Sept./Oktober 2003

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@ schlecht

Adam West, Arch Enemy, A Return To Fantasy, Chung, Alice Cooper, Daylight, Domain, Doom Sword, Duke, Dungeon, Enchant, Epica, E Town Concrete, Godhead, Holy Mother, Human Fortress, Killing Joke, Lana Lane, Life Of Agony, Linea 77, MCF, Macabre, Morbid Angel, Nevermore, Erik Norlander, Pablo, Pride, Queensryche, The Revolvers, Rising Faith, Eric Sardinas, Screamin Stukas, Shadow Season, Shakra, Silent Edge, Skullboogey, Stripsearch, Terrorwheel, Thunderbolt, To My Surprise, Veagaz, Virgin Black, Wellwater Conspiracy, Where The Bad Boys Rock 2, Zeraphine

Adam West
God’s Gift To Women
People Like You/SPV
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Spontan und kraftvoll rockt der Garagen-Punk’n’Roll von Adam West aus den Boxen. Die Band um den charismatischen Frontmann Jake Starr lässt auf diesem Teil auch wirklich nichts anbrennen. Das Gaspedal wird bis zum Anschlag durchgetreten. Songs wie „Trying To Be A Man“ und der energetische Opener „Devilishly Handsome“ verpassen euch einen kräftigen Asskick. Überhaupt lässt der Longplayer wenig Zeit zum Luft holen. But: That’s Rock’n’ Roll!
Conny A. Rettler


Arch Enemy
Anthems Of Rebellion
Century Media / SPV
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Obwohl, oder gerade weil Death-Metal nicht gerade meine Lieblingsrichtung innerhalb der harten Musik darstellt, bin ich von der neuen, mittlerweile fünften Veröffentlichung aus dem Hause der Schweden plus deutscher ähm „Sängerin“ angenehm überrascht. Die 10 Songs (plus 1 Intro und 2 Instrumentals) leben in erster Linie von der abwechslungsreichen Gitarrenarbeit der Amott-Brüder und den Growls von Angela Gossow. Wer hätte je gedacht, dass Frauen so röcheln können? Respekt!
Christian Kissel


A Return To Fantasy
Tribute To Uriah Heep
Century Media/SPV
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Ganz nett, aber auch recht überflüssig angesichts des Veröffentlichungs-Overkills der letzten Monate, ist diese Lobpreisung auf die Hardrocker um Gitarrist Mick Box. Da es sich hauptsächlich um Bands des Power-Metal-Bereichs handelt, sind die Versionen von „Easy Livin“ (Angel Dust), „Rainbow Demon“ (Tad Morose), „Bird Of Prey“ (Onward) und „Return To Fantasy“ (Sacred Steel) zwar härter als die Orginale, aber oftmals (zu) eng daran gehalten. Am besten, weil originellsten, ist die Doom-Version der „Lady In Black“ von Jack Frost. Aber auch Lana Lane`s „Weep In Silence“ ist einer der Höhepunkte.
Peter Hanf


Chung
Demented Mentors Of Spazzwave
Supermodern/Indigo
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Hinter dieser Band mit asiatisch anmutendem Namen verbergen sich ehemalige Mitglieder von PARTY DIKTATOR aus Bremen. Musikalisch machen sie laut Selbstverständnis sogenannten „Spazzwave“, also hoppelnd atonalen Gitarren-Punk-Trash. Bis zum zweiten Stück mag das noch ganz innovativ sein, aber dann geht einem der ganze K(r)ampf mit den Metallmonstern doch kräftig auf die Nerven. Dann doch lieber die acht Kostbarkeiten beim Chinesen um die Ecke!
Rainer Guérich


Alice Cooper
The Eyes Of Alice Cooper
Spitfire Records/edel
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Endlich mal wieder ein richtig überzeugendes Album von Alice Cooper! „The Eyes Of Alice Cooper“ bezieht seine Kraft in erster Linie aus seiner unvergleichlichen Roughness und Spontaneität. Alice Cooper hat sich wieder seiner eigentlichen Stärken besonnen und ein ehrliches Rock’n’Roll Album ohne große Overdubs eingespielt. 13 Songs hat der Powerman des Rock mit seinem bewährten Line-Up plus dem neuen Bassisten Chuck Garric aus dem Stein gehauen und quasi in Session-Atmosphäre recorded. Das Material zündet aus dem Start. Highlights gibt es eine ganze Menge auf der Platte: der kraftvoll- fordernde  Opener „What Do You Want From Me?“, das hymnische „Man Of The Year“ und das tighte „Spirits Rebellious“. Hörenswert ist auch die gefühlvolle Ballade „Be With You Awhile“, die regelrechtes Hitpotential offenbart. Von dieser Sorte können Sie gerne noch mehr Alben veröffentlichen, Mr. Cooper!
Olaf Rominski


