Dez./Januar 2004

| Home | www.inhard.de - alles,was Krach macht!

inHard | Bei Fußenkreuz 11 | D-66806 Ensdorf | Germany | Phone: ++49 6831-5095-30 | Fax: ++49 6831-5095-32 | eMail

@@@@@@ überragend
@@@@@ sehr gut
@@@@ gut
@@@ durchschnittlich
@@ mäßig
@ schlecht

Airborn | Amorphis | Amplifier | Anathema | Astral Doors | Black Majesty | Tomas Bodin | Charon | Cornerstone | Defenestration | Falkenbach | Firewind | Gothminister | Gruppe 3 | The Guv’Nors | Harem Scarem | Jimi Hendrix | Iron Maiden | Jag Panzer | Kaptain Sun | King Diamond | Last Tribe | Lynch Mob | Mägo De Oz | Moonspell | Neal Morse | Nightmare | Poor Genetic Material | Poverty’s No Crime | Pride Of Lions | Rage | Rough Silk | Royal Hunt | Slow Roosevelt | Space Odyssey | Starfighter | Supreme Majesty | Tad Morose | Tape | Tiamat | Transatlantic | Twilightning | UDO | Vertigo | Victory |

Airborn
D-Generation
Remedy Records / Zomba
@@


Einen Schritt zurück machen die Italiener mit ihrem Zweitling. Gefiel mir das Debüt „Against The World“ eigentlich recht gut, so ist hier unterer Durchschnitt Trumpf. Geboten wird Metal der Marke Helloween/ Gamma Ray, ohne allerdings deren Klasse auch nur ansatzweise zu erreichen. Wirklich nur für Allessammler aus dem Stiefelland zu empfehlen...
Christian Kissel


Amorphis
Chapters
Relapse
@@@@


Best Of-Scheiben sind ja oftmals Abzock-Geschichten, haben daher einen schweren Stand. Hier wurden 17 Songs aus allen Schaffensperioden der Finnen zusammengefasst und zusätzlich eine DVD mit 5 Videos beigelegt. Für Fans (außer der DVD) eher uninteressant, ist dieses Teil wohl eher eine gute Möglichkeit für Neueinsteiger, sich einen Überblick über das Werk von Amorphis zu verschaffen.
Christian Kissel


Amplifier
Amplifier
Music For Nations/Zomba VÖ: 2004
@@@


Obwohl schon einige Jahre im Musikgeschäft und in ihrer nordenglischen Heimat als Livegig gefeiert, legen Amplifier erst jetzt ihre Debütscheibe vor. Sie bieten einen knorrig-harten Gitarrenrock, der auch das Publikum außerhalb Englands interessieren dürfte. Dabei bedienen sich Sel, Neil und Matt dem unerschöpflichen Fundus der Rockgeschichte und kreieren ihren ganz persönlichen Rockkosmos. Düstere Gitarrenriffs wechseln mit atmosphärischen Vocals und fast schon hypnotischen Melodien. Dass sich dabei immer wieder stimmungsvolle Balladen in ihren Rocksound verirren, macht die ganze Sache noch ehrlicher und erfrischend abwechslungsreich.
David Comtesse


Anathema
A Natural Disaster
Music For Nations / Zomba
@@@@@


Ursprünglich noch mit Alt-Sänger Darren White aus dem Death-Doom-Bereich kommend, haben die Engländer im Laufe der Jahre ihre Version von düsterem Metal hin zu Pink Floyd-artigen Klangbildern verändert und verfeinert. Mittlerweile haben die Liverpooler mit Metal nichts mehr am Hut, aber schöner, fließender melancholischer Rock, der den Herbst mehr als versüßt, ist mir 5 Punkte immer wert. Gefällt mir besser als die in etwa das gleiche Publikum ansprechende neue Tiamat-CD.
Christian Kissel


Astral Doors
Of The Son And Father
Locomotive / Alive
@@@@@


Ihr wartet noch immer darauf, dass Blackmore und Dio wieder als Rainbow zusammenkommen? Träumt weiter, vergesst aber nicht in dieser Zeit euch das Debüt von Astral Doors einzuverleiben. Sänger Patrick Johansson, der auch die „Space Odyssey“-Scheibe eingesungen hat, ist mit seinem Tony Martin / Dio – Organ hier natürlich genau richtig. Dafür das ein Überhit im Stile von „Stargazer“, „Children On The Sea“, „When Death Calls“ und „Child In Time“ fehlt, gibt es zwar einen Punktabzug, bleiben aber immer noch 5 und eine Kaufverpflichtung für Freunde von Black Sabbath, Deep Purple und den bereits erwähnten Rainbow.
Christian Kissel


