Bon Jovi und heraus kommt ACT. Die Schweden schaffen es, Progressivität und Kommerzialität unter einen Hut zu bringen und dadurch verschiedene Kreise ansprechen zu können. Dazu kommt die Stimme von Herman Saming, der an den jungen Peter Gabriel erinnert. Es gibt definitiv schlechtere Vorbilder. Mal sehen, wie sich die Fünf als Vorgruppe von Saga s0 präsentieren...
Christian Kissel



ALICES GUN
Timebomb
AGun Rec./FinestNoise-Distribution
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Auf den Spuren von Nirvana wandelnd und dem Grunge der 90er huldigend, präsentieren sich Alices Gun aus dem Wendland auf "Timebomb". Obwohl ich den Jungs damit eigentlich Unrecht tue, denn ihre 12 Songs halten mehr parat als nur einfaches Abgekupfere irgendwelcher Bands. Der Dreier um die beiden Madsen-Brüder Sascha und Sebastian arbeitet sich mit "Timebomb" hörbar durch die lange Geschichte des Rock, benutzt dabei natürlich reichlich Grunge-Elemente, ist aber auch anderen Allzweck-Rhythmen durchaus zugetan. Alices Gun haben aber auch nichts gegen melodischen Schönklang einzuwenden, was in der wunderschönen Ballade "Sally" hörbar wird. Auf jeden Fall eine Entdeckung wert!
Frank Zöllner



ARENA
Contagion
Verglas / SPV
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Fleißig, fleißig, die Engländer von Arena. Innerhalb von nur 8 Jahren haben sie es auf jetzt 5 Longplayer, 1 EP und 2 Live-Alben gebracht. Auch auf dem neusten Streich überzeugen sie einmal mehr mit melodischem Prog-Rock der Spitzenklasse. Da es sich hierbei um Teil1 einer Trilogie handelt, muss das Werk insgesamt gehört werden. Anspieltipps fallen daher aus, der dringende Rat eines Kaufes sei aber allen, die auch mit Threshold, Ten, Pallas etc. etwas anfangen können, nahegelegt.
Christian Kissel



ARTENSION
New Discovery
Frontiers / Point Music
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Nichts Neues bei Artension, und das ist auch gut so. Der Fünfer setzt weiter auf Power-Metal, der auch mal progressiv angehaucht daherkommt. Da die Mitglieder allesamt noch bei anderen Gruppen (u. a. Rage, Royal Hunt, Ring Of Fire, Axel Rudi Pell) involviert sind, verwundert mich sowohl Qualität wie Quantität der Alben. 5 Punkte für eine, leider immer noch, sträflich unterbewertete Band, die hoffentlich bald mal auch auf Tour kommen darf...
Christian Kissel



BATHORY
Nordland
Black Mark/Soulfood
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Das neue Jahr fängt vielversprechend an, mit einem düster-morbiden Trip von Bathory in die dunklen und schneeverhangenen Wälder Nordlands: Dort wo Troll, der Unhold und Tomte, das Wichtelmännchen ihr Unwesen treiben. Bathory führen uns in dem ersten Teil ihres Opus "Nordland" in die windumpeitschten Fjorde Skandinaviens zur Zeit der Wikinger, von wo sie mit ihren gefürchteten Drachenbooten die Meere unsicher machten und ganz Europa vor den wilden Horden erzitterte. Also Helm auf und Schwert in die Hand und ab ins Kampfgetümmel!
Conny A. Rettler



THE BREAK
The Break
Make My Day Rec./Zomba
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Punkrock-Fans werden sich nach dieser Platte alle Finger lecken. The Break kommen aus New Jersey und haben einen ihrer größten Trümpfe in Gestalt von Frontmann John Waverka. Und dieser harmoniert mit seiner Stimme  auf das Beste mit den pfeilschnellen Punkhymnen, die die Band nicht nur in "While We Breathe" genial umsetzt.  Bei allen Songs ist der Spaßfaktor extrem hochgeschraubt, und man darf sehr davon ausgehen, dass die 5 Guys live on stage ein noch viel größeres Fass aufmachen. Selten eine so dynamische, leidenschaftliche und hörenswerte Punkrock-Platte gehört. Macht Spaß und animiert zum Mitsingen und Abhängen!
Rainer Guérich



