März/April 2006

| Home | www.inhard.de - alles,was Krach macht!

inHard | Bei Fußenkreuz 11 | D-66806 Ensdorf | Germany | Phone: ++49 6831-5095-30 | Fax: ++49 6831-5095-32 | eMail

@@@@@@ überragend
@@@@@ sehr gut
@@@@ gut
@@@ durchschnittlich
@@ mäßig
@ schlecht

200 Sachen
Reich und schön
Sony BMG
@


Bekannt aus dem Stefan Raab „Bundesvision Song Contest“. Nette bis dämliche Texte, mit nervigem Girliegesang vorgetragen, ohne großen Anspruch, garniert mit Gute-Laune-Leichtmatrosen-Punkrock. Mutige können sich ja mal das einfältige „Video raus“ anhören. Nach dieser Band kräht in 3 Monaten kein Hahn mehr.
Enzo Bach


Altaria
The Fallen Empire
Pump
Breakdown To Breakthrough
Metal Heaven/Soulfood
@@@@


In guter Form präsentieren sich die finnischen Melodic Metaller Altaria auf ihrem dritten Album “The Fallen Empire”. Großen Anteil am positiven Gesamteindruck hat Gitarrist J-P Alanen (Ex-Celesty), der dem Bandsound wichtige Impulse gibt. Neben dem Hörtipp „Valley Of Rainbows“ ist noch darauf hinzuweisen, dass die Finnen zusammen mit Doro im Mai/April auf Europa-Tour sein werden. – Freunde eines straigt marschierenden Old School-Metals sollten in die neue Scheibe von Pump reinhören. Die Band, die mit Marcus Jürgens den einstigen Brainstorm-Sänger in ihren Reihen hat, lässt auf den 11 Tracks nichts anbrennen und lädt zum Abrocken ohne wirkliche Schwachstelle ein.
Bernd Oppau


AMULET
All That Is Solid Melts Into Air
Golf Cargo
@@@


Die norwegischen Amulet versuchen auf dieser Scheibe ihren Hardcore-Horizont zu erweitern, indem sie das Ganze melodischer und rockiger gestalten. Tatsächlich hat die CD auch ein paar gute Beispiele (u.a. „Pitch Black Void“), wo dieses Experiment auch ganz gelungen ist. Ansonsten aber eine nicht mehr als durchschnittliche Leistung mit wohlwollenden 3 Punkten.
Tim Beldow
 


A.O.K.
Dreilochbegehbar und Herrenrundentauglich
@@@@@
Vain
On The Line
@@@
Locomotive/Soulfood


Wer‘s richtig schön derb und nicht ganz jugendfrei mag, liegt bei dem FSK 18 Punkrock von A.O.K. richtig. Songs wie „Mach die Freese auf!“, „Fleischpeitsche“, „Röschenhof“ und „Schwing dein Ding“ sollten aber wirklich nur in der Herrenrunde genossen werden. Dann kommt aber richtige Stimmung in die Bude! – Sleazy Dirty Rock‘n‘Roll hat sich das kalifornische Quintett VAIN um ihren Namensgeber und Sänger aufs Banner gepinselt. Geboten wird ordentlich treibender Rockstoff mit Mitsingrefrains und der Empfehlung, das Ganze recht laut zu hören.
Tim Beldow
 



Ashes Of Creation
First Breath After Coma
Capitol-East/Radar Music
@@@@


Ashes Of Creation machen emotionale Musik, äußerst unberechenbar und mit einer Menge Überraschungsmomenten. Das fängt schon bei dem schillernden Synthi- und Drum-Intro an, über das sich zuerst eine Gothic-Stimme legt, die anschließend sehr poppig klingt und in folkige Klanglandschaften führt. Bei dieser Gruppe scheint alles möglich zu sein, auch chillige Klänge mit markanter E-Gitarre und sensibler/verzerrter Frauenstimme („I Eleonore“). Für die prägnante Produktion war übrigens Guido Lucas verantwortlich. Unbedingt mal anchecken!
Rainer Guérich
 


AVA INFERI
Burdens
Season Of Mist
@@@@


Für die Vocals bei den Portugiesen Ava Inferi  ist Carmen Simoes (Aenima, Poetry Of Shadows) verantwortlich. Ihr Debütalbum ist durchaus hörenswert und bietet melancholischen Doom der Marke Mourning Beloved.
Mike Braun
 


AXXIS
Paradise In Flames
AFM Records/Soulfood
@@


Mitte der 90iger Jahre waren Axxis mal ‘ne richtig geile Metal-Band. Davon kann mittlerweile nicht mehr die Rede sein. Trendanbiederung um jeden Preis, ja sogar Sängerin Lakonia darf nun munter ihre weiblichen Background-Vocals zu sehr vielen Tracks mitträllern. Ein Schuss in den Ofen, da zaubere ich gerade mal 2 Punkte aus dem Armenhut.
Tim Beldow


Biderben
Out Of The Lies
Black Lotus/Soulfood
@@@


Eher ungewöhnlich für das griechische Black Lotus Label ist diese italienische Punkrock & Ska-Band. Biderben bezeichnen ihre Musik selbst als „Humor-Core“, weil sie nach eigenem Bekunden keinerlei musikalische Berührungsängste haben. Das kann ich beim Hören von Songs wie „Lose Your Illusions“ und „Ke Bello“ auch bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Vielfältige Scheibe mit einigem Leerlauf...
Jörg Eifel
 


Blackmail
Aerial View
City Slang
@@@@@


Sehr geniales neues Album der vier Koblenzer von Blackmail, die hier eine richtige Energie-Pille vorlegen. Der Sound ist wütend, organisch, experimentell, aber auch sehr melodisch („Couldn‘t Care Less“). So gesehen ist „Aerial View“ ein echter Meilenstein in der Discographie von Blackmail, ein Spielball, der der Alternative-Rock-Szene durchaus neue Anstöße geben kann.
Mike Braun


Bloodthorn
Genocide
Morningstar Records
@@@@@


Vierter Longplayer der norwegischen Deathmetaller Bloodthorn, die auf ihrem vierten Longplayer aber auch wirklich gar nichts anbrennen lassen. Gut abgehangen, morbide und mit gelegentlichen Thrashparts stülpen sich Tracks wie „Blood And Iron“ und „Invoking The Apocalypse“ wie eine übergroße Blutglocke über den Kopf des Hörers. Wehe, wenn die Bestie losgelassen wird, Kompliment an Gurgelmeister Krell!
Mike Braun