Black Majesty
Sands Of Time
Limb Music/SPV
@@@@


Die Jungs um Frontshouter John „Gio“ Cavaliere kommen aus Melbourne/Australien und stehen in guter Tradition von Bands wie Iron Maiden, Queensryche und Jag Panzer. Dabei spielt der Vierer keineswegs den 80er-Jahre Sound eins zu eins nach, sondern schafft es mit Hilfe speediger Gitarrenwände, aufwühlender Drumarbeit und nicht zuletzt den unvergleichlichen Vocals von Gio Cavaliere ein straightes und energiegeladenes Hardrockalbum vorzulegen. Dass dabei immer wieder wehmütige Erinnerungen an die „guten alten Rocktage“ wach werden, liegt an der besonderen Spielart von Black Majesty und macht ihr Debüt gleich zu etwas Besonderem.
David Comtesse


Tomas Bodin
Sonic Boulevard
Insideout/SPV
@


Der Name Tomas Bodin dürfte vielen Rock-Fans als Keyboarder der Flower Kings ein Begriff sein. Was sich Tomas allerdings bei der Produktion der nun vorliegenden Soloscheibe gedacht hat, ist mir auch nach zweimaligem Anhören ein absolutes Rätsel. Und wie er darüber hinaus auch noch fast die gesamte Flower Kings-Crew dafür ins Studio locken konnte, ein noch viel größeres. Kurz gesagt, Mr. Bodin legt mit „Sonic Boulevard“ ein Album vor, das weder Fisch noch Fleisch ist, und von dem man noch nicht einmal sagen könnte, es sei entweder billiger Mainstream oder vertrackte Avantgarde. Die 10 Songs dümpeln ohne Ziel irgendwo zwischen Sphärenklängen, aufgesetzten Jazz-Passagen und rockigen Momenten umher. Ungefähr so inspirierend wie eine Stubenfliege an der Küchenwand.
David Comtesse


Charon
The Dying Daylights
Spinefarm/Universal
@@@@


Wer sich eine härtere Version von HIM, also ohne den übertriebenen Kommerz, vorstellen kann, liegt bei den 5 Finnen richtig. Müßig zu sagen, dass solche Musik gerade im Herbst richtig zur Geltung kommt, daher verwundert es nicht, dass die Single „In Trust Of No One“ die Pole Position in Finnland erreicht hat. Nettes Teil, dem ich 4 Punkte zugestehe.
Christian Kissel


Cornerstone
Once Upon Our Yesterdays
Massacre/Soulfood
@@@@


Bereits zum dritten Mal präsentieren Cornerstone ihren Fans die wohlbekannte Mischung aus Classic-Rock, Balladenkost und phantastischen Vocals. Die dänisch-englische Rockband ist seit ihrem Debut „Arrival“ (‘00) auf Erfolgskurs und konnte seitdem ihren Sound immer wieder hörbar verfeinern und abstimmen. „Once Upon Our Yesterdays“ ist dabei der vorläufige Höhepunkt dieser Entwicklung und zeigt die Jungs gereifter, offener für neue Strömungen und einen Touch straighter. Energiegeladene Gitarrenriffs und eine staubtrocken-stämmige Drumarbeit stehen dabei neben filigranen Balladen und melodischen Ausflügen in Bombast-Bereiche. Alles umrahmt von den eindrucksvollen Vocals von Mr. Dougie White!
Frank Zöllner


Defenestration
Ray Zero
Dream Catcher/Zomba
@@@


Eine ultraharte Mixtur aus Old School-Punk, Metal, Thrash und speedigem Hardrock haben sich Defenestration seit ihrer Gründung ‘01 aufs Banner gepinselt. Dreher Nr. 2 stellt ihre Liebe zur harten Gangart voll unter Beweis. Mit Frontfrau Gen Tasker haben die Jungs einen stimmlichen Gegenpart zu ihren strammgebürsteten Gitarrenwänden und den harten Drumattacken, wobei Abstecher in Growl-Gefilde für die junge Dame auch kein Neuland sind. Eine Kollage aus rockigen Punk-Industrial-Intermezzi!
Jörg Eifel


Falkenbach
Ok Nefna Tysvar Ty
Napalm Records / SPV
@@@@@@


Der neueste Streich des 1-Mann-Projekts ist für mich die Überraschung der letzten Monate. Wem Bathory, an dessen goldener Ära von „Blood Fire Death“ bis „Blood On Ice“ stilistisch angeknüpft wird, mittlerweile zu steril klingen, der liegt hier genau richtig. Episch, ohne aber im Bombast zu ersticken, und folkig (einige Elemente könnte ich mir gut bei Blind Guardian vorstellen) wird hier in 40 Minuten ein Album der Extraklasse geboten, nach dessen Ende man mit einem zufriedenen Grinsen wieder auf die „Play“-Taste drückt (oder gleich auf „Repeat“ geht...) Die Höchstnote ist da eine Selbstverständlichkeit.
Christian Kissel


