März/April 2004

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AINA
Days of Rising Doom
Transmission
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Da ist Ex-Heavens Gate Mastermind Sascha Paeth aber echt in die Vollen gegangen. Schickt er doch mit seiner Metaloper „Days Of Rising Doom“ einen super edel aufgemachten, dicken Digipack in Buchoptik mit 2 CDs plus DVD ins Rennen. Für die aufwendige Story und das Konzept des Albums zeichnete Amanda Somerville (siehe Interview) verantwortlich. Ja, sogar eine eigene Sprache („Ainae“) hat Amanda für die textliche Umsetzung der Geschichten über das Volk von Aina entwickelt. Der musikalische Soundfloor wurde sehr opulent umgesetzt, wobei an manchen Stellen vielleicht etwas weniger mehr gewesen wäre , aber dennoch dürften die Fans dieses Genre voll auf ihre Kosten kommen. Nicht zuletzt wegen des erlesenen Line-Ups der beteiligten Gastmusiker, die in die unterschiedlichen Rollen schlüpfen, u.a. Tobias Sammet, Glenn Hughes, Derek Sherinian, Candice Night und Erik Norlander. Also beruhigt zugreifen! So ein Album bekommt man auch nicht alle Tage auf dem Gabentisch serviert!
David Comtesse


Anata
Under A Stone With No Inscription
Wicked World
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Meine Fresse, unter welchem Stein sind denn die hervorgekrochen? Die Rede ist von Anata, der Vorzeige-Death Metal Band aus den Staaten und ihrer brandneuen Höllenrille „Under A Stone With No Inscription“. Wer bei Bands wie Cryptopsy, Theory in Practice oder Extol wie verrückt anfängt abzumoshen, der steht bei den zehn Powergranaten von Anata kurz vor einem HWS-Trauma. Die Jungs sind wirklich ultra brutal und lassen aber auch gar nichts anbrennen. Da werden die Gitarrensaiten malträtiert und die Drumfelle bearbeitet, bis der Notarzt kommt. Nix für Weicheier!
Frank Zöllner


Anthenora
The Last Command
Locomotive / Alive
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Grundsolider Bangerstoff der traditionellen Art ist bei den Italienern das Maß der Dinge. Die 10 Songs pendeln grob zwischen Priest, Maiden, Exciter, Accept und Running Wild. Herausragend dabei ist das über 13 Minuten lange „The Fortress“. So soll te Metal sein, um 5 Punkte zu bekommen.
Christian Kissel


Anvil
Back To Basics
Massacre / Soulfood
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Leider „nur“ gut (sprich 4 Punkte) ist mir die neue Anvil wert, denn einige der Songs zünden einfach nicht in der gewohnten Art und Weise. Über allem steht wieder einmal das Drumming von Robb Reiner, das einige Schlagzeuger zum Aufgeben bewegen dürfte. Ich rate zum Sichern der Erstauflage, welcher eine DVD mit der Wacken-Show von 1998 beiliegt.
Christian Kissel


Atrocity
Atlantis
Napalm / SPV
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Da scheint wohl jemand wieder an seine alten Fans zu denken, oder? So heavy waren die Schwaben jedenfalls seit „Willenskraft“ (1996) nicht mehr. Die dazwischen erschienenen Alben „Werk 80“ und „Gemini“ (die „Best Of“ mal außen vor gelassen) waren für die Fans der ersten Stunde ein Offenbarungseid der schrecklichen Sorte. Doch hier stimmt die Mischung aus Atmosphäre, Härte und Melodie wieder und könnte den Kreis schließen zwischen den alten und den letzten Alben und der Band etliches an Fans (zurück)bringen. Großartig!
Peter Hanf


Attraction 65
Attraction 65
Atenzia Records/Alive
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Man merkt sofort, das hinter diesem Fünfer gestandene Musiker stehen. Attraction 65 haben mit Frontmann Gregg Fulkerson einen wunderbaren Sänger, dessen soulig-timbrierte Stimme sowohl bei vorwärtstreibenden Rock („Believe“) als auch bei langsamen Tempo prächtig funktioniert. Zudem hält der Silberling echte Ohrwürmer bereit, wie beispielsweise „Roll On“ und „In Another Life“. Was für ein großartiges Shouting! Melodicrock-Fans werden an dieser CD ihre Freude haben. Großes Rock-Kino, klasse musikalische Ausleuchtung!
Rainer Guérich


Axel Rudi Pell
Kings & Queens
Steamhammer / SPV
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Wieder mal ein Meisterwerk, welches der Gitarrist hier mit seiner Band abliefert. Die 9 Songs (plus Intro) legen die Messlatte im Bereich melodiöser Hardrockmusik ein gutes Stück nach oben. Wer Stücke wie „Flyin High“ (schneller Opener) oder den Mittelteil mit „Strong As A Rock“, „Forever Abgel“, „Legions Of Hell“ und „Only The Strong Will Survive“ gehört hat, ist süchtig nach dieser Scheibe. Da auch der Rest nicht nach unten abweicht, ist hier eine Höchstnote fällig.
Christian Kissel


Axxis
Time Machine
AFM Records/Soulfood
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Die Jungs um Sänger Bernhard Weiß legen eine gute Platte vor. Ohne auch nur einen Zentimeter von ihrem Rock-Territorium abzugeben, schafft es die Band, ihren kraftvollen Heavyrock mit gelegentlichen Abstechern in gefällige Pop&Balladen-Gefilde aufzulockern und so auch für die Charts kompatibel zu machen.
Frank Zöllner