BONDAGE FAIRIES
What You Didn'T Know When You
Lobotom Records/Indigo
@@@@


Ein abgefahrenes Teil, das die beiden Stockholmer Elvis Creep und Deus Deceptor hier zusammengekurbelt haben. „What You Didn‘t Know...“ fusioniert Punk mit Elektronik, krassen Lyrics und E-Gitarren zu einer tanzbaren Mischung. Eine schöne Kostprobe der Genialität der Bondage Fairies bieten Tracks wie "Disco Fever“ und "Pink-Eye Paranoia“.
Olaf Rominski
 


The Bones
Partners In Crime Vol. 1
People Like You
@@@@


Die schwedischen Punkrocker The Bones huldigen hier ihren persönlichen Faves. Höhepunkte sind hier zweifellos die Ramones-Bearbeitung „I Wanna Be Sedated“ (feat. Roger Miret & Lou Koller) sowie die Social Distortion-Nummer „King Of Fools“ (feat. Nicke Borg von den Backyard Babies). Leider ist die CD viel zu kurz, macht aber echt Spaß!
Jörg Eifel


Boysetfire
The Misery Index-Notes From The Plague Years
Burning Heart Records/Epitaph
@@@@


Trotz des Weggangs ihres langjährigen Bassisten Rob Avery und massivem Trouble mit ihrer Plattenfirma, zeigt sich die Combo auf „The Misery Index-Notes From The Plague Years“ als Hardcore/Alternative-Rocker erster Kajüte. Die Scheibe wirkt vom ersten Akkord an organisch gewachsen und verbindet auf geniale Art melancholische Balladen mit puristischem Akustiksound und harten, straighten Rockpassagen. Hier lohnt es sich mehr als nur kurz reinzuskippen. Empfehlung!
Frank Zöllner


Calexico
Garden Ruin
@@@
Pink Mountaintops
Axis Of Evol
@@@@
beide CDs: City Slang


Von Calexico gab‘s in der Vergangenheit auch schon bessere Platten. Von den 11 Songs sind 6 wirklich Klasse (insbesondere „Cruel“), der Rest na ja. Fans und Kritiker werden die Scheibe sicherlich beweihräuchern; ich messe die Band aber auch an ihrer Leistung in der Vergangenheit und vergebe somit 3 Punkte und hoffe auf eine baldige Genesung. – Die Pink Mountaintops um Stephen McBean sind ein Sideprojekt von Black Mountain (veröffentlichten jüngst ihr Debüt) und können mich mehr als Calexico überzeugen. Roughe Produktion, flirrende Gitarrenparts (Cold Criminals“) und slower Depri-Gesang sorgen für Gänsehautmomente. Schön psychedelisch das Ganze. Einziger Kritikpunkt ist die dürftige Gesamtspielzeit von unter 35 Minuten.
Tim Beldow


Bob Catley
Spirit Of Man
Fronriers/Soulfood
@@@@@@


Wenn Magnum Sänger Bob Catley ein Soloalbum herausbringt, kann eigentlich nichts Schlechtes dabei herauskommen. „Spirit Of Man“ ist eine Scheibe, die sich hinter keiner Magnum-Platte zu verstecken braucht und 12 Hochkaräter (u.a. das grandiose „Heart Of Stone“) auffährt. Ein absoluter Kaufbefehl, den ich mit der Höchstpunktzahl entsprechend honoriere.
Tim Beldow


Code of Perfection
Last Exit For The Lost
Limb/SPV
@@@@


Überzeugender Old School-Metal der neuen Band um Gitarrist Thorsten Koehne, der hier alte Bandkollegen aus Demon Drive-Tagen um sich geschart hat. Als Sänger konnte Carsten Schulz (Domain, Evidence One) gewonnen werden. Die Gast Keyboards bedient Ferdy Doernberg, klasse ist auch die Performance von Alex Beyroth an der Gitarre. Hörtipp ist „Evil: Fex“, was unterm Strich von mir verdiente 4 Punkte bedeutet.
Tim Beldow



Crash My Deville
The Consequence Of Setting Yourself On Fire
Redfield Records/Cargo
@@@@@


Dieses Debütalbum von Crash My Deville hat die EMO & Hardcore dringend gebraucht. Die 6 Jungs aus dem Saarland legen hier ein ebenso fiebriges wie riffbetontes Album vor, das einfach Spaß macht und nebenbei bemerkt auch sehr gut ins Ohr geht. Unverkennbares Kennzeichen ist die doppelte Gitarrenfraktion und das konträre Wechselspiel der beiden Sänger, die sich sonore Growls und cleanen Gesang teilen. „The Warm Taste Of Human Failure“ ist ein furioser Auftakt, der für ein ganz besonderes Aha-Erlebnis sorgt. Ja, brachiale Sounds können sich auch durchaus charmant ins Ohr schlängeln. Emotionale Musik auf den Punkt gebracht!
Rainer Guérich


Cuba Missouri
This Year‘s Lucky Charms
Make My Day Records/Alive
@@


Indierock mit starkem Hang zum Garagenrock, krachend-scharfe Beats und Klangcollagen. Alles Kurzumschreibungen für den Sound von Cuba Missouri, einem Newcomer aus der Nähe von Münster. Musikalisch sieht sich der Dreier in der Tradition von Bands wie The Notwist, Sonic Youth oder Dinosaur Jr. und packt dabei soviel Melancholie in die rückwärts laufenden Soundschleifen und deftigen Gitarrenlicks, dass einem zuweilen ganz warm ums Herz wird. Aber was zuviel ist, ist zuviel. So wird man spätestens nach Track Nr. 4 von einem düsteren Pessimismus und „Ach-ist-die-Welt-schlecht“-Feeling gepackt, dass einem nur die Stop-Taste vor einem Suizid-Versuch bewahrt.
Olaf Rominski


DARK FORTRESS
Seance
Century Media
@@@@@


Die Band um Fronter Azatoth bietet auf ihrer neuen Scheibe nach wie vor abwechslungsreichen Black-Metal, der sich von der Masse abhebt. Die düstere Atmosphäre auf Songs wie „Ghastly Indoctrination“ und „Requiem Grotesque“ ist einfach einzigartig und sollte von Genre-Freunden keinesfalls verpasst werden.
Mike Braun


Das Ich
Cabaret
Massacre/Soulfood
@@@@@


Na bitte, es geht auch anders, nicht so einfallslos wie bei den österreichischen Dünnbrettbohrern von Stahlhammer. Das Ich sind ein Dark-Electro-Act, der unsere ganze Aufmerksamkeit verdient und Einfallsreichtum mit künstlerischer Ausdruckskraft ausgesprochen genial verbindet. Atmosphärisch, ausdrucksstark, mit ausufernden, sich windenden Klangkaskaden. Großes morbides Alptraumtheater mit den Reinhörempfehlungen „Atemlos“ und dem grandiosen Auftakt „Moritat“. Das ist mir doch glatte 5 Punkte wert und ich empfehle den Kauf der limitierten Edelbox (inkl. Remix-CD + DVD „Panopticum“).
Rainer Guérich