THE CAMAROS
Right Now I Hate You
Frankie Boy Rec./Soulfood
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"Dangergirl" Jen Jones ist nicht nur die Gründerin & Frontfrau der Camaros, sondern auch Mastermind und geschmackvoller Augenfang der in New York beheimateten Rockabilly-Combo. Für die Aufnahmen zu ihrem brandneuen Album zog es die Crew in die "Heiligen Hallen" der Sun-Studios von Memphis, wo schon die ganz Großen des Show-Biz einige legendäre Scheiben aufgenommen haben. Jen und ihrer Truppe gelingt es, den Rockabilly-Sound ins neue Jahrtausend zu retten und so ganz nebenbei auch noch mit einer Mischung aus Ska, Swing und rotzigen Punk-Attitüden aufzumöbeln. Wer da nicht unwillkürlich die Lederjacke aus dem Schrank holen und die letzte Pomade aus der Packung kratzen will, um sich eine richtig geile Tolle zu machen, der ist selber schuld und wahrscheinlich schon tot!
Frank Zöllner



CELESTY
Reign Of Elements
Arise / SPV
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Etwas durchwachsen ist der Eindruck des Debüts der Finnen, welche früher noch auf den Namen Celestial hörten. Ihr stark von Helloweens "Keeper"-Alben beeinflusster Meldic-Speed ist sicherlich keine Offenbarung, aber die Spielfreude ist enorm. So frisch ist noch kein Debüt aus meinen Boxen gekommen. Wenn jetzt noch die Keyboards von Juha Mäenpää zugunsten der Gitarren zurückgefahren werden, ist noch mehr drin. Anspieltipps: das schnelle "Charge" sowie die Abschlussballade "Kindom".
Christian Kissel



CHICAGO-JAZZZ
Hip-Gun-Rock
Hip Gun Records/Alive
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Die fünf Jungs aus Dresden lassen auf ihrem Erstlingswerk mit dem bedeutungsschwangeren Titel "Hip-Gun-Rock" einen eigenständigen, fetten Sound aus den Boxen. Markant sind auch die Sampling- und Scratchattacken, für die bandintern D.Daniel und DJ Bizzz verantwortlich sind. Zwischen den fetten Crossover-Attacken, die mit wahren Gitarrensalven angefeuert werden, findet Bandshouter Al Kalony das ideale Spielfeld für seine Texte über Sex, Wut und Aggression in deutscher Sprache. Löblich ist auch, dass die Band das Geschwindigkeitstempo auf der CD sehr offen hält. Anspieltipps: "Hippie Oder Gängster" und "Pump Gun Schulhof".
Tim Beldow



DEFLESHED
Royal Straight Flesh
Regain Records
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Auch mit ihrem brandneuen Full-Length-Album demonstrieren uns die drei Schweden um Sänger&Bassist Gustaf Jorde, was man im Hohen Norden unter richtig hartem Metal versteht. Defleshed ziehen so richtig vom Leder und driften dabei nicht nur einmal in höllische Death&Blackmetal-Gefilde ab. Genauso kennen&lieben sie ihre Fans, und so haben sie sich seit 1991 mit jeder Menge Live-Gigs eine beachtliche Credibility erspielt. Live fühlen sich die Jungs auch am wohlsten. So ist es nicht verwunderlich, dass "Royal Straight Flesh" erst ihr 4. Output ist. Defleshed begrüßen das neue Jahr standesgemäß: mit einem kompromisslosen Asskick!
Conny A. Rettler



DIONYSUS
Sign of Truth
Painful Lust/Soulfood
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Mit Dionysus betritt eine deutsch-schwedische Metal-Formation die Szene. Da wäre zum einen die markante Stimme von Frontshouter Olaf Hayer zu nennen, der durch seine Zeit bei "Luca Turilli" zu einem der besten Metal-Sänger gereift ist. Und zum anderen lesen wir im Lineup den Namen Ronny Milianowicz (ex-Sinergy), der als musikalischer Kopf &Drummer wohl für die meisten der 10 dynamischen Songs verantwortlich zeichnet. Entstanden ist so ein gutes Prog-Rock-Album, das in seinen besten Phasen mit speedigen Gitarrenwänden, Bombast-Feeling und genau der richtigen Dosis an Balladen aufwarten kann!
Frank Zöllner



