Mit „End Of Apathy“ legen THE REVOLVERS ein super Hardrock-Album mit punkigen EinschĂŒben vor, das vom ersten bis zum letzten Song Spaß macht und richtig gut abgeht. inHard hatte die Gelegenheit zu einem GesprĂ€ch mit MARC ADER (guit., vocals) und rĂ€umte gleich zu Beginn ein weitverbreitetes MissverstĂ€ndnis aus...

 

inHard: Eure Plattenfirma hat mir freundlicherweise ein Review von eurer CD zur VerfĂŒgung gestellt, das in der Oktober-Ausgabe von VISIONS erscheint und dessen Rezensent eine Frauenstimme bei einigen Songs erkannt hat. Aber das bist doch du, der da singt, oder?

Marc (lacht): Ja, das bin ich. Den Fehler haben schon viele Kritiker gemacht. Meine Stimme hat halt manchmal den Tonfall wie bei einer Frau, aber das ist eigentlich ganz lustig...

inHard: ... wobei euer zweiter SĂ€nger Uwe mit seiner tieferen Stimmlage fĂŒr zusĂ€tzliche Abwechslung auf der Scheibe sorgt.

Marc: Genau, dadurch bekommen die einzelnen StĂŒcke ein vielfĂ€ltiges Eigenleben, und es wird nie langweilig.

inHard: Euer Sound ist ja sehr fiebrig, energiereich und speedig. Das lÀdt geradezu ein, um die Platte in einem Rutsch durchzuhören und in gute Stimmung zu kommen!

Marc: Das hört man gern. Wir sind da den Weg, den wir auf unserem DebĂŒt „A Tribute To Cliches“ (2002) eingeschlagen haben, konsequent weitergegangen. Wir stehen halt auf der Mischung aus Punkrock und Hardrock, die auch Platz fĂŒr Gitarrensolis lĂ€sst.

inHard: Welche Sachen hörst du denn so privat?

Marc: Am liebsten alten Punkrock von The Clash, Buzzcocks, aber auch Hardrock und Heavy Metal von AC/DC u.a. NatĂŒrlich gefallen mir aber auch einige Bands aus der Indie- und Alternative-Szene.

inHard: Ein gewisser Old School-Touch ist bei euren Songs ja nicht von der Hand zu weisen!

Marc: Klar, wir sind nun mal alle so um die Dreißig und haben unsere Wurzeln in dieser Zeit. Obwohl es mittlerweile ja auch durchaus schon junge Bands wie beispielsweise The Libertines gibt, die musikalisch in eine vergleichbare Richtung gehen...

inHard: Mit angesagter Trendmucke habt ihr Gottlob nichts am Hut!

Marc: Nein, wir kommen alle aus der Punkszene und haben frĂŒher in anderen Bands gespielt. Insofern war klar, dass wir bei den Revolvers unsere Roots zu keiner Zeit verleugnen werden, aber natĂŒrlich auch krĂ€ftig in den Bereich Hardrock gehen. Das ist - wie gesagt - irgendwo ‘ne Mischung.

inHard: Ihr habt „End Of Apathy“ im renommierten Blu Box Studio aufgenommen?

Marc: Ja, das ist wohl schlechthin das Noiserock-Studio in Deutschland! In Sachen Indierock und Alternative gibt es nichts Besseres. Dort haben beispielsweise auch schon Blackmail und Smoke Blow ihre Platten aufgenommen.

inHard: Wie lange wart ihr dort im Studio?

Marc: UngefĂ€hr zwei Wochen, inklusive Aufnehmen, Mischen und Mastern. FĂŒr den Grundsound und den Endmix war Guido Lucas verantwortlich. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden!

inHard: OhrenfĂ€llig ist der sehr warme und authentische Sound, der aus den Boxen bestens rĂŒberkommt...

Marc: Ja, das war uns sehr wichtig, insbesondere bei den Gitarren. Da haben wir großen Wert darauf gelegt!

inHard: Wer ist bei euch bandintern fĂŒr das Songwriting verantwortlich?

Marc: Der Hauptteil der StĂŒcke stammt von Uwe (voc., guit.), der Rest ist von mir. Wobei wir dann unsere Ideen gemeinsam im Proberaum ausgearbeitet haben.

inHard: Sind denn die Songs „Mentally III“ und „Change My Address“, wo dein Leadgesang zu hören ist, aus deiner Feder?

Marc: Ja, in der Tat. Wir haben das aufgesplittet. Uwe singt seine Texte und ich meine.  Ich hab’ diesmal nicht ganz so viele Texte wie auf dem VorgĂ€nger geschrieben, aber das hat sich einfach so ergeben.

inHard: Sind denn im Proberaum noch mehr Songs entstanden als auf der CD zu hören sind?

Marc: Wir haben diesbezĂŒglich schon ein bisschen selektiert. Das heißt, wir hatten schon ein paar Songs mehr aufgenommen, um dann letztendlich die besten auswĂ€hlen zu können. 12 StĂŒcke haben es auf die CD  geschafft, wobei wir nun noch 3 Songs ĂŒber haben, die vielleicht auf irgendwelche Sampler gepackt werden können.

inHard: Im CD-Info steht, dass Duane Peters (US Bombs) sehr auf eure Musik steht?

Marc: Ja, Duane fand vor allem unser erstes Album „A Tribute To Cliches“ sehr geil. Er hat uns dann angeschrieben und uns UnterstĂŒtzung zugesagt. Daraus resultiert u.a. die Split-CD „The Artist Formerly Known As Rebellion“, die bei dem kleinen Indie Punk-Label „Dirty Faces Records“ erschienen ist, und Songs von Duane Peters & The Hunns (Duane’s zweite Band neben US Bombs) und von uns reprĂ€sentiert. Ich bin mal gespannt, wie Duane auf unsere neue CD reagiert. Bisher hat er sie noch nicht gehört, aber schau’n wir mal...

Rainer Guérich