Bayside
Sirens And Condolences
Victory Records
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Rund um ihre Heimatstadt Bayside/NY haben sich Anthony, Andrew, Jack und Jim seit ihrer Gründung im Jahre 2000 bei unzähligen Skate&Surf-Festivals einen guten Ruf als coole Alternative-Crossover-Band erspielt. Auch als Support für Taking Back Sunday, Dashbound Confessional und Andrew WK konnte der Neuzugang in der Rockliga schon einige Credits für sich verbuchen. Jetzt steht mit „Sirens And Condolences“ ihr brandneuer Dreher in deutschen Läden in den Regalen. Wer den Sound von Alkaline, Brand New oder The Smiths mag, wird sich bei Bayside und ihren harten Gitarrenlicks verdammt wohl fühlen.
Frank Zöllner


Beseech
Drama
Napalm Records / SPV
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Mit „Drama“ liegt nun schon das 4. Album der Schweden vor, wobei mir allerdings nur der Vorgänger „Souls Highway“ bekannt ist. Dessen hohes Niveau wird sogar noch übertroffen und könnte die Band richtig groß werden lassen. Für die nicht wenigen Fans von Bands wie Within Temptation, (alten) Theatre Of Tragedy oder auch After Forever ist Reinhören Pflicht. Weniger als 5 Punkte für diese reife Leistung wären denn auch ein Frevel.
Christian Kissel


Bitume
Punkrock Motorcity
Vitaminepillen Records/Rough Trade
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Eine hochamtliche Punkrock-Scheibe der Oldenburger, die im vergangenen Jahr permanent on Tour waren, u.a. auch mit Helden wie den Nitrominds und der Terrorgruppe (auf der Hardcore Punkrock Rodeo Tour 2003). „Punkrock Motorcity“ ist das bereits zweite Album von Bitume und begeistert vor allem durch die starken deutschen Texte (im Booklet abgedruckt) und den rauhen, ungeschliffenen Sound mit Live-Charisma. Sehr genial sind Stücke wie „Fernsehsesseldemonstrant“, „Zeitzeichen“ und „Hund“. Bitume sind einige der wenigen deutschen Punkrock-Bands, die noch eine echte Message mitzuteilen haben und Denkimpulse geben. Und das ist verdammt wichtig in Motorcity!
Rainer Guérich


The Black League
Man’s Ruin Revisited
Spinefarm
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Wenn es stimmt, dass die dritte Scheibe über Topp oder Flopp einer Karriere entscheidet, sieht es gut für die Finnen um Ex-Sentenced–Röhre Taneli Jarva aus. An das Debüt anknüpfend gibt es hier einen Mix aus Motörhead, Danzig sowie Taneli`s Ex-Band zu hören. Als Anspieltipp gebe ich „Ain`t No Friend Of Mine“, der in Rock-Discos zum Hit werden könnte. Wenn ihr nicht wollt, dass es mit der Band so endet wie auf dem Cover, wisst ihr, was zu tun ist...
Christian Kissel


Bowes & Morley
Mo‘s Barbeque
Frontiers/Soulfood
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Die beiden Ex-Thunder Leader Luke Morley und Danny Bowes legen mit „Mo‘s Barbeque“ ihre zweite Soloscheibe vor. Geboten wird standesgemäß eine groovige Mischung aus Rock, Pop und Blues. Die Beiden setzen auf eine überaus gekonnte Mixtur aus Eigenkompositionen und erstklassig in Szene gesetzter Covers. So ensteht eine überaus abwechslungsreiche Scheibe, die zwischen lebensfrohen R&B-Fetzern, klagenden Bluesnummern, rockigen Gitarrenlicks und jeder Menge gängiger Popkost wechselt. Die Signale stehen auf Grün, die Charts rufen, denn diese Mischung geht gleichermaßen in Beine und Ohren.
Frank Zöllner


The Bullocks
Ready, Steady, Cash!
Wolverine/Soulfood
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Da können sich die ganzen Punkrock-Möchtegernkappellen aber eine ganz dicke Scheibe von abschneiden. The Bullocks haben mit dem neuen Gitarristen Luki eine rotzig-laute Old School-Punk-Scheibe eingespielt, die beim Hördurchlauf von Anfang an Spaß macht. „Economia“, „Yeah Yeah“ und „Hold Me“ gehen schön nach vorne, während bei dem balladesken „Good Boy“ mal kurz Luft holen angesagt ist. Genial!
Bernd Oppau


Cans
Beyond The Gates
Noise / Soulfood
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Was für eine postive Überraschung ist das erste Soloalbum des Hammerfall-Sängers geworden. Die Songs sind härter und auch etwas düsterer als bei seiner Hauptband, was aber sehr gut zu seiner Stimme passt. Natürlich stimmt auch die Begleitband und Namen wie Mat Sinner, Mark Zonder, Stefan Elmgren und Metal Mike Chlasciak sollten jedem ein Begriff sein. Anspieltipps sind „Fields Of Yesterday“, „Red Light“ der Titeltrack und „Dreams“. Wären Hammerfall noch mal so gut...
Peter Hanf


Dargaard
Rise And Fall
Napalm / SPV
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Sie steigern sich kontinuierlich, die Dark Waver von Dargaard. Auch auf Album Nr. 4 gibt es atmosphärische, düstere Melodien vom Fass, gepaart mit der einmaligen Stimme von Elisabeth Toriser. Die Arrangements sind noch besser als auf dem schon tollen Vorgänger, so dass ihier die Höchstnote fällig ist. Kraftfutter für alle Düsterheimer!
Peter Hanf