Firewind
Burning Earth
Massacre Records/Soulfood
@@@@@


Die US-Metaller um Frontshouter Stephan Frederick und den erst 23jährigen Gitarren-Derwisch Gus G legen mit „Burning Earth“ ihren brandneuen Dreher vor. Sie setzen dabei konsequent ihre Arbeit von „Between Heaven And Hell“ fort. Den Hörer erwartet eine explosive Mischung aus Speed-Metal-Attacken, hochspannenden Double-Bass-Läufen, eingängigem Hardrock und ausgereiften Arrangements. Die Jungs haben echt was auf der Pfanne , nicht zuletzt wegen der erstklassigen Vocalarbeit von Mr. Fredrick! Diese CD ist unbedingt empfehlenswert.
David Comtesse


Gothminister
Gothic Electronic Anthems
Drakkar/BMG
@@@@@@


Diese Scheibe ist für alle Darkrock- und Gothic-Freunde ein absolutes Muss! Gothminister aus Norwegen haben mit diesem Album geschafft, was viele ihrer Kollegen wohl niemals erreichen werden: ein Album für die Ewigkeit zu schreiben. Sicherlich soll man mit solchen Übertreibungen vorsichtig sein, doch bei diesen 11 Tracks sind sie vollkommen gerechtfertigt. Die Musik von Gothminister bleibt immer unberechenbar, trippelt mal verschroben aus dem Nichts, pumpt sich die Seele aus dem Leib oder findet ihre Bestätigung in einer von elektronischem Mörserfeuer durchtränkten sakralen Stimmung („Angel“, absolutes Highlight der CD). Ein weiteres Highlight ist das mit hymnischen Vocals gepushte „The Holy One“, das tempomäßig immer wieder schön zurückschaltet, um einen darauf wieder hochzukicken. Unbedingt reinhören auch in den elektronischen Brechhammer „Devil“, weitaus härter und kraftvoller als alles, was Rammstein in der Vergangenheit zu versuchen wagten. Die Scheibe ist straight, dark, elektronisch, mächtig rockend, ohrgängig und noch ganz viel mehr. Vor Suchterscheinungen durch vermehrten Hördurchlauf wird an dieser Stelle ausdrücklich gewarnt!
Rainer Guérich


Gruppe 3
Grundgedanken
The M Company/Sony
@@@@


Neue, frische und deutschsprachige Musik aus deutschen Landen! Dies als Kurzbeschreibung der Debüt-Rille von Gruppe 3. Eine Drei-Mann-Band, die auf dieser CD zeigt, dass sie tatsächlich mit Instrumenten umgehen kann und ‘ne heiße Rockmucke aus den Gitarrensaiten schwitzt. Aus irgendeinem Grund hab ich den Dreher mit Song Nr. 5 „Vollgas“ gestartet, der mich auch gleich mit ‘ner richtig dicken Gänsehaut versorgt hat. Tougher Rock mit harten Vocals und ‘nem geilen Text. So oder doch so ähnlich sind die kompletten „Grundgedanken“ der Jungs und damit voll auf meiner Linie! Gruppe 3 funktioniert mit einem Mix aus Rock, Pop, Funk und ein wenig Punk. Hörenswert!
Frank Zöllner


The Guv‘Nors
Highroller
Lucky Seven/Cargo
@@@@


Jonah, Mads, Mikkel, Soeren und Jay nennen sich kurz The Guv‘Nors, kommen aus Dänemark und spielen einen speedig-spaßigen Party&Street-Rock‘n‘Roll alter Schule. Mit „Highroller“ legen die Jungs ihr Debüt vor und lassen dabei einen fetzig-straighten Hardrock vom Stapel, dass es nur so knallt. Bodenständig, handgemacht und ohne Star-Allüren präsentiert uns der Fünfer 12 Eigenkompositionen und je eine Coverversion von Motörhead und den alten Slade! Ergebnis ist ein abgehender Hard‘n‘Roll-Mix zum Abmoshen, Abtanzen, Abtrinken und allem, was einem noch so einfällt!
Frank Zöllner


