September/Oktober 2010

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@@@@@@ ĂŒberragend
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@@@@ gut
@@@ durchschnittlich
@@ mĂ€ĂŸig
@ schlecht

 

 

 

ACHT
Stell dir vor
NeuzeitstĂŒrmer/EMI
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Acht bedienen mit ihrer DebĂŒtrille ein Genre, das wirklich dringend UnterstĂŒtzung braucht, denn deutschsprachiger Rock liegt momentan mal wieder am Boden. Mal sehen, ob der Vierer aus MĂŒnchen mit „Stell dir vor“ hier „Erste Hilfe“ leisten kann. Die Jungs haben sich vom ersten Akkord an einem straight-rockigen Sound verschrieben, der eine fanatische Vocal-Harmonie mit harten Gitarrenlicks fusioniert. Dabei wirken die Jungs allerdings nie bösartig oder brutal. Ihr groovender Hardrock ist kraftstrotzend & schweißtreibend und transportiert dabei eine ungeahnte textliche Message. Ein Umstand, den man in der Szene leider viel zu oft vermisst.
Frank Zöllner

AVID*
Minor Worlds & Major Thoughts
Artist Station Records/Soulfood
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Eine fade GewĂŒrzmischung aus eingĂ€ngiger Popkost, Akustikgeknabber und griffigen RockhĂ€ppchen servieren uns die vier Newcomer auf ihrem DebĂŒtsilberling. Nur keine Risiken eingehen und einen schrĂ€gen Akkord spielen. Das scheint das Motto auf den 12 Songs zu sein, denn genauso weichgespĂŒlt und langweilig kommen auch die Melodien aus den Membranen. Wie mit der Stoppuhr komponiert, verfĂŒgen alle Tracks ĂŒber die nötige RadiolĂ€nge. Im genau richtigen Abstand folgt auf eine „Rocknummer“ die obligatorische Ballade und auch die Rhythmen stammen aus dem Klanglabor.
Jörg Eifel

BABY UNIVERSAL
Baby Universal
Dreaminc Records/EMI
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Einer der grĂ¶ĂŸten Fans des FĂŒnfers Baby Universal ist Quentin Tarantino, der den rauen, spröden und flirrenden Rock’n’Roll-Sound der Band in höchsten Tönen lobt. TatsĂ€chlich kommen Songs wie das verschroben-sperrige „A Ghost Is In The House“ und das auf einem Surfgitarren-Hook tĂ€nzelnde „Bye Bye Love“ sehr substantiell aus den Boxen. Die Gruppe verfĂŒgt mit SĂ€nger Cornelius Ochs zudem ĂŒber einen sehr ausdrucksstarken SĂ€nger, also ruhig mal reinhören!
Tim Beldow

BANGALORE CHOIR
Cadence
AOR Heaven/Soulfood
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Auf vielfachen Wunsch der Fans hat SĂ€nger David Reece (Ex-Accept, Gypsy Rose) seine alte Band Bangalore Choir wieder reaktiviert, die Anfang der 1990iger Jahre bereits die vielbeachtete Scheibe „On Target“ veröffentlicht hatte. Von der alten Formation wieder mit dabei sind Gitarrist Curt Mitchell und Bassist Danny Greenberg, dazu kommen Andy Susemihl (Ex-U.D.O.) an der zweiten Gitarre und Drummer Hans in’t Zandt. Das Ergebnis kann sich hören lassen und bietet fett bratenden Hardrock mit tollem Shouting und spannungsvollen Arrangements, die mĂ€chtig nach vorne kicken. Ein Warm-Up-Vorschlag diesbezĂŒglich ist das schneidige „Survival Of The Fittest“. So muss bockstarker Hardrock ohne Verfallsdatum klingen!
David Comtesse

JEFF BECK
Original Album Classics
Epic/Sony Music
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Jeff Beck ist einer der besten Fusion-Rock-Gitarristen, sein Gitarrenspiel klingt flammend, fuzzy, funky und impulsiv. 1968 wĂ€re er beinahe als Ersatzmann fĂŒr Syd Barrett zu Pink Floyd gegangen. Daraus wurde bekanntlich nichts, was im nachhinein aber auch gut so war. Beck spielte zahlreiche gute Alben ein, von denen hier 5 in einer sehr empfehlenswerten Box re-released werden. Allen voran natĂŒrlich das geniale 1980er Album „There And Back“. Dazu haben in dem CD-Box-Set auch noch die Alben „Flash“ (1985, 2 Bonustracks), „Jeff Beck’s Guitar Shop“ (1989), „Who Else!“ (1999) und „You Had It Coming“ (2001) Platz gefunden.
Rainer Guérich

BEEN OBSCENCE
The Magic Table Dance
Elektrohasch/Sonic Rendezvous
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BEEN OBSCENE kommen aus dem österreichischen Salzburg, wo sie sich im Jahre 2007 gegrĂŒndet haben. Der Sound ihres Ertlingswerks „The Magic Table Dance“ ist fest in den 70iger Jahren verwurzelt und setzt einen komplexen und treibenden Stonerrock in Szene, der auch schon mal wie auf „Come Over“ das Tempo herausnimmt, um den charismatischen Gesang von Frontmann & Gitarrist Thomas Nachtigal das Feld zu ĂŒberlassen. Sehr genial, das Ganze!
Bernd Oppau