Dark Moor
Dark Moor
Arise / Point Music
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Eine kleine Enttäuschung ist das neueste Werk der Spanier von Dark Moor. Nach der letzten Platte „Between Light And Darkness“ haben sich nämlich 3 Mitglieder, darunter Sängerin Elisa C. Martin, verabschiedet. Der neue Sänger, Alfred Romero, ist objektiv gesehen auch gar nicht mal so schlecht, trotzdem haben Dark Moor das Spezielle, das sie von unzähligen Bands abhob, verloren. Wem das hier zu negativ klingt, der sei beruhigt, die Platte bekommt trotzdem 4 Punkte (weil gut), aber früher gab es halt einen mehr. Bin mal gespannt, ob und wenn wann sich die drei anderen zurückmelden. Bis dann wird sich „Dark Moor“ weiter in meinem CD-Player drehen...
Christian Kissel


Dionysus
Anima Mundi
AFM Records/Soulfood
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Die 5 Schweden um Frontshouter&Mastermind Olaf Hayer legen mit „Anima Mundi“ ihr neues Metal-Opus vor und erfreuen ihre Fans mit einer Mischung aus gelungener Melodic-Rock-Mucke und einem mächtigen Hieb auf die Ohren. Die charismatische Vocalarbeit von Mikromann Olaf steht klar im Vordergrund. Ein gitarren-betontes Rock-Statement, das ohne Probleme beinharte Passagen mit den Tugenden des Melodic-Core verbindet.
Frank Zöllner


Disco Doom
Binary Stars
RecRec/Finest Noise
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Die 2. Einspielung von Disco Doom um die beiden Gründungsmitglieder Gabriele De Mario (voc./guitar) und Anita Rufer (guit./voc.). Was das Trio hier auf knapp 36min abliefert, ist eigentlich nicht von sprühender Kreativität geprägt, vielmehr greifen Disco Doom auf eine wohlbekannte Mischung aus Alternative-Sound mit reichlich schrägen Gitarrenriffs, Lofi-Attacken und gelegentlichen College-Rhythmen zurück. Alles Kalter Kaffee!
Frank Zöllner


Dover
The Flame
EMI
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Spaniens führende Rock‘n‘ Roll Kapelle war mal wieder im Studio und fröhnt auf ihrer neuesten Scheibe ganz dem schnellen und heißen Zweieinhalbminuten- Song. Längst haben Dover ihren Underground-Status abgelegt, die Ländergrenzen übersprungen und feiern bis ins ferne Mexiko Triumphe, sind aber ihrem rauhen und ehrlichen Rock‘n‘Roll-Sound immer treu geblieben.
Frank Zöllner


Dreammaker
Human Device
Arise Records
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Fast zeitgleich mit ihrer vorherigen Band legen die 3 abtrünnigen Ex-Dark Moorer mit ihrer neuen Band los. Wer sich beide Scheiben anhört, muss sich nach dem Grund der Trennung fragen, denn die Songs könnten auch auf der jeweils anderen Platte stehen. Daher etwas schade, dass es nun anstatt einer sehr guten „nur“ 2 gute gibt. Angesichts der Veröffentlichungsflut könnte sich dies für beide Bands als schädlich erweisen...
Christian Kissel


The Duskfall
Source
Black Lotus /Soulfood
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Das Zweitwerk der Schweden um die beiden Ex-Gates Of Ishtar-Members Mikael Sandorf und Oskar Karlsson stellt ein starkes Stücken Melodic-Tod dar. Auf die 33 Minuten verteilt sich ein Misch aus (alten) In Flames, Entombed (zu Ihrer Death’n’Roll-Zeit), traditonellem Schweden-Tod und modernem Thrash à la The Haunted. Ein cooles Teil, an dem auch moderatere Metaller Gefallen finden dürften.
Jörg Eifel


Dyecrest
The Way Of Pain
Noise / Soulfood
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Die 3 Gewinner der „Young-Metal-Gods“-Reihe von Noise erhielten alle einen Plattenvertrag. Mit „The Way Of Pain“ liegt nun die erste Veröffentlichung einer Band dieser Reihe vor. Die 6 Finnen widmen sich dem Power-Metal, haben aber auch Einflüsse aus dem traditionellen Heavy Metal. Eine düstere und härtere Version von Helloween könnte als Vergleich passen. Ein gutes Teil, das durchaus Appetit auf die noch folgenden 2 Alben der anderen Gewinnerbands macht.
Peter Hanf


Electric Eel Shock
Go America
Chiller Lounge/Soulfood
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Wenn die japanischen Elektro-Punkrocker nicht auf Tour sind, fehlt den Jungs irgendwas. Nur so ist zu erklären, dass Electric Eel Shock (EES) in den letzten vier Jahren sage und schreibe 120.000 Tour-Kilometer absolviert haben. Dabei haben sie im letzten Jahr als Support für Sepultura bei fünf Gigs auch in Germany vorbeigeschaut und den Fans ihre harten und wilden Gitarrenlicks um die Ohren gehauen. Kaum zu glauben, dass EES bei soviel Touren überhaupt noch Zeit fanden, mal nen Dreher einzuspielen. Aber das Wunder ist passiert: „Go America“ ist nicht nur die brandneue Scheibe der Japan-Combo, sondern kündigt mit ihrem Titel auch die kurz bevorstehende US-Tour an, bei der EES den amerikanischen Fans das Fürchten lehren wollen! Die größte japanische Herausforderung seit dem Anriff von Godzilla.
Frank Zöllner