Harem Scarem
Higher
Frontiers/Soulfood
@@@@


Nach ihrem Comeback-Album „Weight Of The World“ aus dem Jahre 2002 sind die Jungs um Harry Hess wieder in aller Munde. Wie aus einem Stück gegossen präsentieren sich auch die zehn neuen Songs der Kanadier. Harry, Pete, Barry und Creighton liefern uns einen abwechslungsreichen Mix aus harten Rockgitarren, knackigen Songs, sagenhaftem Harmoniegesang und gefälligen Rockballaden. Auf den ersten Blick eigentlich nicht besonders aufregend oder neu, aber wer sich „Higher“ anhört, wird feststellen, dass Harem Scarem praktisch aus dem Nichts eine Rockaura zaubern können, die euch in ihren Bann ziehen wird. Versprochen!
David Comtesse


Jimi Hendrix
Axis Outtakes
Purple Haze Records
@@


Das hätte sich Jimi Hendrix, Gott hab’ ihn selig, auch nicht gedacht, dass diese Outtakes, die 1967 während der Aufnahmen zu „Axis: Be Bold As Love“ entstanden sind, jemals das Tageslicht der Öffentlichkeit erblicken würden. Dafür gedacht waren sie jedenfalls nicht! Einen großen Gefallen hat man Hendrix mit dieser Veröffentlichung jedenfalls nicht gemacht, wobei die grottenschlechte Klangqualität auf der Doppel-CD mit ihren „Alternate“ Takes und dem nicht enden wollende „Meeresrauschen“ wohl nur den Hardcore-Sammlern Freude (?) bereiten dürfte. Viel Spaß beim Graben nach weiterem Hendrix-Müll!
Rainer Guérich


Iron Maiden
Dance Of Death
EMI
@@@


Wie schon auf dem Vorgänger „Brave New World“ überwiegt auch auf dem neusten Streich der Briten solider Durchschnitt. Nur 2 gute Songs („Dance Of Death“, „ Paschendale“) sind für eine Band dieser Größe einfach zu wenig, zumal mit „Wildest Dreams“ auch ein Totalausfall zu verbuchen ist. Durchschnitt sind 3 Punkte und der Rat, die eigene Legende nicht weiter zu zerstören...
Christian Kissel


Jag Panzer
Decade Of The Nail-Spiked Bat
Century Media
@@@


Nimmt man ihre ‘83 veröffentlichte 4-Track-EP als Ausgangsbasis, feiert die US--Band Jag Panzer in diesem Jahr ihr 20jähriges Bühnenjubiläum. Zu diesem doch besonderen Anlass haben sich die Jungs, die in ihrer Karriere so manchen Besetzungswechsel und alle Höhen und Tiefen der Branche erlebt haben, etwas Besonderes einfallen lassen. Für die Fans und zum Teil auch für sich, haben Jag Panzer 20 „alte“ und kaum noch erhältliche Songs aus den letzten 20 Jahren neu eingespielt und auf zwei Silberrillen gepresst. Dabei hat man besonderen Wert auf einen authentischen Sound gelegt, was den Songs nicht das maingestreamte Outfit heutiger Veröffentlichlungen verleiht. So gibt es ein Wiederhören mit Tracks wie „Tower Of Darkness“und „Iron Shadows“ . Da kann man sich richtig freuen und dabei so richtig nostalgisch werden...
Jörg Eifel


Kaptain Sun
Rainbowride
Rage Of Achilles Records
@@@@


Mit Kaptain Sun betreten vier hart bangende Schweden die Metal-Szene, um mit ihrem energiegeladenen Sound neuen Wind in eingefahrene und verstaubte Rhythmen zu pumpen. Dabei gelingt den Jungs ein echt geiler Mix aus Elementen des Old School-Metal, höllischen Growl-Vocals, speedigen Riffs und echten Rockgranaten. Nicht wenige ihrer Songs, wie etwa der Opener „Invisible Dragons“, haben das Zeug für die Metal-Charts und bringen gute Laune auf jede Bottle-Fete. Kaptain Sun legen mit „Rainbowride“ ein leidenschaftliches Debütalbum vor, das einen neugierig auf die weitere Entwicklung der Band macht.
Frank Zöllner


King Diamond
The Puppet Master
Massacre / Soulfood
@@@@@@


Fleißig ist er ja der gute König; das Schönste daran ist, dass auch die Qualität mehr als stimmt. Auch auf „The Puppet Master“, einmal mehr ein Konzeptalbum, ist wieder Metal vom Feinsten vorhanden. Höhepunkte dürften dabei die Songs „Blue Eyes“, „So Sad“ und „Christmas“ sein. Der bei einigen Songs eingesetzte weibliche Gesang harmoniert bestens mit des Königs Stimme und unterstreicht die Wirkung. Ausfälle werden wieder vergebens gesucht, weshalb die Höchstnote einmal mehr fällig ist. Neben der CD gibt es mit einer DVD, auf welcher der Meister die Story erläutert, einen weiteren Kaufanreiz.
Christian Kissel