BEGGAR’S BRIDE
On A Trip To L.A.
A-Minor Records/Point Music
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Ein echtes Leckerli fĂŒr alle Freunde handgemachten Highway-Slidegitarren-Melodicrocks!   Mit „On A Trip To L.A.“ legt Gitarrenfreak und Songschreiber Holggy Begg die bis dato beste Scheibe seines Projekts „Beggar’s Bride“ vor. Die CD beginnt mit wunderschön atmosphĂ€rischer Slidegitarre und wĂ€rmenden mĂ€nnlichen und weiblichen Vocals, die den Hörer auf den musikalischen Tripp nach L.A. vorbereiten. Und der hat es schon auf dem Hammond-getrĂ€nkten, im Midtempo agierenden NachfolgestĂŒck „Blaze And Ashes“ in sich. FĂŒr den stimmlichen Klangtupfer sorgt hier die Stimme von Aino Laos, die auch auf „The Night Is Ours“ zu hören ist. Auf dem musikalischen Ausflugsplan stehen aber auch  spaciger Heavy-Rock („The Yellow Scorpio“ mit Marc Storace am Mikro), zĂŒngelnd wogender, elektrisch influenzierter Bluesrock („The Heat“ feat. Gary Barden) und ganz famose Gesangsduette wie im  grandiosen TitelstĂŒck, auf dem Schauspielerin Dorkas Kiefer den weiblichen Konterpart zur Stimme von Michael Voss, fetter Hammondline und eingestreuten Saxophonlinien bildet. Eine tolle Scheibe mit unzĂ€hligen Feinheiten, die bei jedem Hördurchlauf wĂ€chst.
Rainer Guérich

BLACKMORE’S NIGHT
Autumn Sky
Ariola/Sony Music
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Wann hört Ritchie Blackmore endlich mit diesem unsĂ€glichen Mittelaltergedöns auf und beschrĂ€nkt sich wieder auf das, was er am besten kann: elektrische Gitarre spielen! Rainbow- und Deep Purple-Fans werden auch diese Scheibe wieder in die Tonne treten. Wer gerne auf einem Schloss wohnt oder mittelalterliche MĂ€rkte mit holdem weiblichem Minnegesang besucht, erhĂ€lt mit „Autumn Sky“ die passende Beschallung.
Rainer Guérich

BLACK MOUNTAIN
Wilderness Heart
Jagjaguwar/Cargo
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Black Mountain beglĂŒcken ihre große Fangemeinde mit ihrem dritten Album „Wilderness Heart“, das zu ĂŒberzeugen weiß.  Ist der Einstieg mit dem leicht verschrobenen Opener  „The Hair Song“ vielleicht noch etwas sperrig, kommt schon auf dem zweiten Song „Old Fangs“ ganz Großes auf uns zu: Eine mĂ€chtige Hammondorgel kreuzt eine wuchtige Rock’n’Roll-Welle und den mĂ€nnlich-weiblich changierenden Frontgesang. Eine ganz starke Spacerock-Nummer, dramaturgisch sehr intelligent aufgebaut! Unbedingt reinhören solltet ihr auch  in die akustisch  gehaltene Folknummer „Radiant Hearts“, welche die gefĂŒhlvolle Seite von Black Mountain unterstreicht.
Rainer Guérich

BLAKVISE
For All These Days
Headroom Records/Zebralution
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Straight abrocken und steinhart losmarschieren, dabei gelegentlich in Speed&Core-Gefilde abdriften, aber nie die obligatorische Ballade vergessen. So prĂ€sentieren sich Blakvise, ein Neuzugang in der deutschen Hartwurst-Fraktion. Der Vierer um Frontshouter Jochen Gros kommt aus Hannover und konnte 2009 den Bandcontest „Stars In The City“ ihrer Heimatstadt gewinnen. Mit einem Platttendeal beim UK-Label Headroom Rcords und der jetzt vorliegenden EP sind Blakvise eigentlich voll im GeschĂ€ft. Jetzt fehlt nur noch ein unverwechselbarer Sound und keine schon 100mal gehörte Hartmucke. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
David Comtesse

BLIND
The Fire Remains
Blind Records/Intergroove
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Seit 2004 sind die Alternative Rocker von Blind in der deutschen Rockszene unterwegs. Nun legen sie mit „The Fire Reamins“ ihr zweites Album vor, das von niemand Geringerem als Vincent Sorg (Die Toten Hosen, Silbermond) produziert wurde. Die CD ist bespickt mit einer Menge groovigen Riffs und melodischen Vocallinien, die zum intensiven Mix aus Rock, Metal, Alternative und Grunge bestens passt. Als Warm Up-Vorschlag bietet sich das ohrgĂ€ngige „Don’t Think So“ an, welches auch als Single ausgekoppelt wurde.
Jörg Eifel

TERRY BROCK
Diamond Blue
Frontiers/Soulfood
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Als neuer SĂ€nger von Giant machte Terry Brock eine mehr als gute Figur. Nun schiebt der   SĂ€nger mit der wunderbar roughen Rockstimme seine eigene Scheiblette „Diamond Blue“ nach. Ergebnis ist ganz großes Rockkino, das sich im Spannungsfeld zwischen mĂ€chtigen Hardrockballaden („Diamond Blue“, „It’s You“) und  starken Rockgranaten („No More Mr. Nice Guy“) abspielt. UneingeschrĂ€nkt empfehlenswert und ohne jegliches Verfallsdatum, bekommt einen Ehrenplatz in meiner Hardrocksammlung!
Rainer Guérich

STAN BUSH
Dream The Dream
Frontiers/Soulfood
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Im Spannungsfeld zwischen Journey und Survivor agiert Stan Bush auf seinem mittlerweile elften Solowerk. Die 12 Tracks gehen gut ins Ohr, wenngleich das Album eigentlich weder richtige Höhen und Tiefen hat. FĂŒr ‘ne AOR-Scheibe zwischendurch reicht’s aber allemal, weshalb ich Stan fĂŒr diese Leistung immer noch 4 respektable Sterne aus dem Ärmel schĂŒttele...
Tim Beldow

BARRY CLEVELAND
Hologramatron
Moonjune/Broken Silence
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Barry Cleveland kann man durchaus in einem Atemzug mit Gitarristen wie Jeff Beck, David Gilmour und John Frusciante nennen. Seit 25 Jahren begeistert er nun schon seine Fans mit seinem variablen Gitarrenspiel, das im Progrock und  Ethno-Fusion-Genre zuhause ist. Auf  „Hologramatron“, seinem ganz persönlichen „Protestalbum des 21. Jahrhunderts“, zeigt er wieder mal seine ganze Klasse und spielt sein Können aus. Die musikalischen Klangfarben des Albums, dessen Spektrum von Artrock ĂŒber Psychdelia bis hin zu Weltmusik und Funk reicht, sind aller Ehren wert. UnterstĂŒtzt wird Cleveland bei seinem Vorhaben von hochkarĂ€tigen Musikern (u.a. Robert Powell, Michael Manring) und zahlreichen SĂ€ngern/innen (u.a. Harry Manx, Deborah Holland, Amy X Neuburg). Durchaus eine Empfehlung wert.
David Comtesse