Flowing Tears
Razorbliss
Century Media
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Nachdem die Tränen über den Verlust von Sängerin Stefanie Duchêne getrocknet sind, liegt nun das erste Werk mit Nachfolgerin Helen Vogt auf meinem Schreibtisch. Ein Vergleich erübrigt sich, denn ich würde sie als „anders, aber gut“ einstufen. Wie schon auf dem Vorgänger „Serpentine“ ist das Material sehr rockig ausgerichtet; mir persönlich fehlt etwas das melancholische Flair, das die Erstlinge ausgezeichnet hat. Trotzdem ist der sympathischen Band wieder ein sehr gutes Album gelungen.
Christian Kissel


Franz Ferdinand
Take Me Out
Domino/Zomba
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Seit im Herbst vergangenen Jahres die Newcomer Franz Ferdinand (was für ein Name) ihre erste Single „Darts Of Pleasure“ veröffentlichten, wartet eigentlich die gesamte Rockgemeinde auf den Longplayer der Jungs von der Insel. Der NME schrieb in seiner Januar-Ausgabe sogar, dass diese Band „dein Leben verändern kann“. Na mal sehen, was Franz Ferdinand auf der heiß ersehnten Scheibe „Take Me Out“ zu bieten haben. Handgemachter Rock, mit der richtigen Prise Pop-Appeal, Crossover und Brit-Akkorden ist eindeutig das Steckenpferd der Jungs. Ehrlich gesagt, hab’ ich mich zwischen den New Wave-Reminiszenzen, harten Gitarrenlicks, sanften Soundflows und eleganten Rockparts noch keine einzige Sekunde gelangweilt. Ein wirklicher Bonuspunkt von Franz Ferdinand ist ihre enorme Kreativität und die Tatsache, dass die Jungs ganz ohne Berührungsängste an den Start gehen!
Frank Zöllner


FRONT LINE ASSEMBLY
Civilization
Synthetic Symphony/SPV
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Das neue Album von Bill Reeb und Rhys Fulber ist echt klasse geworden. Die Songs sind sehr abwechslungsreich und intelligent aufgebaut. Beste Songs auf "Civilization" sind insbesondere der kraftvolle und hymnische Titelsong, das aggressive "Strategic" und "Psychosomatic", eine tolle Nummer mit Gastsängerin.
Bernd Oppau


Gabardine
Slow Motion Rocket
Daisycutter/Finest Noise
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Wie eine im Weltraum langsam dahintreibende Rakete (siehe Albumtitel), immer bereit zur Zündung mit jeder Menge Power -Treibstoff, so lassen sich die 15 Songs von Gabardine beschreiben. Musikalisch irgendwo zwischen Lofi-Pop, Noise und Alternative angesiedelt, entstehen nicht selten recht schroffe Soundlandschaften jenseits aller Taktseligkeit, die allerdings ohne tragische Folgen für den Hörer bleiben. Dafür sorgen dann schon einige wundervolle, oft rein akustische Balladen, die eine knisternde Atmosphäre und jede Menge Wohlklang versprühen. Es lohnt sich das Teil mal anzuchecken, aber Vorsicht, es verbreitet seinen Charme erst beim Bedienen der Repeat-Taste!
Yasmin Schmidt


The Gathering
Sleepy Buildings – A Semi Acoustic Evening
Century Media
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Was würde ich darum geben, bei einem der 2 Abende in Nijmegen dabei gewesen zu sein, als dieses Schmankerl aufgenommen wurde. Die Band spielte eine Art “Best-Of“-Programm (was angesichts des erstklassigen Materials schwer fallen dürfte) aus allen Phasen der Band in relaxter Atmosphäre ein. Wenn es hier etwas zu meckern gibt, dann höchstens, dass es eine Doppel-CD hätte sein müssen. Wenn schon Akustik-Shows, dann bitte so wie hier. Weniger als die Höchstnote wäre für diesen Geniestreich unverzeihlich. Unbedingt reinhören, kaufen und träumen...
Christian Kissel


Paul Gilbert
Gilbert The Young Dude/Gilbert Hotel
Mascot Records/Rough Trade
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Vorliegende Best-Of-Scheibe des US-Rock-Gitarristen Paul Gilbert dürfte selbst für eingefleischte Fans eine Empfehlung wert sein. Zum einen präsentiert die Rille Material aus seinen letzten sechs Soloalben und mit „I‘m Not Afraid Of The Police“ und „The Second Loudest Guitar In The World“ immerhin zwei bisher unveröffentlichte Tracks. Darüber hinaus liegt der Silberrille eine Bonus-CD bei, die sich mit insgesamt 10 Songs ausschließlich dem Thema Akustik widmet und den Saitenzauberer mal von einer ganz anderen Seite zeigt. Wer also den Mann, der mit Bands wie Racer X oder Mr. Big zusammengearbeitet hat, mal mit Harmoniegesang und Akustik-Klampfe erleben will, der sollte sich diesen Doppeldreher auf keinen Fall entgehen lassen.
David Comtesse


Gluecifer
Automatic Thrill
Steamhammer/SPV
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Liegt die Zukunft des Rock im hohen Norden? Hört man sich die brandneue Rille von Gluecifer an, kommt einem unweigerlich diese Idee, denn was die Jungs hier in den elf Songs aus dem Stein schlagen, ist kompromissloser und erstklassiger Rock ohne Starallüren. Bereits mit dem Vorgänger „Basement Apes“ zementierte der Norwegen-Fünfer seinen hart erarbeiteten Status als astreine Street-Fighter. Auf „Automatic Thrill“ ist ihr Sound noch eine Spur härter und schneller geworden, ohne sich im wilden Geschreie und Gitarrengeboller zu verlieren. Die Songs sind klar strukturiert und fallen besonders durch ihre speedig-kraftvollen Hooks und den roughen Handmade-Stil aus dem Rahmen.
David Comtesse