Daylight
Vague Pictures Of Amazing Moments
Incendiary Records/M-System
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Dieser bemerkenswerte Sechser aus Recklinghausen hat ein Anliegen, das viele vergleichbare Bands leider zu oft außer Acht lassen: glaubhafte Emotionen mit einem Stilvokabular aus hartem Riffing, allerlei Tempobreaks und metallener Härte zu transportieren. Logisch, dass bei einem solchen Anspruch eine abwechslungsreiche Platte entstehen musste, mit der man ein Wechselbad der Gefühle durchlebt. Derber Schreigesang wechselt mit cleanem Gesang, rabiates Riffing wird von alternativen Momenten durchbrochen. Nie ist man sich sicher, wie eine Songstruktur weitergeführt wird oder welche Überraschung hinter dem nächsten Gitarrenhieb wartet. Hört euch mal „Red Sails In The Sunset“ und „The Greatest Of All Speeches“ an, und ihr versteht, was ich meine. Eine Platte, die selbst nach mehrmaligem Genuss den Hörer staunen lässt. „Amazing Moments“ ist für den Mosher ebenso geeignet wie für den Rock- oder Alternative-Fan.
Rainer Guérich


Domain
The Sixth Dimension
Point Music
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Die Melodic Power Metaller Domain haben es verstanden, sich nach ihrem 2001er Comeback-Album „One Million Lightyears From Home“ stetig zu steigern. Vorläufiger Höhepunkt bildet diesbezüglich das neue Album „The Sixth Dimension“, das an Ausgewogenheit zwischen Melodie, Härte und Balladenfeeling nicht zu überbieten ist. Schön, wie die Band um Sänger Axel Ritt großartige Spannungsbögen aufbaut, nach vorne treibt und mitunter auch wieder abschwellen lässt. Schon der Opener „World Gone Crazy“ ist aus solchem Holz geschnitzt. Die weiteren Highlights heißen „King’s Tears“, das progressive „Burning Red“ und „Sylighter“, der wilde Ritt in unendliche Höhen. Vorsicht beim Auto fahren, ihr werdet das Gaspedal oft durchtreten!
Rainer Guérich


Doom Sword
Let Battle Commence
Dragonheart/SPV
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Das “alte Streitross” des Melodic-Metal war mal wieder im Studio und legt ein neues Schlacht-Szenario vor. Die Rede ist von Doom Sword, die seit den ‘80er Jahren immer wieder mit metallisch glänzenden Poweralben in der Szene für Aussehen sorgten, dabei aber nie den Pfad des harten melodisch geprägten Epic-Rock verließen. Die Axtschwinger um Frontshouter Guardian Angel II nehmen den Fan in den 7 Tracks ihres Konzeptalbums mit ins blutige Schlachtengetümmel und berichten von Heldentaten, Niederlagen und glorreichen Siegen.
Frank Zöllner


Duke
Escape From Reality
Massacre / Soulfood
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Die Musik von Duke einzuordnen fällt schwer, da es keine richtigen Vergleichsmöglichkeiten gibt. Selbst die Tatsache, dass der Kopf der Truppe, Leo Szpigiel, früher bei Scanner und Angel Dust das Mikro geschwungen hat, hilft nicht direkt weiter. Daher gibt es schon mal einen Eigenständigkeitspunkt, der sich durch Songs wie „Rising Child“, „Wild Horse“, „Black And White“ und „Center Of Destruction Unknown“ auf 4 Punkte ausbauen lässt. Gelungenes Debüt, das sich erfrischend anders anhört, daher aber auch einige Durchläufe braucht...
Christian Kissel


Dungeon
A Rise To Power
Limb / SPV
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Fangen wir schon mal an zu hoffen und zu beten, dass es die Australier mal nach Europa verschlägt, um dem alten Kontinent zu zeigen, was eine echte Power-Metal-Harke ist. Was das Quartett aus Down Under auf seinem Debüt an Klassesongs auftischt, ist schon mehr als bemerkenswert. Titel wie „Insanity`s Fall“, „Where Madness Hides“, die Ballade „Life is Black“ und die als Hidden-Track versteckte Coverversion von Queensryche`s „Queen Of The Reich“ haben das Zeug  dazu, sowohl Underground-Metaller zu begeistern, wie auch die Masse zu erreichen und erfolgreich zu werden. Hoffentlich legen sich viele dieses 5 Punkte-Album zu, dann klappt`s auch mit Europa.
Christian Kissel