CRIPPLED BLACK PHOENIX
I, Vigilante
Invada/Cargo Records
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Die letzte Scheibe von Crippled Black Phoenix („200 Tons Of Bad Luck“) liegt erst ein paar Monate zurĂŒck, da schieben die Jungs schon neuen Stoff nach und beweisen einmal mehr ihre musikalische WandlungsfĂ€higkeit. „I, Vigilante“ ist ein 5-Tracker mit ĂŒber 45min Laufzeit und zeigt die Prog-Rocker auf neuen Wegen. DĂŒster und Dark, mit morbide klingenden Songs wie „Troublemaker“ oder „We Forgotten Who We Are“ schreiten die Jungs voran und klingen dabei alles andere als uninteressant. Justin Greaves gibt mal wieder alles und fusioniert groovende Akkordmuster, treibende Gitarrenlicks und filigrane Klaviersprengsel zu einem Rock-Album der Sonderklasse.
David Comtesse

CROSSFAITH
The Artificial Theory For The Dramatic Beauty
Gan-Shin/Universal
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Gan-Shin Records veröffentlichen auf ihrem Label die erste Metalcore-Band. In Japan ist die Band sehr angesagt und hat auch schon als Support von Caliban und Raging Speedhorn getourt. AuffĂ€llig ist bei den auf der CD vertretenen Songs, dass die Band immer wieder gerne  Synthis in ihren Sound einarbeitet. Ansonsten werden die Songs von den Growls von Frontmann Kenta Koie, energetischen Drums und melodischen Gitarrenriffs beherrscht. Zweifellos eine Empfehlung fĂŒr Genre-Fans.
Olaf Rominski

THE DANDY WARHOLS
The Best Of The Capitol Years: 1995-2007
Capitol/EMI
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The Dandy Warhols haben sich im Jahre 1994 in Portland, Oregon gegrĂŒndet und seitdem ihre Fangemeinde mit ihrer Mischung aus Alternative Rock, Psychedelic-Rock und Power Pop begeistert. Vorliegende Kompilation beleuchtet ihre Zeit bei dem Label Capitol Records, auf dem die Band insgesamt 6 Alben veröffentlichte. 14 Titel mit Highlights wie „Boys Better“, „Bohemian Like You“ und „Holding Me Up“ finden sich auf der Kopplung. Dazu gibt es als besonderes Schmankerl mit „This Is The Tide“ auch noch einen ganz neuen Track.
Tim Beldow

DISTRICT 97
Hybrid Child
The Laser’s Edge/Alive
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Empfehlenswerte DebĂŒtscheibe der aus Chicago stammenden Progrocker District 97, deren Sound von zwei Frauen maßgeblich beeinflusst wird: SĂ€ngerin Leslie Hunt (klingt wie die junge Ann Wilson von Heart) und der Cellistin Katinka Kleijn, die  auch beim Chicago Symphony Orchestra unter Vertrag steht. Im Zusammenspiel mit Keyboarder Rob Clearfield, Gitarrist Jim Tashjian, Bassist Patrick Mulcahy und Drummer Jonathan Schang entwirft die Band einen ebenso kraftvollen wie kunstvollen Artrock mit epischen Melodiebögen und spannungsgeladenen Arrangements. Als Anpsieltipp empfiehlt sich die kanpp 28minĂŒtige „Mindscan“-Suite. Ein heißer Tipp fĂŒr alle Proggies!
David Comtesse

FIRST SIGNAL
First Signal
Frontiers/Soulfood
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„First Signal“ ist das neue Bandprojekt des ehemaligen Harem  Scarem-SĂ€ngers Harry Hess. Auf dem Spielplan steht ins Ohr gehender Melodicrock mit ausgefeilten Arrangements und untrĂŒglicher Songwriter-Komponente. FĂŒr den sauberen Mix und das Mastering war kein Geringerer als Dennis Ward verantwortlich, der auch gleich noch den Bass-Part ĂŒbernommen hat. Zum weiteren Band-Line-Up zĂ€hlen Michael Klein (guitars), Eric Ragno (keys) und Chris Schmidt (drums). Ein gefĂ€lliges Scheibchen mit schwelgerischen Hymnen („Crazy“) und schneidiger, tempovariierender Gangart („First Signal“, „Part Of Me“).
Rainer Guérich

FOUR SQUARE
Dial Nine For A Line
Antstreet Records/New-Music
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Ihre Sporen haben sich die Kanadier als Support fĂŒr Bands wie WEAKERTHANS oder SUM 41 bei ungezĂ€hlten Livegigs verdient. Außerdem gehen bereits zwei Longplayer auf das Konto der Jungs. Trotz jeder Menge LiveprĂ€senz und „Fremdarbeit“ in Form von Songwriting (u.a. fĂŒr SNOW) haben Four Square ihr neues Album fertig gestellt. Ihr Bandsound klingt kompakt und straight, ohne dabei in die Hardnoise-Fraktion abzudriften. Empfehlenswert!
Enzo Bach

GARDEN OF EDEN
Puzzle
Fastball/Sony Music
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Dem Crossover Alternative Rock zuzuordnen sind die aus Heidelberg stammenden Garden Of Eden. Ihr Sound erinnert mich phasenweise an die Chili Peppers, wenn ich mir den funkigen Bass auf „You Set Me Free“ so anhöre. Trotzdem versteht es  der FĂŒnfer um den ausdrucksstarken SĂ€nger Pascal HĂ€usling eigenen Duftmarken zu setzen. U.a. auf dem ohrgĂ€ngigen „Boomerang“ und dem tempovariierenden und mĂ€chtig groovenden „Minutes For You“. Da geht auf der BĂŒhne bestimmt die Post ab!
Jörg Eifel