HEADPLATE
Pieces
Gain Rec./Rough Trade
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Gewissermaßen die Essenz ihrer ersten zwei Scheiben “Bullsized” und “Delicate” stellt diese erste außerskandinavische Veröffentlichung von Headplate dar. Die Schweden bieten muskulösen Hardcore-Sound, der - mit allerlei Crossover-Zutaten und melodischem Gesang aufgemotzt - eine ziemlich breite Hörerschaft ansprechen könnte.
Conny A.Rettler


Heavenly
Dust To Dust
Sanctuary/Soulfood
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Im Bereich melodischer Speed sind die Franzosen seit ihrem Debüt für mich eine der Top-Bands. Fraglos sind die „Keeper-Alben“ auch bei ihnen bekannt, aber sie setzen dies mit anderen Einflüssen zu etwas Eigenem um. So auch auf dem Drittling, der wiederum sehr stark geworden ist. Vom einfachen Headbanger bis zum epischen Kleinod ist wieder alles vertreten, was einen Traditionalisten wie mich in seinen Bann zieht. 5 dicke Punkte für ein sehr gutes Album, in das jeder Rockfan reinhören sollte.
Christian Kissel


House Of Lords
The Power And The Myth
Frontiers/Soulfood
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House Of Lords gehören seit 1989 zum internationalen Hardrock-Zirkus und haben seitdem einige erstklassige Scheiben auf den Markt gebracht. Trotz ihrer langen Zeit im Genre(natürlich mit wechselndem Line-Up)  sind die Jungs ihrem ehrlichen & bodenständigen Hardrock treu geblieben. Natürlich auch auf „The Power And The Myth“. Melodic-Rock und Metal-Fans dürften an dem Teil nix zu mäkeln haben, denn Frontshouter James Christian und seine Crew ziehen einen konzentrierten Rock aus den Verstärkern, der voll ins Schwarze trifft.
Frank Zöllner


Insomnium
Since The Day It All Come Down
Candlelight
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Durchschnittlicher Melodic-Death, der nun wirklich nicht die Wurst vom Brot zieht (von der Butter ganz zu schweigen). Für mich klare Rohstoffverschwendung, die kein Mensch braucht und die angesichts der Veröffentlichungsflut wohl ein Dasein als Ladenhüter fristen wird.
Peter Hanf


Jackpot
F+
Surfdog/Sony
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Die Kalifornier um Sänger&Songschreiber Rusty Miller legen mit „F+“ bereits ihren 4. Dreher vor und zeigen sich in den13 Songs weitaus „weltmännischer“ als auf den Vorgängern. Dazu gehört nicht nur eine gewisse Abgeklärtheit, sondern vor allem ein Fingerspitzengefühl für den richtigen Moment. Das zeigt sich in der genauen Dosierung zwischen folkiger Crossover-Nummer, souliger Ballade und rockigem Hammerstatement. Jackpot präsentieren sich ungemein nuancenreich und quicklebendig. Sie schaffen es trotz jeder Menge ungeschliffener Kanten und spröder Rocklines einen raffiniert harmonischen Sound aus den Verstärkern zu kitzeln.
Frank Zöllner


Kinesis
Handshakes For Bullets
Indipendiente/Sony
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Ein Neuzugang in der Alternative-Rock-Szene aus dem mittelstädtischen Bolton in England. Kinesis sind eine 4köpfige Combo, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, mit hartem Sound und Texten die Szene aufzumischen. Dabei sind die Jungs gerade mal der Schulbank entwachsen. Melodiebewusst und trotzdem hartrockend und rotzig-frech, mit Texten gegen Rechtsradikalismus und die Übermacht der Medien, verteilt die Band auf der durchaus ansprechenden CD so manchen Asskick!
Frank Zöllner


Meduza
Upon The World
Massacre / Soulfood
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Wie auch schon auf dem Vorgänger, gibt es (Neo-)Classic-Metal der guten Sorte in der Mitte von Stratovarius und Symphony X. Fans dieser Richtung werden hier gut bedient. Da unter den 9 Songs keiner abfällt, sind 4 Punkte hier angemessen. Allerdings fehlt auch ein oder mehrere Übersongs, dabei denke ich, dass die Band zu mehr fähig ist, so dass Anspieltips hier entfallen.
Christian Kissel


Metalium
As One – Chapter Four
Armageddon / Soulfood
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Die Rahmenstory vom Held Metalian und der hier erstmals auftretenden Heldin mit dem unglaublich lächerlichen Namen Metalina kann getrost vergessen werden, daher gleich zur Musik. Die ist wie gehabt melodiöser Power-Metal der guten Sorte, nicht übermäßig originell, aber souverän und zeitgemäß. Als Faustregel gilt: Je schneller ein Song desto besser.
Peter Hanf


Misery Inc.
Yesterday`s Grave
ZYX/Golden Core
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Scheinen ja furchtbar lustige und gesellige Leutchen zu sein, die 5 von Misery Inc. Songtitel wie „Suicide Serenade“, „Dilemma“, „Darkness“, „Through The Dark“ und „Darknest Night“ versprühen „pure Lebenslust“... Spaß beiseite: Der von Sentenced (stark) und Iron Maiden (weniger, nur die Gitarrenarbeit) beeinflusste Metal der Finnen gefällt mir ganz gut, obwohl die Originale, insbesondere Sentenced, nicht ganz erreicht werden.
Christian Kissel