Enchant
Tug Of War
Inside Out / SPV
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Wenn Ihr auf große Veränderungen im Sound einer Band steht, seid ihr bei Enchant schon seit Jahren falsch. Die Band bleibt ihrem Sound auch noch nach 10 Jahren treu, schafft es dabei aber immer, das hohe Niveau zu halten. Höhepunkte sind der Opener „Sinking Sand“, „Living In A Movie“ sowie der fast neunminütige Abschluss „Comatose“. Das Instrumental „Progtology“ hätte man sich zwar auch sparen können, an der verdienten 5 geht aber trotzdem kein Weg vorbei.
Christian Kissel


Epica
The Phantom Agony
Transmission / Alive
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Würde mich nicht wundern, wenn diese Band in kurzer Zeit einen rasanten Aufstieg hinlegt. Zu viele der gerade aktuell erfolgreichen Bands werden hier zitiert, als dass ein Erfolg gänzlich ausbleiben sollte. Grob gesehen stehen hier alte Theatre Of Tragedy (Engelsstimmchen trifft Grunzer) Pate, wobei das Engelchen stimmlich eher in Richtung Nightwish oder Edenbrige klingt. Dennoch haben Epica auch eine eigenständige Note, was sich in der Melodieführung sowie den lateinischen Textauszügen bemerkbar macht. Wenn die Keyboards nicht so prägnant  wären, hätte es leicht auch ein Punkt mehr sein können.
Christian Kissel


E Town Concrete
The Renaissance
Roadrunner
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Der Vierer um Frontshouter Anthony Martini ist bereits seit gut sieben Jahren im Biz und kam dabei auf bis zu 200 Gigs pro Jahr. Nur die Sache mit einer Plattenfirma wollte einfach nicht klappen! Aber auch dieses Problem hat sich für E Town Concrete in Wohlgefallen aufgelöst, denn mit „The Renaissance“ steht ihr Powerdebüt bei Roadrunner in den Startlöchern. Ihr Sound geht vom ersten Akkord an unter die Haut und fusioniert aus straighter HipHop-Kost, hartem Metal und einem Gitarren-Crossover einen heißen und speedigen Energy-Drink, der voll in die Birne geht!
Conny A. Rettler


Godhead
Evolver
Reality/Sony
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Fünfter Streich der Crossover-Granaten aus Washington D.C.! Seit ihrem Vorgänger “2000 Years Of Human Error” sind die Jungs in aller Munde und können sich vor Livegigs kaum noch retten. Natürlich schlugen die Live-Erfahrungen sich auch songtechnisch auf ihrer neuen Scheibe nieder. “Schon während der ersten Aufnahmesession zu “Evolver” wurde uns bewusst, wie weit wir mit unserem Songwriting gekommen sind”, erzählt Frontmann Jason C. Miller. “Wir hatten wirklich genau die Zeit, die es brauchte, die Art von Songmaterial entstehen zu lassen, die wir uns immer schon vorgestellt hatten!” Stimmt aufs Haar, und wer‘s nicht glaubt, der muss sich ganz schnell “Evolver” im nächsten CD-Laden kaufen und ab in den Player damit. Aber nicht vergessen: Lautstärkeregler ganz nach rechts!
Frank Zöllner


Holy Mother
Agoraphobia
Steamhammer / SPV
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Ja, „Heilige Mutter“, was ist denn das? Die Band um Ausnahmesänger Mike Tirelli, der auch „Prayer For The Dying“ von Messiah`s Kiss veredelte, wandelt auf recht modernen Pfaden, die eigentlich nicht so recht passen. Wer von Knalleralben wie „Toxik Rain“ oder „Criminal Afterlife“ verwöhnt ist , muss erstmal schwer schlucken. Zwar hat auch dieses Werk seine starken Momente („Heaven`s Door“ und „Society, Anxiety“) und die Stimme von Tirelli ist immer noch die halbe Miete, aber dass ich nur (knappe) 4 Punkte für eine meiner Leibbands rausrücke, spricht Bände.
Christian Kissel