Last Tribe
The Uncrowned
Frontiers / Soulfood
@@@@@


Melodischer Hardrock, der teilweise in Metalhärte vordringt, bietet der Drittling von Last Tribe. Der Band um Hauptsongwriter Magnus Karlsson (Gitarre und Keyboards) ist es gelungen, wieder einen runden Silberling herauszubringen, der mit „Healer“, „The Chosen One“ und dem recht harten Titeltrack sowie „Sound Of Rain“ seine Höhepunkte hat. 5 Punkte für diese 50 Min. Gute Laune-Unterhaltung, der hoffentlich mal eine Tour folgt.
Christian Kissel


Lynch Mob
Revolution
Mascot Records/Zomba
@@@@


Von Anfang der 80er bis weit in die 90er hinein hat Lynch mit seinem einzigartigen Gitarrenspiel und jeder Menge Songmaterial nicht nur den Sound von Dokken und Lynch Mob entscheidend geprägt, auch die US-Rockszene hat von der Kreativität dieses Mannes profitiert. Mit „Revolution“ legen Lynch&Co ihren neuesten Output vor und zeigen, dass sie noch lange nicht zum „alten Eisen“ gehören. Die Zutaten sind zwar dieselben, aber wie immer kommt es auch hier auf die Zubereitung an. Und die ist, dank hochkarätiger Musiker, erste Sahne!
David Comtesse


Mägo De Oz
Gaia
Locomotive / Alive
@@@@@@


Eine Mischung aus Metal- und Folkanteilen gepaart mit unbändiger Spielfreude und geilem Gesang. Die Spanier machen auf ihrem neuesten Werk alles richtig und sichern sich für diesen (über 72 Minuten) Genuss die Höchstnote. In ihrem Heimatland sind sie schon Superstars (nein, keine gesuchten, sie haben Talent) hier werden sie es noch. Pflichtkauf ohne wenn und aber.
Christian Kissel


Moonspell
The Antidote
Century Media
@@@@@


Nach den eher experimentellen Alben „Sin / Pecado“ und „The Butterfly Effect“ war schon der Vorgänger „Of Darkness And Hope“ ein Schritt zurück in Richtung Düster- bzw. Gothic-Metal. Dieser Weg wird nun erfolgreich fortgesetzt. Songs wie „In And Above Men“ (Opener), der Titeltrack, „Lunar Still“ und der Rausschmeißer „As We Eternally Sleep On It“ zeigen die Portugiesen in guter Verfassung. Zwar bleibt der Klassiker „Wolfheart“ (1995) immer noch unerreicht, aber 5 Punkte ist mir „The Antidote“ dennoch wert.
Christian Kissel


Neal Morse
Testimony
Inside Out / SPV
@@@@@


Nach seinem Ausstieg bei Spock’s Beard und Transatlantic liegt nun das erste musikalische Lebenszeichen von Neal Morse in Form eines Soloalbums (das dritte insgesamt) vor. Kompliment, der Doppeldecker hat es in sich, vereint er doch die Stärken des Masterminds. Vergleichbar mit dem letzten Spock’s Beard Album „Snow“ (an dem er mitwirkte), reflektiert Morse seinen gefundenen Glaubensweg hin zu Gott. Ob es deshalb nötig war, die beiden Bands zu verlassen, sei mal dahingestellt...
Christian Kissel


Nightmare
Silent Room
Napalm / SPV
@@@@@


Das ist die Musik, die das Herz höher schlagen lässt. Die Franzosen schaffen das Kunststück, alten Metal modern zu interpretieren, ohne sich Trends anzubiedern. Vom mit düsteren „Omen“-artigen (Film, nicht Band) Chören untermalten Opener „Paranormal Magnitude“ an gibt es melodiösen, aber nicht auf Happy getrimmten Metal der gehobenen Klasse zu hören. Eine stilistische Nähe zu Queensryche’s Meisterwerk ist nicht gänzlich von der Hand zu weisen, was aber ein Kompliment ist. Der Ohrenschmaus ist mir 5 Punkte wert.
Christian Kissel