Degree Absolute
Degree Absolute
Sensory/Laser’s Edge
@@@@


Vielversprechendes Debütalbum der US-Progressive-Metaller Degree Absolute, die 1999 von Sänger und Gitarrist Aaron Bell ins Leben gerufen und mit Bassist Dave Lindeman und Drummer Doug Beary komplettiert wurden. Das Ergebnis kann sich hören lassen und beinhaltet einige wirklich starke Nummern. Klasse ist die thrashige, mitunter technoide Walze „Questions“ und das sehr atmosphärische „Distance“ sowie „Ask Nothing Of Me“, die beide ganz langsam  aus der Stille des Raums wachsen. Wer Fates Warning mag, wird auch mit Degree Absolute sehr schnell warm werden...
David Comtesse


The Devin Townsend Band
Synchestra
InsideOut/SPV
@@@@


Devin Townsend ist ein Mann für jede Tonart. Er kann es sich leisten,  gleich zwei so unterschiedliche Projekte wie die Devin Townsend Band und Strapping Young Lad. kreativ am Laufen zu halten. Nach der letzten Arbeit für SYL („Alien“) legt Devin nun mit „Synchestra“ wieder mal etwas völlig anderes vor und überrascht seine Fans mit einem fast puristisch anmutenden Album. Sehr emotional und persönlich sind die 14, zum Teil nur akustisch untermalten Songs, die Mr.Townsend von seiner friedlich-beschaulichen Seite zeigen. Doch Devin wäre nicht der „Madman des Metal“ würde ihm nicht noch etwas total abgedrehtes einfallen, wie etwa in dem Polka-artigen „Babysong“ oder der Stakkato-Abgeh-Nummer „Vampira“.
David Comtesse


Diablo
MIMIC47
Drakkar/Sony BMG
@@@


In ihrer finnischen Heimat scheinen Diablo recht erfolgreich zu sein, musiklaisch sind sie allerdings nur Durchschnitt. Markige Gitarrenriffs und Einflüsse von Bands wie Testament oder Pantera garantieren halt noch lange keine exzellente Scheibe...
Conny A. Rettler
 


Doro
Warrior Soul
AFM Records/Soulfood
@@@@@


Heißes Coverartwork, dass Doro auf ihrer neuen CD auffährt. Da darf die Musik von Deutschlands Metal Queen No. 1 natürlich nicht zurückstehen. Die 12 Tracks sind schön abwechslungsreich gehalten und wechseln zwischen härterer Gangart und balladesken Momenten. So wie wir das von Doro kennen und lieben. Ein grandioser Anspieltipp ist „Haunted Heart“. Bitte mehr davon!
David Comtesse


Eldritch
Neighbourhell
Limb/SPV
@@@@@


Trotz der zahlreichen Line-Up-Wechsel in der Vergangenheit haben die die italienischen Metaller von Eldritch auch auf ihrem neuen Longplayer bei mir ein Stein im Brett. Schon der furiose Opener „Still Screaming“ und   das thrashig kreisende „Bless Me Now“ lohnen den Kauf der CD. Satte 5 Punkte von mir und die Empfehlung, sich die limitierte Digipak-Edition zu besorgen.
Tim Beldow



Elizium
Angel Of Mistrust
STF Records/M-System
@@@@


Elizium kommen aus Holland und haben sich dem epischen Melodic Metal mit Gothic-Touch verschrieben. Musikalisch werden die 11 Tracks sehr aufwändig und gekonnt in Szene gesetzt, insbesondere was die Keyboards und Gitarren betrifft. Lediglich der Gesang von Sänger Peter Berends ist in den langsamen Passagen  etwas gewöhnungsbedürftig. Deshalb vor dem Kauf vielleicht besser selbst mal reinhören, ob das was für euch ist.
Bernd Oppau


Ensoph
Projekt X-Katon
Cruz del Sur/Alive
@@@@


Bemerkenswerter Soundclash zwischen Extrem Metal, Gothic und Electro-Industrial, den die fünf Italiener von Ensoph vorlegen. Das Intro ist ein  instrumentales Meisterwerk, „Kirillow’s Bullet“ kriecht sogar richtig gut ins Ohr. Das sind allerdings nur 2 Facetten des Ensoph-Sounds, die den Hörer ein ums andere Mal überraschen und immer unberechenbar bleiben. Sehr eigenständig!
Conny A. Rettler



Enter My Silence
Coordinate D1SA5T3R
JMT Music
@@@@@


Eine variantenreiche Melodic Death-Scheiblette tischen uns die Finnen Enter My Silence hier auf. Nach ihrem vielbeachteten Erstlingswerk „Remotecontrolled Scythe“ (2001) und einer für junge Bands fast tödlichen „Pause“ von 5 Jahren, präsentiert sich das Quintett auf den 9 Tracks in erstaunlich guter Form. Der Großteil der Songs lebt von markigen Riffs und Härte (na klar!), die natürlich bestens zu den fetten Growls von Fronter Mika Lisitzin passen. Der Fünftakter ist aber auch schon mal in der Lage, den wutschnaubenden  Riffpegel runterzufahren, was in „Spin“, dem zweiten Stück der Platte exzellent funktioniert. In diese Richtung darf’s ruhig noch mehr gehen.
Rainer Guérich


THE FALLOUT THEORY
So Happy Youre Not Here
Lockjaw Records/Alive
@@@@


Dieses britische Quartett kommt aus Worcester und favorisiert eine Mischung aus poppigen Elementen und EMO-Punk. Die 10 Tracks gehen gut ins Ohr, wobei ich als Anspieltipps Songs wie „Second Guess“ und „You Can‘t Hug A Photograph“ nennen möchte. Wer Bands wie Taking Back Sunday mag, unbedingt mal anchecken.
Jörg Eifel


FAUST AGAIN
Hope Against Hope
Circulation/Soulfood
@@@@


Faust Again sind eine beachtenswerte Death Metal-Band aus dem benachbarten Polen, die hier über weite Strecken überzeugen können. Ultraharte HC-Riffs treffen auf irres Gegeifer des Fronters, der schon auf dem Opener „To Dwell On Thoughts Of You“ eine Kostprobe seines Könnens gibt. Löblich sind auch die zahlreichen Tempiwechsel, die den Tanz auf dem Vulkan spannend gestalten.
Olaf Rominski
 