Human Fortress
Defenders Of The Crown
Massacre / Soulfood
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Was die Hannoveraner auf ihrer 2. Scheibe bieten, kann man als „Ritter-Metal“ (endlich eine neue Schublade) bezeichnen. Songs wie „Knights in Shining Armour“, der Titeltrack, „Gladiator Of Rome“ und „Holy Grail Mine“ sind nicht nur Nackenbrecher, sondern bestätigen die Vorliebe für die alten Rittersleut. Als groben Vergleich würde ich härtere Rhapsody ohne Bombast geben. Ein Album, das mir solide 4 Punkte wert ist und mich darüber hinaus veranlasst,  auf die Suche nach dem Erstling der Band zu gehen.
Christian Kissel


Killing Joke
Killing Joke
Zuma / Sony Music
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Acht lange Jahre mussten die Fans auf ein neues Album des „Tödlichen Witzes“ warten. Daher sind die Erwartungen so hoch gesteckt, dass sie, wie ich finde, nicht ganz erfüllt werden. Positiv ist, dass die Band weiterhin ihrem Stil, der wohl grob am ehesten mit Düster-Punk zu beschreiben ist, treu bleibt und nicht versucht, auf den Zeitgeist aufzuspringen. Herausragende Stücke sind der Opener „The Death & Resurrection Show“, der unerwartet hart ausgefallen ist, die Single „Loose Cannon“, die fast schon Hymnencharakter hat sowie „Dark Forces“. Nervig ist der Abschluss „The House That Pain Built“, der seinem Namen alle Ehre macht. Der Rest ist gehobenes Mittelmaß.
Christian Kissel


Lana Lane
Cover Collection
Transmission / Alive
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Obwohl die gute Lana nun schon seit Jahren gute bis sehr gute Alben auf den Markt bringt, ist sie den meisten Leuten noch unbekannt. Ob sich das mit dem vorliegenden Werk ändert, darf zwar bezweifelt werden, an der Qualität ändert das aber nichts. Wie der Name vorgibt, handelt es sich um Coverversionen von so unterschiedlichen Acts wie Kansas, Led Zeppelin, Enuff Z`Nuff, Giant, Queen, TNT, Scorpions und Rainbow. Bei diesen Namen wundert es nicht, dass es massig Highlights gibt, so dass ein Reinhören insgesamt nicht schaden kann. Ein gelungenes Werk, das einen zweiten Teil verdient hätte...
Christian Kissel


Life Of Agony
River Runs Again
Steamhammer/SPV
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Wer sich in der Crossover-Szene auch nur etwas auskennt, dem wird der Namen Life Of Agony wie eine Offenbarung vorkommen. Die New Yorker Spaßprügler setzten seit ihrer Gründung 1989 Maßstäbe in der Szene und erspielten sich bis zu ihrer entgültigen Trennung ‘99 so etwas wie einen Kultstatus. Schon zu Lebzeiten zur Legende geworden, beschloss man an zwei Abenden im Januar 2003 diese Magie wieder aufleben zu lassen, und alle 4 Original-Mitglieder der Band fanden sich zu einer einmaligen Live-Session zusammen. Das Ergebnis von diesem schweißtreibenden Event ist jetzt in 18 Livetracks und 3 Bonustracks auf zwei Silberrillen nachzuhören. Dabei darf sich der eingefleischte Life Of Agony-Fan auf jede Menge bekannter Powergranaten im heißen Live-Outfit freuen, der Newcomer wird hier mit einem kreativen Querschnitt fachmännisch an die Nu-Metal-Legende herangeführt. Empfehlenswert!
David Comtesse


Linea 77
Numb
Erache
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Neues von der italienischen Rock-Alternative-Front bringen uns Linea 77  in die gute Stube. Vor knapp drei Jahren kannte die Jungs eigentlich noch kein Mensch. Dann ging alles Schlag auf Schlag. Gleich ihre erste Full-Length-CD „Ketchup Suicide“ machte Linea 77 auch über die Grenzen von Italien hinaus bekannt. Ihr neuester Release zeigt den Fünfer aufgeräumt, experimentierfreudig, stiloffen und straight-rockend. Geschickt integrieren sie in ihren metallischen Sound eine Mischung aus harten Rap-Phasen, unterkühltem Industrialflair und einer überaus ansprechenden Mixtur aus englischer&italienischer Lyrik!
Jörg Eifel