DREAM EVIL
Evilized
Century Media
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1 Jahr nach dem überragenden Debüt legen Dream Evil einen Nachfolger vor, der dessen Niveau halten kann. Insgesamt kann festgehalten werden, dass der Sound härter geworden ist und mehr in Richtung Metal geht, während beim Erstling stärkere Hardrock-Einflüsse auszumachen waren. Wer schon den Vorgänger mochte, wird wieder bestens bedient.  Songs wie "Break The Chains", "Evilized" und "Children Of The Night" machen richtig Spaß.
Christian Kissel



ECONOLINE
Music Is Stupid
Seriously Groovy/Alive
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Achtung Aufnahme! Klappe: Alternative-Band die 354! Uuuunnnd Action! Genau das ist es! Sechs Jungs bekommen nach ihrer hochgelobten 5-Track-Demo-Rille "Place Position" bei Seriously Groovy's Sublabel Infur einen Plattenvertrag. Ach so vorher war noch ihr Debüt "Econoline EP" bei Badmusic... fast vergessen. Kaum erschienen, werden ihre Songs gleich mit Genre-Größen wie Husker Du, Braid, Built to Spill oder Pavement in einen Hut geschmissen und die englische Kritik feiert die Jungs begeistert. Jetzt liegt ihr erstes reguläres Studioalbum "Music Is Stupid" auch in deutschen Läden und mir fällt es schwer, irgend etwas wirklich Neues in den zehn Songs zu entdecken, mal abgesehen von dem provokanten CD-Titel. Nee, nee, Econoline, da liegt ihr falsch! Musik ist nicht doof, aber zuviel von euren Songs anzuhören macht es vielleicht!
Enzo Bach



EDENBRIDGE
Aphelion
Massacre / Soulfood
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Obwohl sich bei Edenbridge der Veröffentlichungszeitraum mit ca. einem Jahr als recht kurz erweist, schaffen es die Österreicher immer noch sich zu steigern. Daher ist der vorliegende 3. Longplayer ganz klar das bisherige Highlight, und es müsste schon einiges schiefgehen, wenn nun der Durchbruch nicht geschafft würde. Musikalisch durchaus mit Nightwish vergleichbar, natürlich mit anderem Gesang, ist nach deren Pause der Weg für Edenbridge nun frei. Zumal mir Aphelion wesentlich besser gefällt als Century Child. Eine klare 5 Punkte Platte mit Tendenz nach oben...
Christian Kissel



GAELERI
A Brighter Day
Kick/Bellaphon
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Die vier Jungs von Gaeleri kommen aus Helsingborg (liegt irgendwo in Schweden) und legen mit "A Brighter Day" ihren 3. Output seit ihrer Gründung 1992 vor. Dabei haben sich Gaeleri einem Mix aus einem lockeren Pop- & Rock-Sound verschrieben, der unkompliziert und einfach gestrickt in die Gehörgänge sickert. Für meinen Geschmack vielleicht ein bisschen zu gleichförmig, was sich einem hier in den 11 Schweden-Songs darbietet. Die Themen sind zwar präzise ausgearbeitet und auch die Arrangements sind nicht langweilig, was fehlt sind allerdings Ecken und Kanten, wie ich sie von einem Rockalbum erwarte. Gaeleri versuchen, in Songs wie "Lady Luck" zwar den wilden Rocker raushängen zu lassen, allerdings gelingt ihnen der Versuch dann doch nur halbherzig...
Frank Zöllner



GIANT
Live And Acoustic / Official Bootleg
Frontiers / Point Music
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Das Gefrickel am Anfang täuscht, hier gilt es erdigen Hardrock der Spitzenklasse zu lauschen. Zwar ist der Sound recht durchwachsen  und mit "I`m A Believer" und "Chained" gibt es 2 Überschneidungen, aber das kann die 5 Punkte nicht verhindern. Von solcher zeitloser Musik kann es nicht genug geben. Songs wie "I`ll See You In My Dreams" und "Thunder and Lighting" (vom 92`er "Time To Burn"-Album) sind einfach Klassiker, die immer wieder gerne gehört werden...
Christian Kissel