Feuerschwanz
Prima Nocte
Deaf Sheperd/Indigo
@@@@


Die Erlanger Band bringt im Gegensatz zu Gruppen wie In Extremo und Corvus Corax die  ungeschönte Wirklichkeit von Mittelaltermusik ans Tageslicht. Ihre Geschichten, die sie mit ohrgängigen Melodien und Rock- und Folkelementen verpacken, erzählen vom wahren Rittergelage. Und das war mitunter ebenso lüstern wie eklig.
Jörg Eifel


FURIA
Kheros
Season Of Mist
@@@@


Neue CD der französischen Death-Metal Band Furia, die in ihren Sound majestätische Keyboards, aber auch cleane Vocals integrieren. Ein ziemlich moderner und frischer Metal-Sound mit den Anspieltipps "Insomnia" und "End Of A Belief, The Beginning Of A Truth.
Mike Braun



Guru Guru
Mani und seine Freunde
Moshi Moshi
In The Guru Lounge
Revisted Records/SPV
@@@@


Erstes Album aus einer Reihe von Guru Guru Wiederveröffentlichungen ist "Mani und seine Freunde" , eine Collaboration von Guru Guru Häuptling Mani Neumeier und seinen Freunden von Bands wie Kraan und Karthago. Musikalisch wird die ganze Palette psychedelischer Krautrock-Musik abgedeckt, wobei insbesondere ein Reinhören in Tracks wie "I’s Your Turn" und "From Another World" hörenswert ist. Dieses Stück findet sich auch als Bonus-Livetrack auf der edel aufgemachten Neuedition. "Moshi Moshi" stammt aus dem Jahre 1997 und ist noch ein recht junges Guru Album. Moderner Rock mit gelegentlichem Asia-Touch und groovigen Harken. Sehr ansprechend, genauso wie die fast 14minütige "Elektrolurch-Mutation" (immer noch ein Knaller!). "In The Guru Lounge" ist kein Re-Issue, sondern ein brandneues Guru Guru-Album, zu dem Mani von seiner japanischen Frau Etsuko Watanabe inspiriert wurde. Ein hörenswerter Soundclash zwischen Rockphasen, loungigen Passagen, Psychedelic und Jazz. Die Tracks 7 bis 13 (u.a. "Cool Baby", "Kirk It Roland") bilden die sogenannte Guru Lounge Suite.
Rainer Guérich


Hämatom
Nein
Eigenvertrieb:
haematom.de


@@


„Abschaum, der fasziniert, entsetzlich, furchtbar, faszinierend“ lobt das Info diese Scheibe der deutschsprachigen Metaler/Hardcorer. Die Wörter „furchtbar“ und „Abschaum“ kann ich unterstreichen. Einen Bonuspunkt hat sich das Hämatom wegen dem siebten Track „Hänsel & Gretel“ dazuverdient.
Tim Beldow
 



Haemorrhage
Apology For Pathology
Morbid Records/Soulfood
@@@@


Die spanischen Grindcorer von Haemorrhage beglücken uns diesen Monat mit einem abgehangenen Schocker. „Apology For Pathology“ hält, was der Name verspricht: abgefahrene Gitarrenfahrten, ultrafiese Growls und jede Menge In-die-Fresse-Salven. Ein Besuch in der Pathologie lohnt sich nicht nur bei Bluthappen wie „Posthumous Predation“ und „Antemortem Thanatopraxis“.
Olaf Rominski


Horrified
In The Garden Of The Unearthly Delights
Black Lotus/Twilight
@@@@@


Das lob’ ich mir! Tolle Wiederveröffentlichung der griechischen Underground Death Metaller Horrified, die ein feines Händchen für Melodieführung, Einsatz weiblichen Gesangs (mal „Cawling Silence“ lauschen) und düsteren Extrem-Metal schon auf diesem Erstlingswerk aus dem Jahre 1993 perfekt zelebrierten. Der Horrified-Gitarrist Stavros und Basser Thanos unterstützen on Stage übrigens auch schon solche namhaften Acts wie Rotting Christ und Nightfall. Da kann ich nicht anders als 5 Punkte zu zücken und hoffe bald wieder etwas von den Griechen zu hören.
Tim Beldow



The Horror The Horror
The Horror The Horror
TR/Indigo
@@@@


Bezugnehmend auf eine Textzeile von Marlon Brando in dem Klassiker „Apokolypse Now“, in dem er das Grauen des Krieges beschreibt, nennt sich eine brandneue Band aus Stockholm The Horror The Horror. Wobei ihr selbstbetiteltes Debüt alles andere als grauenvoll ist. Den fünf Jungs gelingt vielmehr eine vielschichtige und durch die Bank eingängige Mixtur aus Garagenfeeling, straightem Gitarrenrock und Crossover. Ohne sich dem Mainstream anzubiedern, gelingt den Skandinaviern in Songs wie „All I Can Do“ oder „Sound Of Sirens“ eine raumgreifende Sound-Offensive zwischen superflauschigem Wohlfühlen und wilder Krachorgie.
Frank Zöllner


INKED IN BLOOD
Lay Waste The Poets
Facedown/Cargo
@@@@


Wer auf Atreyu kann, sollte sich vielleicht diesen neuen Longplayer des US-Fünfers Inked In Blood zulegen. Was hier geboten wird, ist bester Metal-Core mit frischer Melodik und Old School-Gesang. Alleine schon der Opener „All That Remains...“ ist den Kauf der CD wert. 4 Punkte aus der Metalcore-Portokasse an ein sympathisch roughes Gespann.
Tim Beldow


Jadis
Photoplay
Insideout/SPV
@@@@@


Gelungenes fünftes Album der britischen Progrocker um die beiden IQ-Männer John Lovitt (bass) & Martin Orford (keys), Steve Christey (drums) sowie Sänger Gary Chandler, der mit seinem warmen Gesang zur gelungenen Atmosphäre von Tracks wie „What Goes Around“ und „I Hear Your Voice“ beiträgt. Wer auch nur ein bisschen auf Progrock kann, sollte sich diese CD schnellstmöglich einverleiben.
Bernd Oppau
 


Danko Jones
Sleep Is The Enemy
Bad Taste Records
@@@@@


Kompromisslos straightes Power Rock‘n‘Roll Meisterwerk von Danko Jones, der schon auf dem Opener “Sticky Situation” extrem rasant loslegt. Textlich handeln die Songs über Frauen & Drogen, unverkennbar Danko, musikalisch groovy und kraftstrotzend verpackt. Mein persönlicher Anspieltipp ist übrigens das ebenso hymnische wie sleazy „Baby Hates Me“. Klasse!
Bernd Oppau