Poor Genetic Material
Winter’s Edge
Quixote Music/Paengg Distribution
@@@@@@


Neben RPWL. zählen für mich Poor Genetic Material zu den besten Vertretern innerhalb der deutschen Prog-Rock-Szene. Leider sind mir ihre beiden ersten Alben „Leap Into Fall“ (2001) und  „Summerland“ (2002) noch nicht unter die Finger gekommen, aber dieses Album überzeugt mich voll und ganz. Die fünfköpfige Band um Sänger Philip Griffiths beschäftigt sich nach Herbst und Sommer auf dieser Platte thematisch mit der Jahreszeit „Winter“, was sich aber keineswegs in fröstelnder Musik niederschlägt. Im Gegenteil! Schon der Opener „Sharp Bends Sudden Crests“ ist eines der vielen Highlights auf der Platte, von einem wunderschönen, trippelnden Intro eingeleitet und mit einem unterschwellig dynamischen Antrieb versehen, über den die Stimme von Philipp 10 Meter über dem Erdboden gleitet. Große Klasse! Doch ebenso wie der Winter eine vielschichtige Jahreszeit ist, sind auch die einzelnen, oftmals bis zu 9 Minuten langen Kompositionen unterschiedlichster Natur. „Protean Profile“ ist ein sehr getragenes, sensuelles Stück, bei dem Sänger Philip einmal mehr seine Klasse unterstreicht und Spannungsbögen zu erzeugen weiß. „Whitescape“ beeindrukt durch seine unendlich deepe Atmosphäre, während die beiden Parts von „Winter’s Edge“ als Sandwich zwischen  dem schillernden (tempovariierenden) „Nuage Bleu“ Artrock auf höchstem Niveau darstellen. Super, ein echter Geheimtipp!
Rainer Guérich


POVERTY'S NO CRIME
The Chemical Chaos
InsideOut/SPV
@@@@


Das mittlerweile fünfte Album der Progressive-Metaller Poverty's No Crime ist klanglich in der Ecke von Bands wie Dream Theater und ähnlicher Gruppen anzusiedeln. Zu den besten Stücken von „The Chemical Chaos“ zählt insbesondere der Opener  „Walk Into Nowhere". Ansonsten gibt es eine Menge epischer, vertrackter und instrumentaler Passagen. Die leider nicht immer ganz überzeugende Produktion führt zu einem Punktabzug.
David Comtesse


Pride Of Lions
Pride Of Lions
Frontiers/Soulfood
@@@


Pride Of Lions sind ein neuer Stern am Melodic-Rock-Himmel. Mit dem Songschreiber Jim Peterik (Survivor, Ides Of March, Sammy Hagar) hat der blutjunge Sänger Toby Hitchcock einen „alten“ Rockhasen an der Seite, der schon für manches großartige Album verantwortlich zeichnete. Das Gespann präsentiert uns eine ausgewogene Mischung aus straightem Gitarrensound, Balladenfeeling und jeder Menge Melodic-Stimmung. Manchem Rockfan werden sich da die Fußnägel rollen, denn Jim&Toby machen auch mir, trotz einiger, rotziger Rockpassagen, zuviel auf Harmonie &Weichspüler. Ansonsten gibt die Scheibe keinen Grund zur Beanstandung, ist sauber produziert und spielerisch wie aus einem Guss.
Frank Zöllner


Rage
Soundchaser
Steamhammer / SPV
@@@@@


Beständigkeit ist der größte Trumpf der Truppe um Peavy. Egal mit welchem Line-Up, immer wurde Qualität abgeliefert. So auch auf dem 3. Album in der Besetzung Peavy (Bass, Gesang), Mike Terrana (Drums) und Victor Smolski (Gitarre). Aus dem homogen besetzten Album ist kein Song hervorzuheben, weshalb ich mit 5 Punkten und einer Kaufempfehlung schließe.
Christian Kissel


Rough Silk
End Of Infinity
Point Music
@@@@@


Und da waren es plötzlich 3 Sänger! Nach dem Weggang ihres alten Shouters Thomas Ludolphy wechseln sich nun Ferdy Doernberg, Herbert Hartmann und Nils Wunderlich auf dieser Platte ganz demokratisch an der Position des Mikros ab. Das gibt Rough Silk, die schon von jeher auf ein sehr abwechslungsreiches Songwriting mit den unterschiedlichsten Instrumenten, Chören usw. setzten, ganz neue Spielbälle in die Hand. Bei den Songs auf „End Of Infinity“ ist Abwechslung Trumpf. Hört euch hierzu beispielsweise einmal Tracks wie „Lucifer’s Hotel“ (schöne Hawai-Gitarre am Anfang!) oder das hymnische, keyboard-verzierte „Restless Heart“ an.
Rainer Guérich