PAUL GILBERT
Burning Organ
Mascot Records/Zomba
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Der in Las Vegas lebende Komponist, Sänger & Rock-Gitarrist ist nicht nur ein begnadeter Saitenzauberer, sondern auch ein versierter Sammler aller möglichen Gitarren. In seinem Studio hängen mehr als 100 Saiteninstrumente der untschiedlichsten Fabrikate, die auch immer mal wieder auf seinen Produktionen zum Einsatz kommen. So auch auf dem neuesten Dreher "Burning Organ", auf dem Paul in insgesamt 13 Tracks alle Register der saitenverzierten Rockkunst zieht. Dabei gehen dem Fingervirtuosen neben knallharten Rock, Slow-Mo-Nummern und Balladen auch mal klassisch inspirierte Akustik-Phasen locker von der Hand und machen "Burning Organ" zu einer Rockscheibe der etwas anderen Art.
David Comtesse



THE HAUNTED
One Kill Wonder
Earache Records / SPV
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"In der Kürze liegt die Würze" wissen auch die Schweden von The Haunted und legen deshalb furios los. In nur 38 Minuten läuft der silberne Rundling durch und macht keine Gefangenen. Schädelspalter der Marke "Godpuppet", "Demon Eyes" und "Bloodletting" werden alle Thrashies zum wilden Stagediven animieren, daher sind 5 Punkte nicht zuviel für dieses Prachtstück.
Christian Kissel



HELLION
Will Not Go Quietly
Massacre / Soulfood
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Abgesehen von Live-Alben mit altem Material war von Ann Boleyn und ihrer Band Hellion lange nichts mehr zu hören. Ein Umstand, dem glücklicherweise nun Abhilfe geschaffen wird. Denn der neue Longplayer schafft den schwierigen Spagat Old-School-Metal mit Modernität zu verbinden. Deshalb der dringende Rat, in Songs wie "Will Not Go Quietly" "Resurection", "Dream Deceiver" und "See You in Hell" reinzuhören. Eine gute Leistung, die mit 4 Punkten belohnt wird.
Christian Kissel



Hoggboy
Or 8?
Setana
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Hoggboy? Das sind Hogg, Hugh, Bailey und Richy, vier Jungs aus Sheffield, die mit "Or 8?" ihr Debütalbum vorlegen. Und gleich mit dem Opener "Left&Right" wird klar, hier sind ausgewiesene Fans einer harten, ungeschönten Rock-Mucke am Werke. Denn Hoggboy lassen wirklich nichts anbrennen und ziehen ihre Ideen aus dem unerschöpflichen Fundus zwischen Punk, Rock und Noise. Ungeschminkt, dreckig, ehrlich und immer mit einer Prise Sex angereichert, sind ihre Songs eigentlich genau der richtige Stoff für die nächste Bottle-Fete, bei der man dann vielleicht doch das eine oder andere weibliche Wesen flachlegen kann.
Frank Zöllner



JELLY PLANET
Food
Pirate/Sony
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Rhythmische Vielfalt, alternative Eigensinnigkeit, psychedelisch geprägte Gitarrenriffs und tief im Fundus der Rockgeschichte herumstochernd! Alles Aussagen, diemir beim ersten Reinhören in die Debütrille der vier Dortmunder durch den Kopf gehen. Die zwölf Space-Rock-Songs entstanden nach einer ausgedehnten Tour durch Europa, Japan und die USA, die Jelly Planet zusammen mit Musikern wie Michel Kaoli und Damo Suzuki von CAN bestritten. Alles in allem eine Zusammenstellung, die auf neue Klangerfahrungen neugierig macht und die krachend-scharfe Beats mit flächigen Soundteppichen fusioniert!
Frank Zöllner