HEART
Red Velvet Car
Eagle Rock/edel
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Die beiden Wilson Schwestern melden sich nach 6jĂ€hriger Pause mit einem neuen Studioalbum zurĂŒck! Auch wenn ihre Klassikeralben wie „Barracuda“, „Dreamboat Annie“ und „Dog & Butterfly“ natĂŒrlich nicht getoppt werden können, haben Ann & Nancy nichts von ihrer kĂŒnstlerischen GĂŒteklasse und ihrer stimmlichen StĂ€rke eingebĂŒĂŸt. Auf dem StĂŒck „WTF“ geben sie sich so rough wie ich sie noch nicht gehört habe. Der Opener „There You Go“ setzt auf eine dynamische und akustische Basis, die zu dem zweistimmigen Gesang der beiden Ladys hervorragend passt. Die europĂ€ische Verkaufsversion enthĂ€lt mit „Bootful Of Beer“ und „Closer To The Sun“ auch noch zwei Bonustracks, was einen zusĂ€tzlichen Kaufanreiz darstellen sollte.
Rainer Guérich

JAILL
That’s How We Burn
Sub Pop/Cargo
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Eine empfehlenswerte Newcomer-Band auf dem ruhmreichen Sub Pop-Label. Der Vierer Jaill  kommt aus Milwaukee, Wisconsin und serviert uns auf seinem Erstlingswerk eine sehr ansprechende Mischung aus Indierock, Lo-Fi-Pop, akustisch-schimmrigen Surfschlenkern und kantigem Songwritercharme mit Langzeitwirkung. Ruhig mal in Nummern wie „On The Beat“ und „Thank Us Later“ hineinhören.
Jörg Eifel

JORN
Dio
Frontiers Records/Soulfood
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Als am 16. Mai diesen Jahres Ronnie James Dio tragischerweise seinem schweren Krebsleiden erlag, verlor die Hard’n’Heavy-Szene eine ihrer besten Stimmen. Grund genug fĂŒr Jorn Lande und seine Truppe, das Andenken an Dio mit einem standesgemĂ€ĂŸen Tribute Album zu wĂŒrdigen, das von der wunderbaren, achtminĂŒtigen Jorn Lande-Ode „Song For Ronnie James“ eröffnet wird. Dazu gibt’s 11 weitere Dio-Klassiker (u.a. „Invisible“, „Push“, „Lord Of The Last Day“) und eine Knaller-Liveversion von „Straight Through The Heart“. Rest in peace, Ronnie, wir werden dich nie vergessen!
Rainer Guérich

THE KINGS OF FROG ISLAND
3
Elektrohasch/Sonic Rendezvous
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Die Band um Mastermind Mathew Bethancourt (Joshia, Cherry Choke) legt mit dieser Veröffentlichung den dritten Teil ihrer psychoaktiven Reise zu den AbgrĂŒnden der menschlichen Seele vor. Auf dem Spielplan steht rougher Heavy Psychedelic Rock mit groovenden Basslinien,  ungeahnten Wendungen, hypnotischen GitarrenwĂ€nden und wabernden Sounds. Eine Scheibe, die vom Hörer bedingungslosen Einsatz fordert.
Bernd Oppau

KOTZREIZ
Du machst die Stadt kaputt
Aggressive Punk Produktionen/edel
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Was Credibility, straight-derbe Punk-Attribute oder ultraharte Rockphasen angeht, brauchen sich Kotzreiz als „Neuzugang“ in der deutschen Szene nicht zu verstecken. Mit „Du machst die Stadt kaputt“ steht ihr DebĂŒtdreher in den Startlöchern und lĂ€sst zwischen abkotzen, wegsaufen, Party machen, Alkohol, abhĂ€ngen und der ĂŒblichen Krachlyrik wirklich kein Klischee aus. Wer also auf die obligatorischen Saufhymnen in Verbindung mit ĂŒberdrehten Gitarrenriffs, Growlvocals und FĂ€kalsprache abfĂ€hrt, ist bei Kotzreiz richtig aufgehoben.
Frank Zöllner

LIS ER STILLE
The Collibro
VWE/Twilight
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Mit ihrer Mixtur aus klassisch infiziertem Melodic-Core, Folk, Gothic und Alternative sind Lis Er Stille in der dĂ€nischen Musikszene schon lange kein Geheimtipp mehr. Nach den Erfolgsalben aus 2006 und 2007 ließ sich die Crew gut drei Jahre Zeit, um ihrem symphonischen Sound ein speediges Update mit zusĂ€tzlichen HĂ€rtegraden zu verpassen. So fehlen auf „The Collibro“ Geige und Chöre fast komplett, statt dessen dominieren harte und variable Gitarrenriffs, deep-getunte Drumeinlagen und eine morbid-dĂŒster klingende Vocalarbeit.
Jörg Eifel

LOVE AMONGST RUIN
Love Amongst Ruin
Ancient B Records
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Mit Placebo hat Steve Hewitt die Millionen gescheffelt und Musikgeschichte geschrieben. Jetzt ist man im Mainstream angekommen, und schon juckt es den umtriebigen Hewitt in neuem Outfit in den Fingern. Sein neuestes Baby hört auf den Namen „Love Amongst Ruin“ und knallt mit hartem Alternative-Rock und Crossover-Appeal aus den Membranen. Ein Schritt nach vorne und zwei Schritte zurĂŒck lautet das musikalische Motto. So klingen die zehn Songs wie ungeschliffene Rohdiamanten mit allen nötigen Ecken und Kanten. So muss roher, ungestĂŒmer Rock klingen, wobei die gelegentlichen AusflĂŒge in New-Order oder Depeche Mode-Gefilde das Gesamtkonzept spĂŒrbar auflockern.
Jörg Eifel