Royal Hunt
Eye Witness
Frontiers /Soulfood
@@@@


Nichts Neues im Hause der königlichen Jagdgesellschaft. Die mir etwas zu Keyboard-orientierten Kompositionen (wenn der Hauptschreiber Keyboarder ist...) leben hauptsächlich vom überragenden Gesang John West’s, der wieder Akzente zu setzen weiß. Wer mal von ihm die Messe gelesen haben will, sollte sich „The Prayer“ anhören. Alles in allem ein gutes Melodic.Rock bzw. Metal Scheibchen, das sich 4 Punkte verdient hat.
Christian Kissel


Slow Roosevelt
Weightless
Reality/Sony
@@@@


In Texas und Umgebung sind Slow Roosevelt schon länger keine Unbekannten mehr. Mit „Weightless“ legen die Jungs ihr Europa-Debüt vor und überzeugen mit einer schweißtreibenden Mixtur aus ultrahartem Metal und growliger Punkmucke. Dabei arbeiten Pete, Scott, Mark und Aaron mit denkbar einfachen Mitteln. Sie befreien ihre Songs von unnötigem Schnickschnack und verlassen sich ganz auf die Kraft von hartem, ungeschliffenen und verdammt schnellen Metal. Slo Ro holen in den zehn Songs alles aus sich raus und lassen damit etwas von ihrer einzigartigen Live-Performance erahnen.
Jörg Eifel


Space Odyssey
Embrace The Galaxy
Regain Records / Soulfood
@@@@


Der Refrain des Openers „Despair and Pain“ erinnert zwar fatal an Abba’s „Voulez Vous“, aber sonst ist bei dem neuesten Werk von Keyboarder Richard Andersson (Time Requiem, Ex-Majestic) fast alles rund. Gleichberechtigt stehen Keyboard und Gitarre nebeneinander und auch der Gesang von Patrick Johansson weiß zu gefallen; Tony Martin zu „Headless Cross“-Zeiten wäre ein passender Vergleich. Daher sind 4 Punkte sicher nicht zuviel für dieses Debüt, das eine große Fanschicht ansprechen wird.
Christian Kissel


Starfighter
Make A Sex Noise
Kinky Star/Zomba
@@@


Die drei Jungs um Bandgründer, Gitarrist&Sänger Tim Brown kommen aus dem schönen belgischen Städtchen Gent . Während ihr Debüt „No/Fi“ eigentlich noch eine Sache in Personalunion von Tim Brown war, ist „Make A Sex Noise“ ihr erstes Album in voller Bandstärke . Vom ersten Track an wird klar, wohin die musikalische Reise der Starfighters geht. Ihr Hauptaugenmerk liegt klar im weiten Feld angegrungter Crossover-Gitarren mit jeder Menge Garagenfeeling. Allerdings sucht man vergebens nach wild-exaltierten Gitarrenorgien, Starfigher kombinieren lieber schräge Alternative-Töne mit harmonischen Melodien zu einem rockig-poppigen Soundalmanach .
David Comtesse


Supreme Majesty
Danger
Massacre / Soulfood
@@@@


Das recht erfolgreiche Debüt „Tales Of A Tragic Kingdom“ bot schon guten melodischen Metal bzw. Hardrock, der zwischen Stratovarius und Royal Hunt angesiedelt war, vielleicht etwas pompöser angelegt. Auch auf dem Zweitling ist dies zutreffend, wobei neben dem Titeltrack die Ballade „Until The End Of Time“ den Höhepunkt darstellt. Obwohl es in dieser Sparte an Alben nun nicht gerade mangelt, sind die Schweden keine unnötige Marktaufblähung und 4 Punkte wert.    
Christian Kissel


Tad Morose
Modus Vivendi
Century Media
@@@@@


Nach dem Ableben von Morgana Lefay und der ungewissen Zukunft von Lefay liegt es an Tad Morose, weiterhin für Metal „Made in Bollnäs“ zu sorgen. Das machen die Schweden aber mittlerweile souverän und haben auch auf „Modus Vivendi“ neben gewohnt hohem Standard mit „No Mercy“ und „Life In A Lonely Grave“ 2 echte Höhepunkte am Start. Knappe 5 Punkte sind da sicherlich vertretbar, oder ?
Christian Kissel


Tape
#1
eastwest
@@@@


Ein nicht zu verachtender Neuzugang in der Hard & Rock’n’Roll Ecke aus deutschen Landen. Der Sound von Tape ist ganz klar auf Frontsängerin Dacia (was für eine Schönheit!) zugeschnitten, die ihren souligen Gesang zu harten Riffs, balldesken Songstrukturen und vielschichtigem Rhytmusgerüst prima zur Geltung bringt. Anpieltipps: „Go Sista“ und „Mother“.  Würde mich nicht wundern, wenn Dacia zur Miss Rockröhre 2003 gewählt werden würde.
Rainer Guérich