JUDAS PRIEST
Live In London
Steamhammer / SPV
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Mit "Blood Stained", "One On One", "Feed On Me", "Burn In Hell" und "Hell Is Home" gibt es gerade mal 5 (von insgesamt 25) Songs von den zurecht stark kritisierten beiden letzten Alben. Der Rest besteht aus erwarteten Klassikern wie dem Opener "Metal Gods", "Victim Of Changes", "The Ripper", "Breaking The Law" und "Painkiller" sowie seltener gespielten Songs wie "Turbo Lover" oder "Desert Plains" Insgesamt recht gut also, aber da die meisten Lieder schon in Liveversionen vorliegen (zum 98`er Livealbum gibt es 17(!!!) Überschneidungen) nicht wirklich nötig. Daher nur magere 3 Punkte und die Frage, ob sich die Priester nur noch mit Live-Alben über die Runden retten können...?
Christian Kissel



JUDAS PRIEST
Living After Midnight-Best Of
Colimbia/Sony
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Eine ziemlich überflüssige Best Of-Kopplung von Judas Priest in der alten Beestzung mit Rob Halford. Immerhin sind alle 18 Tracks digital überarbeitet und das Booklet macht auch etwas daher. Wer die Musik von Judas Priest noch nicht kennt, dürfte an Klassikern wie "Painkiller", "Breaking The Law" und "Freewheel Burning" seine Freude haben. Ansonsten wird sich wohl kaum ein Priest-Fan zum Kauf dieser CD bewegen lassen.
Tim Beldow



KANSAS
Device Voice Drum
SPV
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Ein feines Schmankerl ist die Doppel-Live-CD der alten Haudegen Kansas. Diese Band hat, obwohl sie nie den ganz großen Durchbruch erreicht hat, mit Klassikern wie "Dust In The Wind", "Song For America" und "Point Of  No Return" Rockgeschichte geschrieben. Daneben sind auch neuere Songs vertreten, womit ein guter Querschnitt durch das lange Schaffen der Band gegeben ist. Dass die Band bei Auftritten ihre stärksten Momente hat, ist auch kein großes Geheimnis, weshalb ich hier die verdiente Höchstnote zücke.
Christian Kissel



LACRIMOSA
Echos
Hall Of Sermon/eastwest
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Mit "Echos" legen Tilo Wolff und Anne Nurmi ein außergewöhnliches Album in gewohnt guter Lacrimosa-Qualität vor, das alle Stärken der bisherigen Bandhistorie vereint, aber auch in die Zukunft zeigt. Die 13 minütige, klassische Ouvertüre zu Beginn der CD ist mit ihrer hinreizenden Intensität bestens dazu geeignet, den Hörer in die Gefühlswelten Lacrimosas einsteigen zu lassen. Das Werk ist in die drei aufeinander aufbauenden Themenbereiche "Suche", "Hingabe" und "Bittruf" unterteilt, wobei "Malina", der zweite Part des "Bittrufs", besondere Erwähnung verdient. Hier trifft klassischer Spinett-Sound auf modernes Looping, was in dieser Form von Lacrimosa noch nicht zu hören war. Für Fans ist der Kauf dieses Longplayers ohnehin obligatorisch!
Bernd Oppau



MASTERPLAN
Masterplan
Painful Lust / Soulfood
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Nach dem Rauswurf bei Helloween melden sich Uli Kusch und Roland Grapow mit Masterplan in der Musikwelt zurück. Überraschend wenig hört sich hier nach der vergangenen Zeit bei den Kürbisköpfen an, obwohl diese Fanschicht natürlich trotzdem bestens bedient wird. Melodischer Power-Metal in abwechslungsreicher Form mit einem sehr guten (aber leider nicht ganz so überragenden) Jorn Lande.
Christian Kissel



MIAMI GOLEM
Support Your Local Blues Band
Swell Creek Records
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Was mir als Minuspunkt der Debütrille von Miami Golem sofort ins Auge sticht, ist die verdammt kurze Spielzeit von gerade mal 24min. Die saftig-bratzelnden Noise-Gitarren von Jens Güttel aka Prof. Futura haben sich mir nämlich vom ersten Akkord an in die Gehörgänge gefressen, und dass der energiereiche Nu-Metal-Mix schon nach so kurzer Zeit vorbei ist, hat mich dann doch deprimiert... Ansonsten ist das Teil der vier Spaßprügler in jeder Beziehung die volle Dröhnung und wirkt wie ein wohltuender Keulenschlag in den Nacken. Hier wird also fröhliches Musizieren groß geschrieben. Roh behauene Songs kämpfen an gegen konturlose Einheitsgesichter und gestreamten Massen-Appeal! Weiter so!
Frank Zöllner