MCF
Candy Floss&Spice
Eisberg Records/alive
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MCF kommen aus Süddeutschland, genauer gesagt aus Würzburg. Sie beackern seit einigen Jahren die Alternative-Szene und lieben Elvis Presley und kitschig-kultige Kostümierungen. Letztgenanntes allerdings nur auf der Bühne, wo die Jungs eine abgefahrene Show vom Leder ziehen. Schließlich steht MCF für „Motion Control Foundation“. Auf ihrem Debüt „Candy Floss&Spice“ wird rebellisch und straight die Rockmucke in all ihren Schattierungen zum Besten gegeben. Von fröhlich durchgeknalltem Partystyle bis zu metallisch-hart und ätherisch-flirrend reicht die musikalische Palette.
Frank Zöllner


Macabre
Murder Metal
Season Of Mist
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Auch 2003 spielen Macabre in der Originalbesetzung Corporate Death (guitar&vocals), Nefarious (bass &vocals) und Dennis The Menace (drums). Der CD-Titel ist Programm und lässt auch Elemente aus Folk, Bombast-Rock und Punk zu. Auf diese Weise ist eine Art Konzeptalbum entstanden, das sich mit den untschiedlichsten Möglichkeiten beschäftigt, wie man jemanden ins Jenseits befördern kann. Besonderer Anspieltipp hierbei ist der Schlusstrack über den Massenmörder Haarman, originellerweise in deutsch gesungen! Ganz schön morbide!
Frank Zöllner


Morbid Angel
Heretic
Erache Records
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Seit ihrem ‘89er Debüt „Altars Of Madness“ sind die Jungs um Frontshouter&Bassist Steve Tucker aus der Deathmetal-Szene nicht mehr wegzudenken. Auf „Heretic“ werden sich Freunde ultradeeper Growlvocals und Gitarrenwänden aus den Schlünden der Hölle wie im Paradies fühlen. Für alle übrigen Weltenbürger gilt: Finger Weg! Lebensgefahr!
Jörg Eifel


Nevermore
Enemies Of Reality
Century Media/SPV
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Es gibt nichts Ärgerlicheres als einem Album aufgrund widriger Umstände, für welche die Band nichts kann, einen oder mehrere Punkte verweigern zu müssen. In diesem Fall ist es die schlechte Produktion, der ein Zähler zum Opfer fällt. Dabei beinhalten die 9 Songs ( ca. 40 Minuten) alles, was man von Nevermore kennt und schätzt: Härte, Gefühl, spieltechnische Finessen, Melancholie, großartige Vocals und Melodien vom Fass. Eigentlich eine Schande, dass sich die Seattle-Boys für so ein Album mit 5 Punkten zufrieden geben müssen.
Christian Kissel


Erik Norlander
Music Machine
Transmission / Alive
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Knapp 3 Jahre nach dem Vorgänger „Into The Sunset“ ist der holländische Keyboarder mit einem neuen Werk zur Stelle. Der Doppeldecker bietet über 106 Minuten lang eine Mischung aus Hard- und Progrock, allerdings mit Keyboarddominanz. Unterstützung gab es dabei u. a. von Mark Boals, Vinny Appice, Gregg Bissonette, Kelly Kelling, Neil Citron und Peer Verschuren. An die Klasse von Ayreon oder Star One kommt der gute Erik zwar noch nicht heran, aber das macht nichts.
Peter Hanf


Pablo
The Story Of Love And Hate
Music For Nations/Zomba
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Eine Sache gleich mal vorne weg! Die drei Headbanger aus England muss man unbedingt mit der richtigen Phonzahl hören, sonst bleibt ihr Powersound irgendwie in den Boxen hängen.  Die Jungs sparen nicht an eingängigem Melodic-Dark-Charme, den sie gekonnt in meterdicke Gitarrenwände, harte Drumattacken und einen groovenden Bass verpacken.
Frank Zöllner


Pride
Signs Of Purity
Point-Music
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Fans von melodischem Hardrock sollten neben Shakra auch hier mal reinhören. Denn hier gibt es ein gutes Album, dem allerdings ein paar fette Riffs mehr, wie beispielsweise beim Abschlusstrack „Still Raining“, nicht geschadet hätten. Weitere Höhepunkte sind der Opener „Could You Belive“ sowie „One Time Around“. Da keine Schwachpunkte auszumachen sind, finde ich 4 Punkte für vollauf berechtigt.
Christian Kissel