MARY FAY
This Beautiful Storm
Hellfest/Rough Trade
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Der junge Schwedenvierer um den erst 18jĂ€hrigen Frontmann Theo legt mit „This Beautiful Storm“ sein Erstlingswerk vor, das durchaus zu gefallen weiß. Auf dem Spielplan stehen ebenso hymnische wie emotionale Rocknummern, die vom Leben und der Liebe handeln. Als Anspieltipp empfiehlt sich das wunderbare „Before We Lose It All“, das gleichzeitig auch als Single ausgekoppelt wurde.
Yasmin Schmidt

MOUNTAIN
Original Album Classics
Columbia/Sony Music
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Noch ein Griff in die große Schatzkiste der Columbia Records-Archive, die uns ein Box-Set mit 5 Alben der amerikanischen Hardrocker Mountain um Gitarrist und SĂ€nger Leslie West beschert. Das Augenmerk der Wiederveröffentlichungen liegt auf den frĂŒhen 1970er Jahren und zeigt die Band, die auch auf dem Woodstock-Festival vertreten war, vom Sound her ziemlich nahe dran an Cream. Einfach CDs einlegen und schön in chronologischer Reihenfolge diese Scheiben genießen: „Mountain Climbing!“ (1970), „Nantucket Sleighride (1971), „Flowers Of Evil“ (1971), „Avalanche“ (1974) und „Twin Peaks“ (1974). Zeitlos gut!
Rainer Guérich

MY SLEEPING KARMA
Tri
Elektrohasch/Sonic Rendezvous
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Nach ihrem selbstbetitelten DebĂŒt aus dem Jahre 2006 wagt das Psychedelic Rock-Trio  My Sleeping Karma nun wieder einen Lauschangriff aufs menschliche Stammhirn. Fein gewebte, druckvolle bis zarte Klangwolken (mit Gitarre, Bass und Drums in Szene gesetzt) bearbeiten die Lauschmuskeln des Hörers und versetzen ihn (bei der richtigen LautstĂ€rke genossen) in Trance-Artige ZustĂ€nde. Tolle Scheibe fĂŒr alle Psychdelic-Rock Freunde, die den großartigen 1970er Jahren hinterher trauern.
Bernd Oppau

NION
Firebird
ASR/Soulfood
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Richtig was auf die Ohren gibt es bei der neuesten Einspielung der saarlĂ€ndischen Band Nion, die mit „Firebird“ ihren ersten Longplayer an den Start schickt. Ihr harter und kompromissloser Mix aus Powermetal, Gothic, Bombastic-Rock und Shred gibt ganz schön Gas und lĂ€sst kaum Zeit zum Luftholen. Dabei steht neben der Gitarrenarbeit von Frontmann Siggi SchĂŒssler auch die exotische Stimme von Mikrofon-Frau Marzena im Vordergrund. Geboten wird also der allgemein bekannte Kraftstoff mit unverwĂ€sserten Speed- und Gothic-Passagen,  kraftstrotzend und fies daherkommend umgesetzt.
David Comtesse

NÖTIGUNG
Bunkersinfonie in Arschvoll
Impact Rec./Broken Silence
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Harte Schule nennt man wohl so etwas. 13 Jahre nach ihrer BandgrĂŒndung servieren uns die Krefelder Deutsch-Punker hier einen amtlichen Asskick in Form ihrer DebĂŒt-CD. Ihr Old School Punk macht einfach Spaß und begeistert auf Anhieb durch die direkten Texte und den roughen Charme. Als Warm-Up-Tipps empfehle ich unbedingt mal Songs wie „Arschrasur“ und „RotkĂ€ppchen“.
Enzo Bach

OUTSMARTED
The Amoral Ranger
Lockjaw Rec./H’Art
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Outsmarted kommen aus dem österreichischen Linz und servieren uns auf ihrem Longplayer „The Amoral Ranger“ einen variantenreichen und körperbetonten Hardcore mit hymnischen Refrains. Als Anspieltipps unbedingt Songs wie „Sex Degrees“ und „No Stranger To Danger“ anchecken“.
Jörg Eifel

PACK OF WOLVES
A Nice Black Suit
Lockjaw Rec./H’Art
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Mit Pack Of Wolves stellt sich hier ein sehr beachtenswerter Punkrock-Vierer vor, der seine Homebase in Graz in der österreichischen Steiermark hat. Der Gruppensound geht gut ins Ohr, was nicht zuletzt an den ausgefeilten melodischen Arrangements liegt, die das Songwriter-Potential der noch jungen Band offenbart. Die 11 Songs auf „A Nice Black Suit“ wissen durchaus zu ĂŒberzeugen, wobei ich als meine Lieblingstracks „This Love Feels Like A Heart Attack“ und „What’s Like To Be You“ auserkoren habe.
Enzo Bach

RISE OF HOPE
From The Bottom Of Our Hearts
Antstreet Records/New Music
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Ein Alternativ-Rock-Album wie aus einem Guss liefern Rise Of Hope mit ihrer DebĂŒtarbeit ab und pumpen damit frischen Wind in die Szene. Ihr professioneller Sound kommt nicht von ungefĂ€hr, schließlich waren die Jungs bereits einige Jahre unter dem Namen Scapcount unterwegs. Mit „From The Bottom Of Our Hearts“ hat der Vierer 10 kraftvolle und energiegeladene Songs im GepĂ€ck, die mĂ€chtig Dampf machen. Da darf es auch mal richtig rumpeln,die Drums machen Überstunden und die Gitarrenlicks zwirbeln dir die Töne durchs Hirn. Die Garagenzeiten sind lĂ€ngst vorbei, aber der Underground-Touch ist immer noch spĂŒrbar und das ist gut so.
Enzo Bach