MORTAL LOVE
All The Beauty...
Massacre/Soulfood
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Die norwegische Formation Mortal Love schippert seit Frühjahr 2000 irgendwo in den Untiefen zwischen Gothic&Metal und hat als attraktive Galionsfigur die Sängerin Cat an Bord. Geschickt wechselt versponnenes Balladenfutter mit harten Rockelementen und speedigen Gitarrenfahrten und verwandelt die Scheibe so in ein abwechslungsreiches Klangkaleidoskop. Ohne Probleme vermischen Mortal Love genreübliche Ingredienzien mit weichem, fast orchestralem Sound zu einer ungeheuer dichten und spannenden Rockscheibe!
Frank Zöllner



MURPHY'S LAW
The Party's Over
The Age Of Venus Records
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Murphy's Law schlagen ein neues Kapitel der Punkgeschichte am Big Apple auf und servieren uns 15 ultraschnelle Punknummern. Da wird vom ersten Track gehämmert, gerifft, ins Mikro gebrüllt und gerockt, bis der Verstärker den Geist aufgibt. Immer noch machen die Jungs ihr Ding in den unzähligen Szene-Clubs von New York, spielen auf kleinen Bühnen, wo der Funke sofort ins Publikum überspringt und verschwitzte Körper abmoshen und wilden Pogo tanzen. Wer genug hat von angepasstem Mainstream-Punk, der kann bei Murphy's Law mal wieder richtig auftanken!
Enzo Bach



NUNCHUKKA SUPERFLY
There Are No Accidents...
Lunasound/Bellaphon
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Auf eine energiereiche Noise-Reise zu den Wurzeln des Psychedelic-Rock nehmen uns die Spaßprügler aus Down Under mit und schicken mit "There Are No Accidents" ihr 2. Pferd ins Rennen. Wohlweislich verzichtet der Rezensent auf irgendwelche Querverweise zu anderen Bands, denn bei Nunchukka Superfly scheint dies absolut unmöglich. Genauso abgedreht wie ihr Bandname, so ist der Sound von Black "Blackie" Flag & Co.: ein ständiger Wechsel zwischen Rock, Psychedelic, Experimentalphasen, Funk und Elektro. Phantastische Gitarrenarbeit, harte Melodiebögen und der Mut zur Andersartigkeit machen das neueste Werk der Australier zum knochenharten Killeralbum mit Kraftrock-Gebolze und merkwürdigen Klangkollagen!
David Comtesse



PUFFBALL
Leave Them All Behind
Burning Heart
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Selten war das Cover einer CD und ihr Titel treffender als bei der schwedischen Rock-Combo, denn wo kann man sich einen speedigen Rock'n'Roll besser vorstellen als bei einem halsbrecherischen Drag-Race? Puffball lassen mit ihrer neuen Powerrille wirklich "alle hinter sich". Heißer und unverwässerter Hardrock in bester Tradition steht auf dem Spielplan. Dabei verzichten Puffball zur Gänze auf wildes Mikro-Gegrunze, spielen den "wilden Mann" lieber mit erstklassigen Riff-Attacken, schwindelerregender Drumarbeit und einem guten Gespür für geilen Rock.
David Comtesse



SEVENTH AVENUE
Between The Worlds
Massacre / Soulfood
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Massacre machen den Anfang und versuchen durch eine "Newcomer Price"-Kampagne gerade diesen Bands zu einem besseren Start zu verhelfen. Eine sehr gute Idee, die hoffentlich viele Nachahmer finden wird. Zwar sind die hier vorliegenden Seventh Avenue nicht mehr gerade die Newcomer ( 3 Longplayer und 1 EP lagen schon vor), doch in Deutschland sind sie noch nahezu unbekannt. Abgesehen von dem Survivor-Cover "Burning Heart", dem schwächsten Song der CD, liegt die Laufzeit der restlichen Titel zwischen 4:30 und knapp 9 Minuten. Musikalisch gibt es ganz guten Power Metal. Angenehm ist Sänger Herbie Langhans, der nicht versucht, in hohen Gefilden zu piepsen, sondern in mittleren Tonlagen bleibt.
Christian Kissel