Queensryche
Tribe
Metal Is / Soulfood
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Kontrovers wurde die neue Queensryche aufgenommen und die großmauligen Behauptungen vom „Mindcrime für das neue Jahrtausend“ sind ebenso lächerlich wie falsch. „Tribe“ ist wohl eher eine Mischung aus „Promised Land“, ein Album das mir gut gefällt, und neueren Einflüssen. Höhepunkte dabei sind die Songs „Open“ und „Blood“, der Rest ist durchschnittlich bis gut weshalb ich knappe 4 Punkte verteile. Fans der Alben bis „Empire“ werden sich aber sehr schwer tun, Metal muss mit der Lupe gesucht werden.
Christian Kissel


The Revolvers
End Of Apathy
People Like You/SPV
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Ich hätte nie gedacht, dass aus Deutschland solch gute Hard’n’Roll-Jungs kommen würden. Die Bochumer The Revolvers legen mit „End Of Apathy“ ein Album vor, das in seiner Gesamtheit nicht stimmiger und abwechslungsreicher sein könnte. Grundguter, melodischer Gesang (abwechselnd vorgetragen von den beiden Shoutern Uwe und Marc), beherzte Gitarrensalven, die straight nach vorne marschieren und ein nicht zu verkennender 70ies Touch (mitunter lassen die Stones grüßen). Das macht Freude! Mit „Change My Address“ findet sich zudem auch ein girlesk klingender Smasher auf dem Album, vorgetragen von Marc, der seine Stimmbänder ziemlich weit nach oben schrauben kann. Respekt!
Rainer Guérich


Rising Faith
The Arrival
Limb Music/SPV
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Mit einer Instrumentierung aus Doppel-Gitarren, Bass, Drums und Vocals stehen Rising Faith in der Tradition von Szene-Bands wie Gamma Ray oder Judas Priest. Mit „The Arrival“ steht ihre Debütrille in den Startlöchern und hält Power Metal für die Fans parat. Rising Faith setzen stark auf stahlharte Gitarren-Attacken, geradelinige Melodielines und einen wirklich untadelig-brachialen Rocksound. Allerdings kommt dabei nicht mehr als schon hundertmal gehörte Hausmannskost heraus!
Frank Zöllner


Eric Sardinas
Black Pearls
Favored Nations/Zomba
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Eric Sardinas wird nach seinem ‘99er Debüt „Treat Me Right“ und dem Nachfolger „Devil‘s Train“ (‘01) völlig zurecht als große Hoffnung des blues-getränkten Gitarrenrocks gefeiert. Jetzt steht sein neuester Release „Black Pearls“ in den Startlöchern und wartet mit 12 erstklassigen Bluesrock-Perlen auf. Wie kaum ein anderer verstehen es Eric und seine Mitstreiter Paul Loranger (bass) und Mike Dupke (drums) den rootsigen Deltablues mit der Härte und Schnelligkeit des strominfizierten Chicago-Bluesrock zu kombinieren und so immer neue Spannungsbögen aufzubauen. Dabei ist es vor allem das begnadete Saitenspiel von Mr. Sardinas und seine unverkennbar klingende Dobra-Gitarre, die den Songs ihr besonderes Flair verleiht. Hier kommen Blues- und Rock-Fans voll auf ihre Kosten!
David Comtesse


Screamin’ Stukas
A Lotta Rhythm
Tug Rec/Indigo
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Fast könnte man die aus Lahti kommenden Screamin’ Stukas als die finnischen The Who bezeichnen. Ihr Debütalbum „A Lotta Rhythm“ erblickt leider erst jetzt, zwei Jahre nach der Veröffentlichung im hohen Norden, das Licht der deutschen Plattenläden. Zum Glück, kann man da nur sagen, denn die finnische Kapelle spielt in klassischer Rock’n’Roll-Besetzung (Bass, Gitarre, Schlagzeug) auf höchstem Niveau. Höhepunkte sind das unwiderstehliche, mit Hammonds  unterfütterte „Ain’t Walkin’ On Water“, das Glamrock-Feeling versprühende „Some Fun Tonight“ und das von wunderschönen Sixties-Harmonien und Flötensounds getragene „On The Wing“. Wer auf handgemachten Rocksound steht und die glorreichen Bands der 60iger und 70iger Jahre schmerzlich vermisst, sollte hier unbedingt zugreifen!
Rainer Guérich