Jorn
The Duke
AFM Records/Soulfood
@@@@@@


The Duke is back! Um uns die Wartezeit bis zum nächsten Masterplan-Album zu verkürzen, legt Sänger Jorn Lande nun dieses hochklassige Hardrock-Album vor. Ein wahrer Ohrenschmaus, bei dem ich entzückt die Höchstnote verteile und euch neben der Granate „Stormcrow“ eigentlich alle Songs dieses meisterhaften Longplayers ans Herz legen möchte. Musik aus dem tiefsten Rockherzen, überzeugend und hochklassig vorgetragen mit keinerlei auszumachenden Schwachstellen. An den Keyboards sitzt übrigens niemand Geringeres als Don Airey. In diesem Sinne: Stay hard!
Tim Beldow


KATANGA
Darkchild
Rabazco/Soulfood
@@@@


Gothic Freunde sollten sich unbedingt diese bereits 2004 aufgenommene und jetzt veröffentlichte CD der Band Katanga anhören. Die Gruppe macht einen äußerst abwechslungsreichen Gothic Rock mit gelegentlichem Metaleinschlag. Die Songs sind sehr variabel gehalten, wobei Bands wie HIM oder Dreadful Shadows als vergleichbare Hausnummern genannt werden sollen.
Mike Braun


KomasSue
Insanity
STF Records/M-System
@@@@


Ein vielversprechendes Debüt der aus Deutschland stammenden Alternative Emo-Rock Band KomaSue, die mit den 11 Tracks auf “Insanity” durchaus zu überzeugen wissen. Schöne variabel gringende Gitarrenfront paart sich mit dem sehr eigenen Gesang des Frontmanns (hab‘ leider keine Infos gefunden, wer das ist), der auch in die Gothic-Szene gut reinpassen würde. Hört euch mal hierzu „Hide And Fall“ an. Auf „My Time“ wird die Stimme auch teils Vokoder-verfremdet. KomaSue haben sich echt was einfallen lassen.
Mike Braun


Liv Kristine
Enter My Religion
Roadrunner
@@@@


Auf ihrer zweiten Soloarbeit demonstriert die ehemalige Theatre Of Tragedy-Frontfrau ihr stimmliches Potential. Wie bereits auf ihrer ‘98er Debütarbeit „Deux Ex Machina“ leben die 12 Songs von einer Mixtur aus poppigem Mainstream, straightem Rocksound und der sphärisch entrückten bis hart zupackenden Stimme von Liv Kristine. Den Titel der Gothic-Queen hat die Norwegerin natürlich nicht abgegeben. Doch auch Fans der etwas härteren Gangart sollten sich die vorliegende Rille ruhig einmal zu Gemüte führen.
Frank Zöllner


LIAR
Murder Manifesto
GSR/Cargo
@@@@@


Ein gefundenes Fressen für alle Metalcore-Anhänger sind die Belgier Liar, die mich auf dieser Scheiblette überzeugen können. Zwischen den treibenden Rhythmus-Parts und melodiösen Strukturen passen auch die skandinavischen Death Metal-Einflüsse schlüssig ins Gesamtbild. Als Warm-Up-Vorschlag bietet sich das ohrgängige „The Final March“ an und ich verbleibe mit 5 Punkten und freundlichen Grüßen.
Tim Beldow


LOOKING FORWARD
Path We Tread
No Innocent Victim
To Burn Again
Facedown Records/Cargo
@@@@


Die New Yorker Looking Forward haben sich dem klassischen Straight-Edge Hardcore verschrieben und beginnen ihren Longplayer in bester Sick Of It All-Manier. Das hat Knochen, es gibt aber auch allerlei Midtempo-Melodien und hymnische Refrains. Als Anspieltipp empfiehlt sich das Titelstück. – Einen neuen Player am Start haben auch die US-Hardcorer von No Innocent Victim. „To Burn Again“ hält, was der Titel verspricht: schön wütend, immer variabel und sehr cool schießen Tracks wie „Set Apart“ aus den Boxen. Irgendwo in der Schnittmenge von Agnostic Front, Biohazard und Madball.
Jörg Eifel



March
Turn
Redfield Records/Cargo
@@@@


Eine Wiederveröffentlichung des gesuchten Projekt-Albums von Gameface-Frontmann Jeff Caudill und Michael Bains, das 1995 erschien. Eigentlich seltsam, das die Beiden ihre Band March schon kurz nach der Veröffentlichung von „Turn“ auflösten, denn ihr wunderschöner Collegrock im Stile von den Counting Crows oder Buffalo Tom hat auch heute nichts von seinem Charme eingebüßt. Anspieltipps: „Happy Geeks“ und „Bookcliffs“.
Jörg Eifel
 


Marlowe
Deep Breathe Fake Air
Probe Plus/Rough Trade
@


“Ich wollte ein durchweg brillantes Rockalbum machen, welches nicht nach 5 Liedern nachlässt.” Nach diesem Anspruch von Marlowe-Mastermind Simon Bradshaw kann der Daumen nur ganz nach unten gehen. Ich hatte schon Probleme damit, das erste Stück zu überstehen. Schrammeliger Alternativesound, so erfrischend wie eine abgestandene Apfel-Schorle. Obacht vor diesem Tonträger mit zusätzlich schlechter vokaler Leistung!
Rainer Guérich


Maroon
When Worlds Collide
Century Media
@@@@


Die Combo aus Thüringen liegt auf ihrem Player lautstark, straight-ahead und voll im Hardcore-Fieber. „When Worlds Collide“ ist ein wahres Fest für alle Liebhaber speediger Fetzgitarren und growliger Vocals, die vor gelegentlichen Ausflügen in tiefe Gothic-Gefilde ebenso wenig zurückschrecken wie vor der obligaten Feuerzeugballade. Maroon legen hier ein hochverdichtetes Klanggebilde aus Metal, Core und Gothic-Elementen vor, das die Fünf nicht nur als knallharte Schwermetaller sondern auch als erstklassige Songschreiber auszeichnet. Anspieltipp: „The Omega Suite“!
Olaf Rominski


Matchbook Romance
Voices
Epitaph/SPV
@@@@@


Tolles Alternative/EMO-Album, das Matchbook Romance hier vorlegen. Exzellente Stimme von Sänger und Gitarrist Andrew Roman, mächtige Gitarrenwände und eine Menge fiebriger Atmosphäre, die den Hörer zu einer Berg- und Talfahrt der Gefühle einladen. Unbedingt den klasse Opener anhören.
Bernd Oppau