Tiamat
Prey
Century Media
@@@@


Seit über 10 Jahren (Clouds 1992) bin ich eingefleischter Tiamat-Fan, aber mit „Prey“ enttäuschen mich die Schweden schon ein wenig. Statt innovativ zu sein, klauen sie bei sich selbst, schreiben „Judas Christ“-Teil 2 und versuchen es mit der Atmosphäre von „Wildhoney“ zu verbinden. Das Resultat ist zwar noch gut, allerdings bin ich von Meister Edlund Besseres gewohnt bzw. verwöhnt. Hoffentlich ist es beim nächsten Mal wieder ein bisschen mehr....
Christian Kissel


Transatlantic
Live In Europa
Inside Out / SPV
@@@@@@


Nach dem Ausstieg von Near Morse bei Spock’s Beard und Transatlantic war klar, dass dies noch kommerziell ausgeschlachtet werden wird. Wenn es aber so gut ist wie im vorliegenden Fall, ist es sogar positiv zu bewerten. Die 4 Songs auf der ersten CD bringen es auf satte 80 Minuten (mehr geht nicht !), die 2 Songs des zweiten Silberlings noch auf 60 Minuten. Daran merkt man, dass es nicht um 3-4 minütige Radiokacke, sondern um kompetenten Progressiv-Rock von Überzeugungstätern geht. Denn in diesem Genre stehen die Namen Morse, Stolt, Trewavas und Portnoy (auch mit ihren Hauptbands) schließlich für höchste Qualität. Gibt es auch im Package mit einer Doppel-DVD, an der Höchstnote ändert dies aber nichts mehr, im Gegenteil.
Christian Kissel


Twilightning
Delirium Veil
Spinefarm Records
@@


Da hat der gute Timo Tolkki (Stratovarius), der dieses Debüt produziert hat, nicht richtig aufgepasst. Wie sonst könnte es sein,  dass die 6 Finnen sich anschicken, Stratovarius B-Seiten-Material auf ihrem Longplayer zu platzieren. Wenn dann auch noch ein Keyboarder lauter als 2 Gitaristen ist, stehen 2 Pünktchen als Wertung fest. Ob das angesichts der Veröffentlichungsschwemme im Bereich Power-Metal, wo es wirklich etliche, bessere Bands gibt, reicht, wage ich zu bezweifeln...
Christian Kissel


Udo
Nailed To Metal – The Missing Tracks
AFM / Soulfood
@@@@


Resteverwertung im Hause Dirkschneider. Da auf „Live From Russia“ einige der großen Hits fehlten, werden diese nun nachgeliefert. Ob man dies nun als Fanabzocke oder sinnvolles Ergänzungsmaterial ansieht, soll jeder selbst entscheiden. Neben Klassikern wie „Metal Heart“, „Fast As A Shark“, „Princess OF The Dawn“ und „Balls To The Walls“ sind auch UDO-Tracks wie „Holy“ und „Thunder In The Tower“ enthalten. Da die Scheibe Spaß macht, bin ich bei der Punktvergabe gnädig.
Christian Kissel


Vertigo
Vertigo
Frontiers / Soulfood
@@


Joseph Williams, der einigen als Sänger der beiden Toto-Alben „Fahrenheit“ (1986) und „The Seventh One“ (1987) bekannt sein dürfte, hat hier ein neues Projekt am Laufen. Geboten wird seichter Rock, der zwar gut ins Ohr geht, aber genauso schnell wieder raus ist. Typische Radio-Musik für Massen, die bei mir aber nicht über 2 Punkte hinaus kommt. Schade, da war deutlich mehr drin als belanglose Fahrstuhlmusik.
Christian Kissel


Victory
Instinct
Steamhammer / SPV
@@@@


Angenehm überrascht war ich, als eine Victory-Reunion im Raume stand. Obwohl mir Fernando Garcia als Sänger lieber gewesen wäre, kann ich Charly Huhn eine sehr gute Leistung bestätigen. Mit Ausnahme der ersten beiden Songs „Running Sacred“ und „Plastic Hero“ (wer kam bloß auf die Idee, diese beiden Nummern an den Anfang zu stellen?) stimmt auch die Musik. Melodischer Hardrock der besten Sorte wird aufgetischt, weshalb 4 Punkte in Ordnung gehen.
Christian Kissel

 

inHard | Bei Fußenkreuz 11 | D-66806 Ensdorf | Germany | Phone: ++49 6831-5095-30 | Fax: ++49 6831-5095-32 | eMail
© 2004 www.inhard.de alle Rechte vorbehalten