Monster Magnet
Monolithic Baby
Steamhammer/SPV
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Auf diese Scheibe haben nicht wenige gewartet! Endlich ein Lebenszeichen von Dave Wyndorf und seiner Crew. Und was steht auf dem Spielplan? Natürlich erstklassiger, handgemachter Rock‘n‘Roll&Hardrock, ganz in der Tradition der 70er&80er Jahre. „Monolithic Baby“ ist ein in Granit gemeißeltes Statement in Sachen groovigem Gitarrenrock . Monster Magnet sind in Superform und schwitzen zusammen mit Neuzugang Jim Baglino (Bass) einen Partyfetzer aus dem Amplifier, dass es nur so raucht. Da heißt es den Volume-Regler ganz nach rechts drehen und in volle Deckung gehen.
Frank Zöllner


Norther
Death Unlimited
Spinefarm Records
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Irgendwie ist es immer schwierig, solche Platten zu beurteilen. Einerseits sind die Stücke alle zwischen sehr gut und Klassiker anzusiedeln, auf der anderen Seite steht der Name Children Of Bodom, bei dem gnadenlos abgekupfert wird. Originalität wird hier vergebens gesucht, mitreißende Musik gibt es dagegen zuhauf. Im Zweifel für den Angeklagten und daher 4 Punkte, welche sich bei dem Potential noch problemlos steigern lassen.
Christian Kissel


Orpheé
Confused
dalem music/Nova Media
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Es gibt ihn also doch noch, den intelligenten Elektronikrock. Orpheé haben mit „Confused“ ein Album eingespielt, das diesen Schluss zulässt. Die Band um Sänger Leo würzt ihren hymnischen-darken Sound mit allerlei Stilzutaten, was den Hördurchlauf äußerst abwechslungsreich gestaltet. Beste Stücke auf der CD sind meiner Meinung nach das mit fiebrigen Energieströmen durchtränkte „I Remember That“,   das unterdrehte Bigbeat-Monster „Freezing Face“ und das mit 2 Stimmen in Szene gesetzte „Black Breathe“. Das deutschsprachige Stück „Fluch“ hätte auch von Oomph stammen können.
Rainer Guérich


Patentblau 5
Schwarzweiss in Farbe
Vitaminepillen Records/Rough Trade
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Ein echter Geheimtipp sind Patentblau, die auf „Schwarzweiß in Farbe“ dem Punkrock-Genre grungige Gitarrenlinien zuführen. Passt sehr gut zu dem emotionalen und kraftvollen Gesang von Mikromann Sven, der „Auf hoher See“, „Oben Ohne“ und „Im Freine Fall“ keinerlei Schwächen erkennen lässt. Songs über das Zeitkolorit und die Welt in kontrastreichem Schwarzweiß in farbige Metaphern umgesetzt. Das ist Patentblau 5, Empfehlung!
Rainer Guérich


Pay Travel Advance
Saraghina
Ausfahrt/Soulfood
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Die drei Freunde Morris, Dave und Alicia lernten sich vor Jahren bei einem Drag-Queen-Festival in Bologna kennen und merkten fast aus dem Stand heraus, dass sie musikalisch auf der gleichen Wellenlänge lagen. Daraus entstand nicht nur diese CD, das Trio betreibt mittlerweile in Bologna auch eine Videothek, die sich auf Filme aus den 60ern spezialisiert hat. Musikalisch sind Pay Travel Advance allerdings völlig anders gepolt. Ihr Faible liegt ganz klar in harten Rocklines, gemischt mit Crossovergitarren, Alternative-Sound und jeder Menge Pop-Appeal. Dazu gesellt sich dann die außergewöhnliche Stimme von Frontfrau Alicia, die zwischen Rockröhre und Pop-Ohrwurm wechselt.
Frank Zöllner


Persuader
Evolution Purgatory
Noise / Soulfood
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Mit den Schweden von Persuader liegt eine weitere Band aus dem „Young Metal Gods“-Wettbewerb vor. Während der Opener „Strike Down“ noch nach „klassischem“ Metal klingt, kommen bei „Sanity Soiled“ fast schon Black-Metal-artige Chöre zum Tragen. Insgesamt erinnert die Band an die frühen Blind Guardian, was nicht zuletzt an Sänger/Guitarrist Jens Carlsson liegt, der stark wie Hansi Kürsch klingt.
Peter Hanf


Pink Cream 69
Thunderdome
Steamhammer / SPV
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Sie haben wieder (fast) alles richtig gemacht und ein locker-flockiges (Hard-)Rock-Album auf die Beine gestellt. Ob der Titeltrack, das mitreißend /geniale „Gods Come Together“, „Carnaby Road“ oder das auf Gitarre und Klavier basierende „That Was Yesterday“, an Höhepunkten mangelt es wahrlich nicht. Pinkie-Fans werden von diesem typischen, aber nichtsdestotrotz sehr gutem Album sicherlich nicht enttäuscht werden.
Peter Hanf


Prototype
Trinity
Massacre/Soulfood
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Bereits 1994 von den beiden Ex-Mitgliedern der Thrash-Band „Psychosis“ gegründet, bieten Prototype eine Art Best-Of des Metals. Die Einflüsse reichen vom Thrash- über US- bis hin zu Progressiv-Metal. Da ich auf diese Spielarten ziemlich gut kann, überzeugt mich der Silberling auch relativ mühelos. Jeder anspruchsvolle Metal-Fan sollte zumindest mal reinhören, aufgrund der großen Bandbreite dürften viele mit dem Material warm werden.
Christian Kissel