Shadow Season
The Frozen
Sound Riot Records
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Shadow Season sind so etwas wie eine norwegisch-irische Zusammenarbeit in Sachen heißem Dark Metal. Mit „The Frozen“ legen die Priester der Dunkelmucke ihren neuesten Metal-Erguss vor, präsentieren dabei aber nur eine 4-Track-EP. Doch bereits nach den ersten Akkorden ist klar, wohin die Reise geht! Knüppelharter und ultradeeper Death&Darkmetal steht auf dem Spielplan, der dir die Schädeldecke aufhebelt. Shadow Season sind nichts für Weicheier oder „Gelegenheits-Schwermetaller“. Hier wird gegrowlt, dass die Stimmbänder sich verabschieden und die Gitarrensaiten bei den Teufel fliegen!
Conny A. Rettler


Shakra
Rising
Point Music
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Trotz neuem Sänger (Pete Wiedner verließ aus gesundheitlichen Gründen die Band, Nachfolger ist Mark Fox) bleibt bei den Schweizern alles beim Alten. Das ist auch gut so, denn der Opener „Now Or Never“ hat mehr Feuer im Allerwertesten als eine ganze Gotthard-Platte. Aber hier soll es nicht um eine in Pop und Schmalz versunkene (Ex-) Rockband gehen, sondern um eine Hardrock-Band. Auch die folgenden Songs „Done Me Wrong“ und „Too Good For Me“ gehen nach vorne los, ehe es mit „I Will Be There“ balladesk weitergeht.
Christian Kissel


Silent Edge
The Eyes Of The Shadow
DVS / Alive
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Etwas zwiespältig kommt bei mir das Debüt der Holländer an. Progressiver Power-Metal ist eigentlich ein Stil, der mir sehr liegt, doch hat das Symphony X – mäßig angehauchte Material noch seine Schwächen. Zwar ist alles vom spieltechnischen Aspekt her in Ordnung, nur der berühmte Esprit fehlt etwas. Wären mehr solche Melodien vom Schlage des Openers „Through Different Eyes“ (kein Fates Warning-Cover) in den einzelnen Songs, wäre der Erstling ein Pflichtkauf. Wenn Sänger Willem Verwoert noch etwas an sich arbeitet, sind beim nächsten Mal mehr als knappe 4 Punkte drin.
Christian Kissel


Skullboogey
Life Is A Pity
RR-Musik/Finest Noise
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Skullboogey ist der Vierer um Songwriter und Sänger Stefan Wendling. Musikalisch zelebriert die Band vorzugsweise einen fett rollenden Heavy Rock’n’Roll mit bratenden Gitarren und ohrgängigen Vocals. Die Frontstimme klingt sehr variabel und gefällt insbesondere bei zupackenden Tracks wie „Dirt“ und „Stand Up“. Skullboogey lassen es mitunter aber auch schon mal weniger heftig angehen und streuen eine akustisch geprägte Melancholic-Ballade mit Countryflair ein. Man höre sich hierzu „Vampire“ an.
Yasmin Schmidt


Stripsearch
Stripsearch
Magna Carta/Zomba
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Stripsearch ist das neueste Soloprojekt des exaltierten L.A. Drummers Josh Freese (Devo, Vandals, u.a.), der bereits bei seinen früheren Arbeiten durch ausgefallene und zum Teil atonale Soundcluster von sich reden machte. Vorliegende Scheibe fusioniert einen unzugänglichen und sperrigen Sound aus Alternative-Sound, Jazz, Freestyle und Rock zu einem ungeschliffenen post-punkigen Effektenspiel, bei dem man schnell den Überblick verliert. Stark gewöhnungsbedürftig!
Jörg Eifel


Terrorwheel
Rhythm’n Murder
Massacre / Soulfood
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Wer auf Rotz`n Roll steht, wird mit dem finnischen Trio wohl seinen Spaß haben. Mir persönlich ist der Mix aus Motörhead und Ramones spätestens nach 3 Liedern zu langweilig, und die CD fliegt aus dem Player. Live kommt solche Mucke immer besser...
Peter Hanf


Thunderbolt
Demons And Diamonds
Massacre / Soulfood
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Deutlich von den Maiden-Alben der 80`er Jahre (also den guten) inspiriert, bieten uns die Norweger  zeitlos schönen Heavy Metal, der nicht durch irgendwelche Mätzchen aufgepeppt worden ist. Anspieltipps sind „Palantir“ (Intro), „Lidless Eye“, „The Great Walls Of Stone“ und „Baptized By Fire“.
Christian Kissel