MICHAEL SCHENKER GROUP
Live in Tokyo - The 30th Anniversary Concert
INAK/in-akustik
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Ausnahmegitarrist MICHAEL SCHENKER feiert den 30sten Geburtstag seiner MSG mit einer einzigartigen Welttournee. Das vielumjubelte Auftaktkonzert in Tokio vom 13.01.2010 erscheint nun als Doppel-CD, DVD und Blu-Ray-Disc. Seit 1969 zĂ€hlt Michael Schenker nun schon zu den besten Gitarristen, die die Rockszene zu bieten hat.  Er war mehrmals Mitglied bei den Scorpions und UFO, wobei sein Hauptaugenmerk aber zweifellos auf seiner eigenen Michael Schenker Group (MSG) lag, die er 1979 ins Leben rief und die er immer wieder aktivierte. Unvergleichlich und markant ist der Sound, den Michael den Saiten seiner Flying V-Gitarre entlockt, natĂŒrlich auch auf der diesjĂ€hrigen Welttournee, auf der er von solch hochkarĂ€tigen KĂŒnstlern wie Gary Barden (vocals), Wayne Findley (guitar), Neil Murray (bass) und Simon Phillips (drums) unterstĂŒtzt wurde. Das 18gĂ€ngige Live-Set, das vor dem restlos begeisterten Publikum im Tokioer Nakano Sun Plaza mitgeschnitten wurde, fĂ€ngt die Stimmung an jenem Abend prĂ€chtig ein und sollte deshalb in keiner Rocksammlung fehlen. Auf dem Spielplan stehen kraftvolle und vor Spielfreude ĂŒberberstende StĂŒcke wie  beispielsweise „Feels Like A Good Thing“ und „Cry For The Nations“. Das Konzert erscheint als Doppel-CD, DVD und Blu-Ray-Disc, also unbedingt zugreifen!
Rainer Guérich

SKY’S SHADOW
Romeo & Juliet
Hammersound/Bob Media
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Ein anspruchsvolles Werk legt der Leverkusener Progrock-FĂŒnfer Sky’s Shadow mit ihrer musikalischen Umsetzung von Shakespeare’s „Romeo & Juliet“ vor. SĂ€nger Tim Schneider unterstreicht die Vielseitigkeit seiner Stimme, in dem er alle mĂ€nnlichen Rollen vom aggressiven Protagonisten Paris bis hin zum  Helden Romeo mit Bravour meistert. Die Gesangspassagen der Julia ĂŒbernimmt die Musical-SĂ€ngerin Daniela Sandhofer. Ergebnis ist ein gelungenes progressives Rock/Klassik-Werk mit Bombastanstrich und ĂŒberzeugender musikalischer Umsetzung. Empfehlenswert!
Bernd Oppau

SOIFASS
Hypokrit
KB/Cargo
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Über die Reunion dieser Band hat sich garantiert nicht nur die Berliner Punk & Underground-Szene gefreut. Und gerade so, als wollten sie es allen jetzt erst recht zeigen, legen Soifass eine Scheibe vor, die einem die Gehirnwindungen so richtig durchpustet. Die Jungs haben ihren HĂ€rtefaktor entscheidend nach oben korrigiert, allerdings nicht auf Kosten eingĂ€ngiger Riffarbeit und hymnischer Melodien. Ihr Mix aus Punk, Hardrock und Speed kommt gut an und lĂ€sst genĂŒgend Freiraum fĂŒr die Mikrofon-Übungen von Viktor.
Jörg Eifel

SORGENTE
Loma Vista Drive
Sorgente Music/Groove Attack
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Die MĂŒnchener Rockband Sorgente, unlĂ€ngst in Los Angeles als „International Rock Performer Of The Year“ mit einem Preis ausgezeichnet, legen ihr starkes drittes Album vor. „Loma Vista Drive“ ist der Name der Straße in Beverly Hills, in der die Band wĂ€hrend ihrer Zeit in L.A. gewohnt hat. Musikalisch erwartet den Hörer ein höchst anspruchsvolles Soundwerk, das alle möglichen Emotionen in musikalische Bahnen schickt. Angefangen vom spacerockigen Opener „Two Sisters Of Mystery“ ĂŒber das urgewaltige, Hammond-wabernde „Wasted“  bis hin zur klassischen Singer/Songwriter-Nummer „Please Be With Me“ (ĂŒbrigens einer Coverversion aus der Feder von Scott Boyer).
Jörg Eifel

SULA BASSANA
Kosmonauts
Sulatron Records/Cargo
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Psychedelic Rocker Sula Bassana aka Dave Schmidt frönt auf „Kosmonauts“ seiner ‘stillen’ Vorliebe fĂŒr elektronische Musik. 5 superlange und ausschweifende Kompositionen aus dem elektronischen Klangkosmos erwarten den Hörer. Ein Ausflug in ambiente, spacige und Sequencer-getrĂ€nkte Klanglandschaften mit meinem persönlichen Anspieltipp „Barbarella“.
Jörg Eifel

TERRA NOVA
Come Alive
Frontiers/Soulfood
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Aus Holland kommen viele gute Rockgruppen, u.a. auch die Melodic Rocker von Terra Nova, die sich nach etwas lĂ€ngerer Pause mit ihrem neuen Album "Come Alive" zurĂŒckmelden. Der Vierer um die beiden BrĂŒder Fred (lead vocals) & Ron Hendrix (keyboards), Gesuino Derosas (guitar) und Lars Beuving (drums) hat ein treffsicheres GespĂŒr fĂŒr ins Ohr gehende AOR-Arrangements, wobei Tracks wie "Here Comes The Night" auch Foreigner-Freunden gefallen dĂŒrfte. Wer's etwas hĂ€rter mag, soll mal das fett walkende, mit Heavy-Gitarren verzierte "Do Or Die" und "My Own Way"anchecken.
Rainer Guérich