SHADOWS FALL
The Art Of Balance
Massacre / Soulfood
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Schon vor 3 Jahren konnten mich die Amis nicht überzeugen, geschweige denn begeistern. Ihre Mischung aus Thrash und Hardcore (Musik) sowie Death-Metal (Gesang) geht mir nun gar nicht rein. Da macht es wirklich keinen Spaß, sich das Ganze öfters anzuhören, zumal kein Höhepunkt auszumachen ist. Mutige sollen es mit dem Pink Floyd-Cover von "Welcome To The Machine" (Gotteslästerung ?) mal probieren, ich gebe die Empfehlung, dass ihr euer Geld anderweitig investiert.
Christian Kissel
 


SINCH
Sinch
Roadrunner
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Sinch aus Pennsylvania sind ein Neuzugang in der Alternative-Rock & Nu-Metal-Szene. Leadsänger Jamie&Co haben schon gut acht Jahre lang im Underground geackert und sich die doch so wichtige Street-Credibility erspielt. Jetzt liegt ihr selbstbetiteltes Debutalbum vor und ehrlich gesagt gefallen mir die elf Songs vom ersten Akkord an. Sinch legen ein klares Konzept vor, verzichten dabei auf jede Art von schmückendem Beiwerk und konzentrieren sich ganz auf die Kraft heißer Rock-Attacken. Dass sie dabei Gitarrenriffs, Drumfahrten und natürlich herrlich wilde Vocals zum Einsatz bringen, will ich nur am Rande erwähnen. "Sinch" ist ein erstklassiger Beweis für unbändige Kreativität und hoffentlich eine große Karriere!
David Comtesse


SKUNK ALLSTARS
Bleeding Hearts And Smiling Faces
Wolverine/Soulfood
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Also eins vorweg! Die Skunk Allstars kommen nicht etwa aus Jamaica, wie man nach den ersten Akkorden meinen könnte, sondern aus dem guten alten Köln am Rhein! Von hier aus laden sie auf ihrer brandneuen Scheibe zu einem Stilmix der Sonderklasse ein. Nicht nur, dass den Jungs gefällige Reggae-Rhythmen locker von der Hand gehen und Frontshouter Frank wie ein jamaikanischer Toaster die Sache auf den Punkt bringt, nein ihnen gelingt auch eine geil-abgedrehte Fusion zwischen Rap, Ska, Reggae, Punk und Nu-Metal. Absolut verrückt und aufregend, so dass man sich tatsächlich nach jedem Song fragt, was denn nun als nächstes kommen mag. Ein überaus abwechslungsreiches Album also, das garantiert nicht nur eingefleischten Rasta-Männern (und Frauen natürlich) gefallen dürfte. Reinhören!
Frank Zöllner



SMOKE BLOW
German Angst
Nois-O-Lution/Indigo
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Der vierte Output der Kieler Sound-Perunzen um Jack Letten steht in seiner musikalischen Härte  und Aggressivität den einschlägigen Vorgängern in Nichts nach. Allerdings klingen Smoke Blow diesmal in vielen Passagen der Platte "verspielter" und detailverliebter. Ein Umstand, der ihre neue Scheibe in keinster Weise verwässert und die Jungs zu Weicheiern abstempelt, im Gegenteil. Selten ist mir eine Smoke Blow-Rille so beigegangen wie "German Angst" (übrigens auch ein absolut geiler Titel für ein Album). Zwischen den Tracks bleibt kaum Zeit zum Verschnaufen, denn die nervös kreischenden Gitarren laden ein ums andere Mal zum nächsten Abmoshen ein.  Die pumpenden Drums hämmern dir ihre unmissverständliche Noise-Botschaft in die Birne, ob du willst oder nicht. Geht voll ab das Teil! Anspieltipps: "Sick Kid '85", "Circle Of Fear", "Alligator Rodeo" und "Bulldozed".
Frank Zöllner