MEW
And The Glass Handed Kites
MY MORNING JACKET
Z
Sony BMG
@@@@


In ihrer dänischen Heimat werden MEW mit Auszeichnungen und Preisen überhäuft, nun wollen sie sich mit Album No.4 auch dem deutschen Publikum vorstellen. Ihr Sound beinhaltet Rockgitarren genauso wie eine große Portion Pop. Als Anspieltipps empfehlen sich Songs wie „Apocalypso“ und „Seething Rain Weeps For You (Uda Pruda)“. Auf “Why Are You Looking Grave?” ist zudem die Stimme von Ex-Dinosaur Jr. J. Mascis zu hören. Empfehlenswert! – My Morning Jacket stammen aus Kentucky und haben sich dem Alternative-Sound verschrieben. Für den abwechslungsreichen Sound auf „Z“ war kein Geringerer als Produzent John Leckie (u.a. Radiohead, Stone Roses) verantwortlich. Als Anspieltipp empfehlt sich hier das countryeske „It Beats 4 You“.
Jörg Eifel


Necromantia
Crossing The Fiery Path
Scarlet Evil, Witching Black
Ancient Pride
IV: Malice
Black Lotus/Twilight
@@@@


Black Metal Freunde sollten nach vier interessanten Re-Releases der griechischen Black Metal-Legende Necromantia Ausschau halten. Lohnenswert sind hierbei insbesondere die drei raren, ursprünglich auf dem Osmose-Label veröffentlichten Alben „Crossing The Fiery Path“ (1993), „Scarlet Evil, Witching Black“ (1995) und „Ancient Pride“ (1997). Nicht übel ist auch das reguläre letzte Studioalbum der Griechen „IV: Malice“ aus dem Jahre 2001. Alle vier Scheiben sind auf 1.000 Exemplare limitiert und verfügen über 1 bis 2 Bonustracks.
Conny A. Rettler



Gary Numan
Jagged
Cooking Vinyl/Indigo
@@@@@


Nach fünfjähriger Pause meldet sich Gary Numan mit einem ebenso düsteren wie faszinierenden Album zurück. „Jagged“ verbindet elektronische Sounds mit einer gehörigen Portion Rock und den unverkennbaren Stimme Numans. Für die Roughheit der Drums sorgte Jerome Dillon von Nine Inch Nails, die abgefahrenen Gitarrenriffs stammen von The Prodigy-Live-Gitarrist Jerome Dillon.
Bernd Oppau


ON THE OUTSIDE
Tragic Endings
Thorp/Cargo
@


Irgendwie beschleicht mich hier das Gefühl, dass der CD-Käufer mal so richtig über den Ladentisch gezogen werden soll. Unter 20 Minuten dauert das Debüt der norwegischen Old School Hardcorer On The Outside. Da gibt‘s von mir den Stinkefinger, gleichbedeutend mit der Punktzahl.
Tim Beldow


The Pariahs
Same
Fading Ways/Soulfood
@@@@


Den Titel Workingclass-Band hat sich der 1989 in Kingston gegründete Fünfer mit seinem frechen Gitarrensound aus Punk, Metal und Rock-Attitüden bereits vor Jahren redlich verdient. Dass die Jungs dabei auch mit Größen wie Therapy?, Deftones und den Ramones auf der Bühne gestanden haben, hat ihrem straighten, unverwässerten Rock keinen Abbruch getan. Auch heute noch spielen The Pariahs den harten Punk-Rock ihrer frühen Tage. Nachzuhören auf ihrem brandneuen Dreher „Same“. Hart, aggressiv und bissig!
Enzo Bach


Pharaoh
The Longest Night
Cruz Del Sur/Alive
@@@@


Mit fett bratenden Gitarrenriffs eröffnen Pharaoh im Opener „Sunrise“ ihr neues Album. Dann legt Shouter Tim Aymar mit inbrünstiger Stimme los. Im Saft und Kraft steht auch gleich die Nummer „I Am The Hammer“, vorangetrieben durch eruptierende Gitarrensalven.  Die Band hat zweifellos eine Vorliebe für Frickeleien, wobei mir Pharaoh am besten gefallen, wenn sie die Balance zwischen Melodie und Härte ziemlich ausgewogen halten, beispielsweise auf „In The Violet Fire“, einem der stärksten Songs des Albums.
Rainer Guérich


Pitbulls In The Nursery
Lunatic
Thundra
Worshipped By Chaos
Black Lotus/Soulfood
@@@@


Zwei Scheiben für den Extrem-Metaler: Pitbulls In The Nursery spielen einen abgefahrenen Soundclash, der im Opener „Lente Agonie“ avantgardistisch und atmosphärisch klingt, aber schon in Track 2 („Lunatic Factory“) mit bizarren Temposchüben und den Growls von Sänger Julien zu gefallen weiß. Wütende Pitbulls, wehe wenn sie losgelassen! - Weiter geht’s nach Norwegen, wo sich die 6 Mannen von Thundra um ehemalige Mitglieder von Bands wie Enslaved und Einherjer formiert haben. Abgehangener Blackmetal mit interessantem Wechselspiel zwischen roughen Growls und cleanen Shouts. Hörenswertes Teil!
Conny A. Rettler


Proto-Kaw
The Wait Of Glory
Insideout/SPV
@@@


Kerry Livgren, einst Ur-Kansas Mitglied, Songwriter und Multiinstrumentalist, stellt seine bereits 2. Scheibe unter dem Pseudonym Proto-Kaw vor. Dabei knüpft Livgren&Crew nicht unbedingt an alte Kansas-Tage an, man kommt der Sache in den zehn neuen Songs allerdings schon ziemlich nahe. Mal davon abgesehen, dass Proto-Kaw einen ziemlichen Schluck aus der Psychedelic-Pulle genommen haben, steht ihr progressiver Rocksound mit meterhohen Gitarrenwänden und dichten Arrangements im Vordergrund. Nicht unbedingt neu, aber immer noch ganz nett anzuhören.
Frank Zöllner


Pure Inc
A New Day’s Dawn
AFM Records/Soulfood
@@@


Dass ich die Schweizer Rocker Pure Inc. eigentlich noch nie richtig gemocht habe, daraus mache ich keinen Hehl. Es ist mir auch nicht ganz klar, warum das so ist, da sie handwerklich ganz passabel sind. Mein Eindruck ändert sich leider auch nicht bei diesem neuen Pure Inc. Album, das weder Fisch noch Fleisch ist, nicht grottenschlecht, aber auch nicht besonders gut. Na ja, vielleicht erlaubt ihr euch ein eigenes Urteil. Ich vergebe somit neutrale 3 Punkte und greife in Sachen Schweizer Hardrock lieber zur aktuellen Shakra-Scheibe.
Tim Beldow