JUTTA WEINHOLD
Read Between The Lines
Fastball/Sony Music
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Wer hĂ€tte das gedacht? Auf ihrem neuen Soloalbum „Read Between The Lines“ will es die ehemalige Zed Yago und Velvet Viper-Frontfrau nochmal so richtig wissen. Zumindest auf Songs wie „Sex, No Drugs But Rock’n’Roll“, „Are You Ready Love“ und „Nothing Has Changed“. Das sind straight marschierende und knackige Hardrock-Nummern mit Juttas unverkennbarem Gesangsstil, der sie einst in der deutschen Rockszene zur Ikone machte. Auf den anderen StĂŒcken beweist Jutta, dass sie auch in langsameren StĂŒcken wie dem bluesigen„The Garden Of Love“ und dem etwas zupackenderen „Point Of Return“ eine gute Figur macht.
David Comtesse

YOSO
Elements
Frontiers/Soulfood
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Bei Yoso kann man wahrlich von einer "Supergroup" sprechen, haben doch mit Toto-SÀnger Bobby KiImball und den beiden ehemaligen Yes-Mitgliedern Tony Kaye (keys, hammond) und Billy Sherwood (bass, guitras, drums) drei herausragende Musiker-Persönlichkeiten zusammen gefunden. Herausgekommen ist eine absolut hörenswerte Scheibe, die wegen der markanten Stimme von Bobby Kimball insbesondere der Toto-Fangemeinde gefallen sollte. Quasi obendrauf gibt's auch noch eine vollbepackte Live-Bonus-CD, u.a. mit Coverversionen von Klassikern aus dem Fundus der beiden Bands ("Rosanna", "Owner Of A Lonely Heart").
Rainer Guérich

DWEEZIL ZAPPA
Return Of The Son Of...
Ear Music/edel
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Dweezil Zappa hat schon zu Lebzeiten seines ĂŒbergroßen Vaters, der leider viel zu frĂŒh im Dezember 1993 verstarb, seine Ausnahmeklasse auf der E-Gitarre bewiesen.  Er war auf etlichen F.Z.-Scheiben zu hören, hat selbst eine Menge hervorragender Scheiben veröffentlicht und bringt seit geraumer Zeit die Musik seines Daddys unter dem Projektnamen „Zappa Plays Zappa“ zurĂŒck auf die LivebĂŒhne. Dass dies sehr ansprechend und ĂŒberzeugend gelingt, kann man auf dieser vollbepackten Live-Doppel-CD nachhören. Besonders lohnenswert sind die Livetracks des zweiten Silberdiskus, der sich der sehr kreativen Phase Zappas in den 1970er Jahren widmet und Titeln wie „Dirty Love“, „Camarillo Brillo“ und „Zomby Woof“ zu neuem Glanz verhilft. FĂŒr jeden Zappa-Fan ein Fest!
Bernd Oppau

NEUES VINYL

GROBSCHNITT
2010 Live
Sireena
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Vinyl rules! Die deutschen Krautrocker Grobschnitt beglĂŒcken ihre große Fangemeinde mit einer Live-Doppel-LP, auf der sie die Songs ihres legendĂ€ren 77er Albums „Rockpommel’s Land“ neu  interpretiert haben. Mitgeschnitten wurden die Konzerte in HĂŒckeswagen und Hannover. Nach wie vor grandios und voller kĂŒnstlerischer Ausdruckskraft sind das knapp 21minĂŒtige „Rockpommel’s Land“ und „Ernie’s Reise“. Erfreulicherweise wurden die mehr als 60min nicht auf 4 sehr kurze, sondern auf 3 LP-Seiten verteilt, was dem Hördurchlauf sehr zugute kommt. Die ersten 1000 Alben erscheinen ĂŒbrigens als limitierte Edition in rotem 180 g Vinyl.
Rainer Guérich

KURZ & KNAPP

J-Rock-Freunde können sich ĂŒber eine neue Veröffentlichung der VAMPS, dem Nebenprojekt von L’Arc En Ciel SĂ€nger Hyde und Oblivion Dust Gitarrist K.A.Z. freuen. „Beast“ (Gan-Shin Records/Universal) beinhaltet insgesamt 13 Tracks und serviert eine Menge mitreißender Melodien und leidenschaftlichen Rock’n’Roll. Als Anspieltipps empfehlen sich StĂŒcke wie „Angel Trip“ und „Vamp Addiction“. +++ GemĂ€ĂŸ ihrer Nomenklatur trĂ€gt auch das vierte Album der Berliner Instrumentalrocker ROTOR schlicht und einfach die Bezeichnung „4“ (Elektrohasch/Sonic Rendezvous).  9 Tracks mit fetter Gitarren- und Bassline hat das Trio, das auch immer mal wieder gerne in jazzig-proggige Gefilde abtaucht, eingespielt. Interessante Scheibe mit mitreißendem und packendem Flow! +++ FĂŒnf Jahre nach ihrem letzten Studioalbum melden sich DEINE LAKAIEN mit ihrer neuen Scheibe „Indicator“ (Chrom Records) zurĂŒck. UnĂŒberhörbar ist, dass Veljanov und Horn wieder zu ihrer ursprĂŒnglichen Arbeitsweise mit elektronischen Sounds zurĂŒckgekehrt sind. Ihre Songs handeln von der Liebe und Themengebieten wie Krieg, Politik und Religion. Eine herausragende Stellung auf dem Album nimmt das StĂŒck „Go Away Bad Dreams“ ein, in dem AlbtrĂ€ume den Zustand einer Welt voller Gewalt symbolisieren. +++ Der kanadische Sechser THE BIRTHDAY MASSACRE um die charismatische Frontfrau Chibi stellt mit „Pins And Needles“ (Dependent/Alive) seinen neuen Longplayer vor. Die sehr geniale Mischung aus verfĂŒhrerischem Gesang, Wave-Elementen und hartem Industrialrock geht einfach gut ins Ohr, was gleich schon der Opener „In The Dark“ deutlich macht.  Eine Scheibe, die ihre grĂ¶ĂŸten Spannungselemente aus dem Wechselspiel zwischen zuckersĂŒĂŸen Gesangslinien und Laut-Leise-Konstellationen bezieht. +++