Requiem
Mask Of Damnation
Sound Riot
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Da geht es ab, das macht Spaß. Melodischer Speed, der schön nach vorne geht und trotzdem abwechslungsreich daherkommt, hat bei mir immer eine (gute) Chance. Sänger Jouni Nikula singt zwar in hohen Sphären, es passt aber sehr gut zur Musik. Freunde von Rhapsody, Stratovarius, alten Helloween oder Angra sollten die 8 Songs unbedingt mal anchecken.
Christian Kissel


S.A. Adams
Mutated
TTS /Alive
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Erdigen Metal im Stile der glorreichen Achtziger Jahre bietet der mittlerweile 5. Longplayer von S.A. Wer mit Bands wie Raven, Mötorhead oder Exciter etwas anfangen kann ( und wer kann das nicht) sollte auch hier ein Ohr riskieren. Bei Gefallen am besten die Erstauflage sichern, die mit 2 Bonussongs und einem Video etwas besser ausfällt. Allerdings sollte das bei knapp 36 Minuten Laufzeit Standard sein und auf allen Versionen zu finden sein. Trotzdem 4 Punkte für eine gute Arbeit.
Christian Kissel
 

Sabbtail
Nightchurch
Massacre/Soulfood
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Leicht machen es die Schweden einem nicht gerade mit ihrem Zweitwerk (Das Debüt „Otherworlds“ wurde nur in Japan veröffentlicht). Von Hardrock à la Deep Purple/Uriah Heep über Power-Metal bis zu Doom der Marke Candlemass /Memory Garden  reichen die Einflüsse. Alles für sich genommen gut, ein roter Faden will sich aber nicht einstellen. Aufgrund des guten Gesangs von Mats Leven (u. a. Malmsteen und Abstrakt Algebra) sind 4 Punkte zu vertreten, in dieser Band schlummert aber noch mehr Potential.
Christian Kissel


Shugaazer
Shift
Atenzia Records/Alive
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Shugaazer bieten auf dieser CD ansprechenden Alternative-Gitarren-Rock mit spacig flirrenden Sounds und verträumten Gesangslinien. Der Hördurchlauf gestaltet sich wie das Leben äußerst abwechslungsreich. Gute-Laune-Nummern („Kozmonuat“) wechseln mit melancholischen Songs („When Ya Gonna Break My Heart“, „Something Worth Waiting For“) und lassen’s auch schon mal etwas rockiger angehen. Da ist für jeden etwas dabei.
Yasmin Schmidt


Skin Of Tears
Ass It Is
Vitaminepillen Records/Rough Trade
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Seit vielen Jahren schon zählen Skin Of Tears zu den besten Vertretern des Melodic-Hardcores in deutschen Landen. Klarer Fall also, dass auch ihre neue Scheibe abgeht wie der Teufel. „Ass It Is!“ heißt die Parole, der Titel ist Programm! Das Dreigestirn um Andi, Toto und Chris hat die Zügel fest in der Hand und macht ordentlich Druck. Der Longplayer ist gespickt mit brechenden Gitarrenriffs und hymnischen bis aggressiven Gesangslinien. Selbst für gelegentliche Stilexkursionen ist Platz. Beispielsweise in „Friends“, wo die Band permanent vom Reggae zum Punkrock wechselt. Eine weitere sehr starke Nummer ist „Blowing Heads“, ein echter Orkan!
Rainer Guérich


Soulmate
Revolving
Make My Day/Rough Trade
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Eine wirklich sehr gutes Album der deutschen Soulmate. Der Opener „Mars Professional“ ist nicht unbedingt das Glanzstück der CD, aber dann ab Track 2 („Shining Star“) gibt es nicht enden wollende, wonnige Kicks: „Make It Work“, „Meccano“, „Occupy My Mind“ usw. Die Band hat in Sänger Peter Melchers   (klasse Stimme) ganz klar ihren stärksten Trumpf und erzeugt mit den flirrend fiebrigen Gitarrenparts Gänsehautschauer ohne Ende. „Revolving“ ist  ein kleines Juwel am Alternative-Himmel, sehr emotional, hell scheinend, gespickt mit kleinen Hymnen, die dich einfach besser durch den Tag bringen.
Rainer Guérich


Speedway
Save Yourself
Virgin
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Angefangen hat eigentlich alles mit einer Coverversion von Christina Aguileras Pophit „Genie In A Bottle“, dem die schottischen Newcomer um Frontfrau Jill Jackson ein rockig-fetziges Update verpassten. Danach ging eigentlich alles bis zum vorliegenden Debüt relativ schnell. Die Vier pendeln ständig zwischen Rock-Statement, Popmelodie und gefälliger Balladenkost. Und klingen so frisch wie der Wind über den schottischen Highlands. Zwei Dinge stehen dabei immer klar im Vordergrund: Zum einen ihr scharfer Gitarrensound und zum anderen die unverwechselbaren Vocals von Mrs. Jackson. Antesten!
Frank Zöllner