ReActivate
Reactivate Your Mind
Synthetic Product Records/Indigo
@@@


Das German-Duo ReActivate verbindet auf seiner Debütscheibe Dark-Wave mit einer gehörigen Prise Tekkno-lastiger Drum‘n‘Bassläufe und einem kurzweiligen Pop-Mix. Dazu gibt’s  simple Harmoniemuster mit unterkühltem Darksound und Vocoder verfremdete Vocalparts. Wem Depeche Mode in den 80er gefallen haben, und wer auch mit Technobeat zwischen 80-100 BPM etwas anfangen kann, dem dürfte „Reactivate Your Mind“ gefallen.
David Comtesse


SACRIFICIUM
Escaping The Stupor
Black Lotus/Twilight
@@@@


Das zweite Album der Stuttgarter Death Metaller Sacrificium erscheint beim griechischen Black Lotus Label. Schön brutal kriechen die einzelnen Tracks hervor, wobei als vergleichbare Bands von meiner Stelle Dismember und Obituary genannt werden sollen. Eine akzeptable Leistung, die mir 4 Punkte wert ist.
Tim Beldow
 


Saeko
Life
Armageddon/Alive
@@@@


Sehr eigenständiges und kraftvolles Album der japanischen Sängerin Saeko, die ihre Scheibe von den beiden Metalium-Mitgliedern Lars Ratz und Michael Erhe produzieren ließ. Zwischen metallischer Härte und aller Emotionalität kommt auch der asiatische Aspekt nicht zu kurz. Anspieltipp: „Tears Of Life“.
Jörg Eifel
 


Sepultura
Dante XXI
Steamhammer/SPV
@@@@@


Sepultura sind immer wieder für eine neue Großtat gut. Auf ihrem neuen Album hat die Band die „Divina Comedia“ (die göttliche Komödie) des italienischen Dichters und Philosophen Dante Aligherie verarbeitet. So stimmungsreich wie die literarische Vorlage geriet auch die musikalische Umsetzung. Die von Dante beschriebene Reise durch die 3 Reiche der Toten (Hölle, Fegefeuer, Paradies) wurde mit reichhaltigem instrumentalen Vokabular Sepultara-like umgesetzt. Prädikat: besonders wertvoll.
Olaf Rominski


The Slackers
Peculiar
Hellcat/SPV
@@@@


„Immer auf Achse“ könnte man den Slackers ins Stammbuch schreiben. So gehen jedes Jahr ca. 150 Livegigs auf ihr Konto, bei denen sie auch schon mal als Support für Acts wie Rancid, Pennywise oder Toots&The Maytals den Fans so richtig einheizen. Und genau hier kommt ihr kreativer und eigenwilliger Sound zum Tragen, der zwar im Reggae, Dub & Ska tief verwurzelt ist, allerdings auch ausgeflippte Improvisationen oder richtigen Fullhand-Rock zulässt. „Peculiar“ ist einfach eine coole Scheibe!
Enzo Bach


Stahlhammer
Opera Noir
Def Dick International/Soulfood
@


Viel Schatten, wenig Licht. Für eine Gothic-Metal-Band mit deutschsprachigen Texten vielleicht ein ganz gut gemeintes Kompliment. Ist es im Falle der österreichischen Rammstein-Klone Stahlhammer aber nicht. Ihr „Opera Noir“ kommt glatte 10 Jahre zu spät, Daumen runter und ein Punkt aus dem Armentopf für den schönen CD-Titel und den Totenkopf auf dem Cover-Artwork.
Tim Beldow


SOUL DOCTOR
For A Fistful Of Dollars
Frontiers/Soulfood
@@@@


Endlich liegt das dritte Album von Soul Doctor nun auch in den deutschen CD-Regalen, nachdem es in Japan schon veröffentlicht wurde.  Trotz erheblicher Line-Up-Veränderungen (Neuzugänge Jogy Rautenberg - Bass,  Mario B. - Drums und Martin Zitzmann -Keys) hat sich die musikalische Ausrichtung nicht verändert. „For A Fistful Of Dollars“ bietet soliden Hardrock mit gelegentlichem Balladenfeeling. Stärkste Songs sind für mich der Opener „Eatin On Me“ und das Mundharmonika-verzierte  „Best Way To Fade“.
Bernd Oppau
 


Stride
Imagine
Sensory/Alive
@@


Eigentlich könnten die amerikanischen Stride eine verdammt gute Progrock-Band sein. Das Können ist jedenfalls da und blitzt in den 9 Songs auf diesem Player auch an vielen Stellen auf. Vor allem Keyboarder Rick Flores und Gitarrist Joel Gregoire haben sich hier eine besondere Belobigung verdient. Was mir missfällt, ist der AOR-Gesang von Sänger Gary Belin (meiner Meinung nach eine glatte Fehlbesetzung). Deswegen vergebe ich auch nur 2 Punkte und verweise auf weitaus bessere Bands des Labels wie Wobbler und Indukti.
Tim Beldow


The Tangent
A Place In The Queen
Insideout/SPV
@@


Wer ihr 2004er Album „The World That We Drive Trough“ noch im Ohr hat, wird bei „A Place In The Queen“ nicht mehr aus dem Staunen herauskommen. Nicht nur hat sich das Line-Up von The Tangent so grundlegend geändert, dass nur noch Bassist Jonas Reingold übrig geblieben ist, auch scheint sich der Sound der britisch-schwedischen Progrock-Formation immer stärker Richtung weichgespülter Soundlandschaften zu entwickeln. Da helfen auch nicht die lose eingestreuten Gitarrenlicks und atonal anmutenden Klangexperimente. In diesem Fall wäre weniger mal wieder mehr gewesen!
Frank Zöllner


Topper
Once A Punk Always A Punk
Wild Kingdome/Rough Trade
@@@@


Allen, die den Punk schon seit Jahren auf dem Sterbebett sehen, sei der schwedische Import wärmstens ans Herz gelegt. Wunderprächtig schön und mit wahren Klassiker-Qualitäten lassen Topper das alte Punkerherz höher schlagen. Die Jungs schwitzen jede Menge rotziger Bratpfannen-Riffs aus den Rillen, dass es selbst beim Geschirrspülen angenehm prickelt.
Enzo Bach


Toto
Falling In Between
Frontiers/Soulfood
@@@


Durchwachsenes neues Totoalbum. Wer die drei ersten Stücke der Scheibe nicht eingeschlafen ist, bekommt mit „King Of The World“ das erste Highlight mit. Dann wird’s mit dem tempovariierenden „Hooked“ und dem rockigen „Taint Your World“ richtig gut. Empfehlenswert ist auch die Fusion-Nummer „Let It Go“. Fazit: Ausfälle und gute Songs halten sich in etwa die Waage.
David Comtesse