Arsch-Kick Punk Rock’n’Roll servieren uns JOHNNY ROCKET auf „Dance Embargo“ (Wolverine/Soulfood). Ihr Sound, der von Bands wie The Bones, Turbo AC’s und den Peacocks beeinflusst ist, hat alleine schon durch die instrumetale Integration eines Standbasses ein Alleinstellungsmerkmal. Als Anspieltipps empfehlen sich gleich der knackige Opener „Fuck The Szene“ und die Whiskey-getrĂ€nkte Rockabilly-Nummer „Where Do You Go Honey“. Empfehlenswert! +++ Eine 5-Track-EP bringt JAMIE CLARKE’s PERFECT, die Folk-A-Billy Band des Pogues Gitarristen unters Volk. „Fucking Folkabillie Rock“ (Wolverine/Soulfood) enthĂ€lt fabelhafte Folk-A-Billy-Smasher, u.a. „Beatboys“ und „The Sun And The Moon“. +++ SNOWY WHITE, ehemaliger Thin Lizzy-Gitarrist und Blueser von Gottes Gnaden, veröffentlicht eine Live-CD, die er zusammen mit seinem Blues Project am 19.02.2010 im hollĂ€ndischen Club „De Boerderij“ in Zoetermeer eingespielt hat. „In Our Time... Live“ (SWBP/Soulfood) bietet 73Minuten feinste Bluesunterhaltung mit tollen Interpretationen von Klassikern wie „Good Morning Blues“, „Red Wine Blues“ und „World Keep On Tuning“ (aus der Feder von Peter Green). FĂŒr Bluesfreunde eine ganz heiße Kaufempfehlung! +++

Power Ballads Compilation (Frontiers/Soulfood)? Das klingt fĂŒr mich nach ‘ner hĂ€rteren Version von Kuschelrock. Na ja, soll wohl fĂŒr die gleiche Klientel sein. Jedenfalls gibt es auf dieser Kompilation nun mal die geballte Herzschmerz-Staffage aus dem erlesenen Frontiers Records-Katalog, also ‘ne Kopplung der obligatorischen BalladenstĂŒcke, die den positiven Höreindruck auf so mancher guten Rockscheibe verwĂ€ssern. Licht und Schatten halten sich die Waage. Empfehlenswert sind aus meiner Sicht die StĂŒcke von Winger („On A Day Like Today“), Glenn Hughes  („Imperfection“), Jeff Scott Soto („Holding On“), Giant („Can’t Let Go“) und gewissermaßen als SahnehĂ€ubchen obendrauf Treat („A Life To Die For“). +++ Die CURBS kommen aus Österreich und legen mit „The City Of Dreaming Spires“ (Pate Records/edel) ihr drittes Album vor. Auf dem Speilplan steht emotionsgeladener Indierock mit spĂŒrbarem Brit-Einschlag und wunderschön melancholischer AtmosphĂ€re. Die Band um SĂ€nger Alex klingt meiner Meinung immer dann am besten, wenn der Songaufbau etwas vertrackter wird, was in dem mit Streichern versetzten „Love“ der Fall ist. Sehr schön! +++ Fiebrigen, variantenreichen und mĂ€chtigen Noiserock mit Stoner-Komponente legen die aus Limoges stammenden Franzosen 7 WEEKS auf „All Channels Off“ (F2M/7US) vor. Die Band, die ihre turmhohen GitarrenwĂ€nde mittlerweile mit zwei Gitarristen erzeugt, dĂŒrfte auf der BĂŒhne loslegen wie ein Orkan. Das kommt mir jedenfalls beim Hören des genialen und drĂŒckenden Openers „All Channels Off“ sofort in den Sinn.+++  Ska Punk ist nie verkehrt! Das meinen auch DESTINATION ANYWHERE, die auf „Party, Love & Tragedy“ (FNR/Radar) fĂŒr gute Stimmung in der Bude sorgen. Schneidige BlĂ€sersĂ€tze, geschickte Tempovariationen und kraftvolle Arrangements, die auch mal das Gaspedal durchtreten, halten den Hörer bei der Stange. Soweit ich das beurteilen kann, wurden wohl die meisten StĂŒcke live on stage mitgeschnitten, die Band hat Format! +++ Die schweizerischen KAPOOLAS waren frĂŒher mal eine reinrassige Progrock-Band, haben im Laufe des Zusammenspielens aber jeden ĂŒberflĂŒssigen Bombast von Bord geworfen, um nun mit gezielt eingestreuten Klangzutaten (u.a.Beats, Percussions, Glockenspiel, Gitarren, Bass, dezente Keys) ihre komplex arrangierten Pop-Songs dennoch progressiv zu gestalten. Das Ergebnis ist auf ihrer nun veröffentlichten CD „Cut Down Trees (We Need An Ark)“ (Radicalis/Fontastix) nachzuhören. Eigentlich ein sehr interssante Scheibe, bei der es manches zu entdecken gibt und in denen einige StĂŒcke nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Schweizer-Deutsch interpretiert werden.

Die ukrainischen Black Metaller DRUDKH beglĂŒcken ihre AnhĂ€ngerschaft mit ihrer neuen Scheibe „Handful Of Stars“ (Season Of Mist), ihrem bereits achten Release. Das neue Material mit StĂŒcken wie „Cold Landscapes“ und „Listening To The Silence“ geht mehr in die atmosphĂ€ische und progressive Richtung, was mir ganz gut gefĂ€llt. Aus diesem Grunde spreche ich auch ganz klar eine Kaufempfehlung fĂŒr die Ukrainer aus und hoffe, dass ich sie endlich auch mal auf Tour in Deutschland sehen kann. +++ Mit „The Final Frontier“ (EMI) legen IRON MAIDEN ihr 15. Studioalbum vor. Vom Sound her geben sie sich auf  dem neuen Material weitaus komplexer, was bedeutet, dass man den Songs schon einige Zeit geben sollte, bis sie zĂŒnden. Dann jedoch offenbaren Titel wie „Isle Of Avalon“ und „The Talisman“ ihre wahre Schönheit. Gebt dem neuen Maiden-Album also ruhig mal eine Chance! +++

 

 

 

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