In der Ska-Punk-Szene nehmen HAMMERHAI eine absolute Ausnahmestellung ein, was nicht zuletzt daran liegt, dass sie den beim Ska typischen Bläsersound durch den Klang einer fetten Orgel ersetzen. inHard sprach mit dem “Mikrofonvorsteher und Mundharmonika-Benetzer” SÖLTI.

 

inHard: Wie kam es eigentlich bei euch zu der ungewöhnlichen Besetzung Orgel statt Bläser?

Sölti: Das hat sich mit voller Absicht ganz einfach so ergeben. Unser Basser und unser Schlagzeuger spielten vorher gemeinsam in einer Band, und unsere Orgelspielerin Susii und ich verdingten uns zuvor bei einer Ska-Punk-Band namens Hippie Hunter. Und als wir uns mit unseren damaligen zwei Gitarristen (mittlerweile ist nur noch Gitarrist Pape dabei, der zweite Gitarrist Tim ist auf der neuen CD nur noch auf 3 Stücken zu hören) zu HAMMERHAI zusammenschlossen, haben wir dann überlegt, welche stilistische Bandbreite wir mit unserem Instrumentarium abdecken können. Wenn du keine Bläser in der Band hast, bist du auch nicht so auf Ska und Reggae festgelegt.  Das heißt, du kriegst dann auch härtere Sachen und sonstige Dinge viel leichter hin.

inHard: Was ist denn das für eine Orgel, die Susii spielt?

Sölti: Das ist so ‘ne richtig alte Farfisa-Orgel, wie sie auch die Doors Ende der 60iger, Anfang der 70iger am Start hatten. Das Teil erzeugt einen sehr warmen und sehr geilen Sixties-Sound, wobei es an manchen Enden auch richtig quietscht und quiekt. (lacht) Halt ein ganz eigener und charakteristischer Sound, der für die Musik von HAMMERHAI sehr stilprägend ist.

inHard: Auf dem Stück “Timmi 64” am Schluss der CD habt ihr auch noch alte Commodore 64 Sounds einfließen lassen!

Sölti: Ja, das war eine Idee unseres Livemischers Welle 64, der das gewissermaßen als Geschenk an uns so zum Spaß programmiert hat. Wir fanden diese Sounds  so geil und trashig, dass wir das schließlich dann auf unser Album genommen haben.

inHard: Auf manchen eurer Songs ist der Sixties-Touch auch in den Texten unüberhörbar. Ich denke da an das ziemlich geniale “Frühstück mit mir”...

Sölti: Ja, das ist wirklich ‘ne lustige Nummer, fast schon mit 20er Jahre-Touch und einer 2/4-Pritsch à la Kinks.

inHard: Sind die Kinks und 60er Jahre-Songs auch etwas, was du dir privat musikalisch reinziehst?

Sölti: Na, nicht nur. Ich höre auch ganz gerne HipHop. Tribe Calle Quest sind einer meiner großen Favoriten, natürlich auch Jimi Hendrix...

inHard: Wie lange haben die Arbeiten an “Komma’ klar!” gedauert?

Sölti: Von der Kompositionsarbeit her ein gutes Jahr, wobei wir im Studio inklusive Mischen etwa einen Monat beschäftigt waren. Tja, und nun sind wir heftig dabei, das neue Material für unsere Liveauftritte umzuarrangieren, da wir ja nur noch einen Gitarristen an Bord haben.

inHard: Euer ehemaliger Gitarrist Tim ist bei “Timmi Boy”, “Unser Land” und “Komma’ klar” ja auch noch stimmlich zu hören. Steht denn schon fest, wer bei den Liveauftritten diesen Part übernehmen wird?

Sölti: Ja, diese Aufgabe wird unser Gitarrist Pape übernehmen. Wir haben das bei einigen Auftritten schon ausprobiert und das hat ganz gut funktioniert...

Rainer Guérich