PAT TRAVERS & APPICE
Bazooka
Music Avenue/Soulfood
@@@@@


Tolles Bluesrock-Album von Pat Travers und Drummer Carmine Appice, die sich mit Tony Franklin (The Firm, Jimmy Page) und Chuck Wright (Quiet Riot, House Of Lords) gleich zwei Bassisten mit ins Studio genommen haben. Auf dem Spielplan stehen neben ihren eigenen Liveklassikern (“Boom Boom“, “Snortin‘ Whiskey”) auch klasse Coverbearbeitungen von Stevie Wonder (“Superstition”), Cream (“Politician”) und Aerosmith (“Last Child”). Als Gäste sind auf der Scheibe auch noch Bobby Kimball und Steve Lukather von Toto zu hören.
Mike Braun


TV SMITH
Misinformation Overload
Goldene Zeiten/edel
@@@@


Wieder mehr Punk-orientiert als auf seinem letzten Album präsentiert sich TV Smith auf seiner neuen Platte „Misinformation Overload“. Seine gewohnt scharfzüngigen Lyrics kommen in Songs wie "Good Times Are Back" und "Second Class Citizens" besonders gut rüber. Auf „Carrying On“ gibt‘s zudem noch einen Ausflug in Reggae-Gefilde.
Jörg Eifel


UNDERGOD.
Killove
Rabazco/Soulfood
@@@@


Die Schweizer Electro-Rocker von Undergod. stellen mit „Killove“ ihr neues Album vor. Zu ihren unverkennbaren Trademarks zählen die unverkennbare Stimme von Tommy Baumgartner und eine ziemlich geniale Kombination von Elektronik-Elementen und Gitarrenbreitseite. Fans von Bands wie Nine Inch Nails, Ministry und Filter sollten das Teil unbedingt mal anchecken. Am besten gleich den genialen Eröffnungstrack „Berlin“.
Mike Braun


U.S. Bombs
We Are The Problem
People Like You/SPV
@@@@@


Duane Peters, „The Master Of Disaster“ und seine Crew  schmeißen ihre Bomben wieder auf das geneigte Punkrock-Publikum, das von dem neuerlichen Meisterwerk begeistert sein dürfte. Der Highlights gibt es viele, wobei an dieser Stelle insbesondere das smashige Gitarrenbrett „Do It Again“ und das wütende „Revolution Weekend“ genannt werden sollen. Selbst für einen relaxten Aufenthalt am Piano und der Jukebox im „Heartbreak Motel“ haben die Jungs Zeit und intonieren eine wunderschön degenerierte Tanznummer. Mr. Peters und seiner Band scheinen die Ideen wohl nie auszugehen - ein Glück!
Rainer Guérich


The Waking Eyes
Video Sound
Warner/Soulfood
@@@


In ihrer kanadischen Heimat gehören The Walking Eyes seit einigen Jahren zur Garagen/Crossover-Szene. Hochenergetisch und dynamisch ist ihr straighter Rocksound, der stark auf klirrende Overdrive-Gitarren setzt und mit harten Vocal-lines gepaart wird.  Zwischen richtigen Abrock-Nummern, rotzigem Alternative-Sound und raumgreifenden Melodien ergibt das eine durchaus brauchbare Scheibe.
Mike Braun
 


[wa:rum]
Bilingual
Tonesetters/Radar motionfx
@@@


[wa:rum] sind ein AlternativeGitarrenpop-Trio, das hier musikalisch über weite Strecken überzeugen kann. Was den Hörerkreis der Platte allerdings einschränken dürfte, ist der sehr spezielle Gesang und die Tatsache, dass in Deutsch bzw. im Sprachen-Mix deutsch-Englisch gesungen wird. Ist nicht so mein Fall, aber es soll ja Leute geben, die so was mögen...
David Comtesse


WATERDOWN
All Riot
HAWTHORNE HEIGHTS
If Only You Were Lonely
Victory/Soulfood
@@@/@@@@


Eine deutsche Band auf Victory Records? Die Osnabrücker Waterdown haben es geschafft und legen hier mit „All Riot“ ein ordentliches Punkrock-Album vor. Zwar nichts grundlegend Neues, macht in einigen Songs aber durchaus Spaß. Produziert hat das Ganze übrigens Ingo Knollmann von den Donots, was den Hördurchlauf ziemlich ohrgängig gestaltet. – Gut ins Ohr geht auch der Silberling von den Hawthorne Heights, die in ihrer amerikanischen Heimat eben mal 700.000 Exemplare ihres Vorgängers über den Ladentisch geschoben haben. „If Only You...“ ist der konsequente Nachfolger und bietet alle Ingredienzien, die man auch von Bands wie Taking Back Sunday kennt: melodischer Emo-Rock mit enormen Hitpotential.
Enzo Bach


Zamarro
The Best Is On Your Track
Supermodern Music/Indigo
@@@@


Mit ihrer zweiten Einspielung zementiert der Baseler Dreier seinen Ruf als straighte Rockband alter Schule. Wie bereits auf dem Debüt „Lust In Translation“ servieren uns Zamarro einen kraftstrotzenden und rotzfrechen Rock mit jeder Menge Midtempo-Rhythmen, heißen Stompern und Abmosh-Nummern. Ganz im Stile der „guten alten Rocktage“ lassen die Eidgenossen die Gitarrensaiten kreisen und die Amplifier Überstunden machen. Genau die richtige Scheibe, um ein paar Bier dabei zu zischen.
Olaf Rominski



Zoo Army
507
Rockin’ Nation Music
@@@@


Alternativer Rocksound aus deutschen Landen ist schon lange keine Besonderheit mehr. Hiesige Newcomer zeigen der Konkurrenz aus Übersee nur zu gerne die Zähne. So auch Zoo Army, eine Formation aus München, die mit „507“ ihren Debütdreher vorstellt. Seit einigen Jahren im Geschäft, haben die Jungs um Frontshouter&Gitarrist Gil Ofarim schon als Support für die Leningrad Cowboys oder Fury In The Slaughterhouse feste in die Saiten gegriffen und sich in ungezählten Livegigs die notwendige „Routine“ erspielt. Mit 13 brandneuen Songs stehen Zoo Army jetzt am Start und zeigen vom ersten Akkord an, was Sache ist. Harter und straighter Crossover-Sound geht dem Vierer genauso leicht von der Hand wie puristische Akustik-Momente oder auch mal eine gefühlvolle Ballade. Ein erstaunliches Soundpotential mit beachtlicher Sogwirkung!
Frank Zöllner


inHard | Bei Fußenkreuz 11 | D-66806 Ensdorf | Germany | Phone: ++49 6831-5095-30 | Fax: ++49 6831-5095-32 | eMail
© 2005-2006  www.inhard.de alle Rechte vorbehalten