SWING-A-BILLY CHARTBUSTERS
V.A.
Frankie Boy Records/Soulfood
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Nachdem die Reihe "Punk Chartbusters" des Düsseldorfer Labels Wolverine Records zu den erfolgreichsten Compis im Bereich Punkrock gehört, fällt nun auf der Subdivision Frankie Boy Records der Startschuss für das adäquate Swing- & Rockabilly-Pendant... Die Idee ist einfach genial: 22 Bands knöpfen sich bekannte Charterfolge vergangener Tage aus den Bereichen Pop, Rock und Punk vor und injizieren diesen eine Menge Swing-, Alternative- und Rockabilly-Charme. Das Ergebnis sorgt nicht nur für unendliches Fußwippen, sondern auch für ungewohnte Aha-Effekte. Golden Earring's "Radar Love" kommt in der Version von THE LEAGUE OF DECENCY ungewohnt bläserverziert und rhythmisch strukturiert daher. "Welcome To The Pleasuredome" (Frankie Goes To Hollywood) versprüht in der Bearbeitung von VELVETONE fast schon psychedelisches Flair, und  "Psycho Killer" (Talking Heads), intoniert von THE DINO MARTINIS, swingt mit Mundharmonika, Hammond und charmantem weiblichen Gesang wohlig aus den Boxen. Hier ist kein Platz für Fehlschüsse, das zeigt auch der Blick aufs Line-Up: LOS FABULOUS BILL BILLYS, THE BRICATS, THE SENT-MENNTALS, PEACE BROTHERS, THE QUAKES, DUSTY GRAY & HIS ROUGH RIDIN' RAMBLERS ... Klasse!
Rainer Guérich


STRAPPING YOUNG LAD
SYL
Century Media
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Vor einigen Jahren verglich das amerikanische "Revolver Magazine" die Musik von Strapping Young Lad mit "einem Schlag von Muhammed Ali". Ein Vergleich, der auch noch Jahre später seine Gültigkeit hat und die kompromisslose Härte von Devon Townsend und seiner Crew widerspiegelt. Mit der neuen, selbstbetitelten Scheibe setzen Strapping Young Lad zum Rundumschlag auf die Trommelfelle an. Sie inhalieren in den 10 Songs fast jeden Metalstil zwischen Hardrock und Deathmetal. Da wird gefightet, ins Mikro gebrüllt, die Gitarrensaiten malträtiert, auf die Drumfelle wie wild eingeschlagen und die Verstärker bis zum Anschlag hochgefahren. Aber trotz aller Härte und diabolischer Grundstimmung, trotz rotzig-frecher und bös-durchtriebener Texte darf man eines nicht vergessen: Strapping Young Lad machen immer noch verdammt guten und straighten Rock, und darum geht es doch, oder?
David Comtesse
 


UNRULY CHILD
UC III
Frontiers / Point Music
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Wäre nicht Philip Bardowell als Sänger angegeben, ich hätte sofort auf Lou Gramm getippt. Die Stimme ist mit der des "Foreigner"- Sängers fast identisch. Auch musikalisch bewegt sich das Trio in ähnlichen Gefilden, also melodischer Rock. In den 80iger Jahren hätte sich damit ein Millionengeschäft machen lassen, heutzutage dürfte sich nur noch eine kleine Minderheit darüber freuen. Trotzdem eine gute Arbeit und die Hoffnung, dass irgendwann wieder solche Musik im Radio läuft...
Christian Kissel



URBAN TALE
Sign Of Times
Frontiers / Point Music
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Was der finnische Fünfer hier vom Stapel lässt, ist sogar mir zu flach und weichgespült. Der Begriff "melodischer Rock" sollte in "belangloser Pop" umgetauscht werden. Wer auf Bands wie Toto oder Survivor (deren Klasse allerdings nie erreicht wird) steht, sollte eine Hörprobe mal riskieren, ich persönlich ziehe in diesem Genre derzeit Unruly Child und Giant eindeutig vor.
Christian Kissel

 


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