Tagtraum
Komm lass es echt sein
Vitaminepillen Records/Rough Trade
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Einen unverkennbar eigenen Stil  haben Tagtraum im Laufe der Jahre entwickelt. Davon zeugen die 11 Tracks dieser Platte. Musikalisch irgendwo im Niemandsland des Alternatives angesiedelt, gibt es nur noch gelegentliche Schlenker in den Bereich des Punkrock, was aber gar nicht schlimm ist. Die Band versteht es ganz eigene, charmante Atmo auf einem fiebrigen bis sehr ruhigen Gitarrensound aufzubauen, über die sich dann die Stimme des Sängers legt. Sehr schön umgesetzt in Nummern wie „Ich bin“ und dem depressiven „Die Summe aus Gegenwart und Gestern“. Eine CD, die manchen Tagtraum gut begleiten wird.
Tim Beldow


Tesla
Into The Now
Sanctuary / Soulfood
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Schön, dass sie wieder zurück sind! So ein starkes Album im Gepäck macht die ganze Sache noch angenehmer. Freunde des melodiösen Hardrocks werden verzückt sein, ob solcher Perlen wie dem Titeltrack, „Look @ Me“, „Got No Glory“ und der Ballade „Only You“. Glücklicherweise halten Tesla die modernen Einflüsse in Grenzen, so dass unterm Strich eine sehr gute Scheibe übrig bleibt.
Jörg Eifel


Udo
Thunderball
AFM Records/Soulfood
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Er weiß, was seine Fans wollen und gibt ihnen genau das. Klassischen Metal, diesmal wieder etwas stärker den Hauch von Accept versprühend, und dazu die bekannte Reibeisenstimme. Wer kann und will dagegen etwas sagen? Als Anspieltipps empfehle ich den Titeltrack, „The Arbiter“, „Pull The Trigger“, „The Land Of The Midnight Sun“ sowie das außergewöhnliche „Trainride In Russia“, welches mein persönlicher Favorit ist.
Peter Hanf


Universe
Is There Something ?
Point Music
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Kennt noch jemand die Band Axe Victims, die 1984 mit „Another Victim“ eine gute LP veröffentlichten ? Dies ist die Nachfolgeband und schafft es auch heute noch so zu klingen. Wer auf 80’er Jahre Hardrock steht kann hier zuschlagen, als Orientierung gebe ich 4 Punkte, da mir vor allem der authentische Sound sehr zusagt. Hifi-Freaks werden allerdings die Flucht ergreifen...
Christian Kissel


Velcra
Consequences Of Disobedience
Virgin
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Wer sich bei der Musik von Bands wie White Zombie, Rammstein, Pantera oder Marilyn Manson zuhause fühlt, dürfte mit dem Debüt des finnischen Quartetts keine Schwierigkeiten haben. Denn genau im Fahrwasser von Metal, Industrial, Hardcore und Pop haben Velcra ihr musikalisches Koordinatensystem abgesteckt. Was bei der enormen Genre-Bandbreite auf den ersten Blick wie ein Witz klingt, entpuppt sich spätestens nach den ersten Akkorden von „My Law“ als verdammt ernste Sache. Die Crew um Frontfrau Jessi Frey hat es wirklich drauf und zieht einen straighten und ungemein dynamischen Hardrock-Mix aus den Verstärkern. Mal samtweich und tief aus dem Bauch, dann wieder knallig-hart und wild ins Mikro gebrüllt, geht’s ab auf eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle.
David Comtesse


Vintersorg
The Focusing Blur
Napalm / SPV
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Grundsätzlich ist Schwarz-Metal überhaupt nicht mein Fall, bei einem solchen Werk mache ich da aber nur allzu gerne eine Ausnahme. Bis auf die Blastbeats  dominiert hier nämlich ein ausgefeiltes, von folkloristischen Elementen umspültes Material. Würde da noch alles in „normalem“ Gesang dargeboten werden, wäre die Höchstnote fällig. In Erwartung einer solchen Scheibe verbleibe ich bei 4 Punkten und empfehle den Hördurchlauf.
Christian Kissel


RICK WAKEMAN
Out There
Mascot Records/Rough Trade
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Ein opulentes und geniales Progressive Rock-Opus des Yes-Keyboarders. Nebenbei bemerkt das erste von Rick Wakeman seit 26 Jahren mit eigener Band (Gesang: Damian Wilson). Schlüsselstück ist zweifellos das sechsteilige Titelstück "Out There" mit einer Länge von über 13 Minuten. Für alle Yes- und Progressive-Fans ein unabdingbares Muss!
Tim Beldow


Wolf
Evil Star
Massacre / Soulfood
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Musik Hui, Covers Pfui scheint das Merkmal der Schweden zu sein. Besonders das Debüt konnte sich über eines der schlechtesten Covers in der Geschichte des Metal „freuen“. Da aber musikalisch alles im Lot ist, und Songs wie der Titeltrack, „Wolf`s Blood“, „Devil Moon“ oder The Dark“ das Nervensystem erfreuen, gibt es 5 Punkte. Freunde des gepflegten Headbangens wissen, was zu tun ist...
Christian Kissel


Wuthering Heights
Far From The Madding Crowd
Locomotive
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Nun liegt der 3. Teil der Trilogie vor, und ich bin immer noch etwas enttäuscht. Grund ist der Gesang von Patrick Johansson, der einfach nicht so recht zur Musik passen will. Sowohl bei Astral Doors als auch bei Space Odyssey ist sein Dio/Tony Martin-Organ ein wahrer Hörgenuss, hier hat man den Eindruck, er singt den Songs hinterher. Die Musik ist wieder eine Mischung aus Elementen von Bands wie Symphony X, Rhapsody und Blind Guardian, nicht sonderlich originell, aber trotzdem gut. Das bringt die Band im Endeffekt noch auf (magere) 3 Pünktchen, insgesamt wäre bei dieser Besetzung aber wesentlich mehr drin.
Christian Kissel
 


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