To My Surprise
To My Surprise
Roadrunner Records
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To My Surprise ist das brandneue Projekt von Slipknot-Drummer Shawn Crahan, der hier seine gelegentlichen Berserker-Ausbrüche gegen zahm gebürstete Melodiebögen, Harmoniegesang und zuckersüße Pop&Rock-Songs eingetauscht hat. Schon erstaunlich, welche Verwandlung manche Musiker durchmachen, sei es nun zur kreativen Selbstfindung, zur Aufbesserung des Taschengeldes oder einfach nur so. Da will ich mir kein Urteil erlauben, und verhalte mich bei der Bewertung eher neutral.
Jörg Eifel


Veagaz
Gold
Schallplattenmanufakt./Finest Noise
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Eine wunderbare Band aus deutschen Landen, die hier einen fesselnden Depri-Alternativerock zelebriert. Der Frontmann agiert irgendwo zwischen Nick Cave und Jim Morrison und hat seine stärksten Momente in Songs wie „Venus On Fire“ und „Beercan In The Rye“, also immer dann, wenn der Soundkolorit ziemlich zurückgeschraubt wird und sein dunkler Gesang in den Vordergrund rückt. Noch mehr solcher Songs und die Platte wäre super!
Rainer Guérich


Virgin Black
Elegant... And Dying
Massacre / Soulfood
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War der 2001er Vorgänger „Sombre Romantic“ der Australier noch ganz in schwarz gehalten, kommt der Zweitling unschuldig weiß daher. Gemeinsam mit dem Debüt hat dieses Werk etwas, womit man sich intensiv beschäftigen muss. Für Freunde des schnellen Verzehrs sei hiermit eine Kaufwarnung ausgesprochen. Wer sich aber gerne mit Musik als Kunstform auseinandersetzt, wird diese fast 75 Minuten bestimmt gerne in sich einsaugen. Anspieltipps verbieten sich bei einem solchen Werk (selbst der kürzeste Song bringt es schließlich auch noch auf 6:18 min), das natürlich die Höchstnote für sich beanspruchen darf.
Christian Kissel


Wellwater Conspiracy
Wellwater Conspiracy
Megaforce/Sony
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Wer auf guten und handgemachten Rock mit Anleihen aus Folk, Crossover und Akustiksound steht, der ist bei Wellwater Conspiracy an der besten Adresse. Gegründet von dem Ex-Soundgarden Drummer Matt Cameron, der hier auch jede Menge Mikrofonarbeit leistet und nebenbei noch bei Pearl Jam aktiv ist und dem Gründungsmitglied von Monster Magnet, John McBain (Gitarre), sind zwei hochkarätige Vertreter des zeitgenössischen Rock angetreten , um einen experimentierfreudigen Rock-Folk umzusetzen. Die Band setzt auf eine Mixtur aus hemmungsloser Retro-Mucke, ausgelassenem Crossover-Stil, scharfkantigen Gitarrenlicks, Gute-Laune-Atmosphäre und einer relaxten Erhabenheit. Unbedingt anchecken!
Conny A. Rettler


WHERE THE BAD BOYS ROCK 2
The Rock Invasion Continues
People Like You/SPV
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Bei dieser Doppel-CD kommt jeder Rock’n’Roll-Fan auf seine Kosten. Der zweite Teil der „Bad Boys Rock“-Reihe offenbart eine Menge rarer und unveröffentlichter Tracks von bekannten, aber auch aufstrebenden Acts. Insgesamt 32 Bands lassen die Schwarte richtig krachen. Namen gefällig? Mad Sin, The Bones, The Revolvers, Adam West, The Generators, Venerea, Duane Peters, The Meteors, The Spook u.v.m. Eine Tour de Force, bei der man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Zugreifen!
Jörg Eifel


Zeraphine
Traumaworld
E-Wave/BMG
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Das zweite Album der Band um die Ex-Dreadful Shadows Sven Friedrich und Norman Selbig. Im Gegensatz zum Vorgänger „Kalte Sonne“ sind die Texte diesmal vorwiegend in Englisch gehalten. Musikalisch reicht das Repertoire von kraftvoll- melancholisch bis einfach nur zauberhaft schön. Hörenswert sind insbesondere die Depeche Mode Coverversion von „In Your Room“ und das hymnische „Be My Rain“, das ideal für die Clubs sein dürfte.
Yasmin Schmidt


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