Das neue Album von 4LYN trĂ€gt den Namen „Take It As A Compliment“ und klingt ganz anders als erwartet. inHard unterhielt sich mit SĂ€nger BRAZ...

 

BRAZ: Der Songwriting-Prozess an unserem neuen Album fing eigentlich kurz nach Release von „Neo“ (2002) an. Wir haben ab Anfang 2003 bis noch vor wenigen Wochen an den einzelnen Tracks gefeilt. Da gab’s immer noch kleine Dinge, mit denen wir nicht ganz zufrieden waren. Wir wollten ganz einfach ‘ne Platte am Start haben, wo wir alle sagen konnten: „Besser hĂ€tten wir es nicht machen können!“ Gerade weil es ja auch unser „magisches“ drittes Album ist.

inHard: Das heißt, ihr habt bestimmt auch mehr als die 12 Songs, die auf „Take It As A Compliment“ zu hören sind, geschrieben?

BRAZ: Klar, wir haben zwischen 20 und 25 Nummern geschrieben, aber uns letztendlich auf die 12 stĂ€rksten StĂŒcke geeinigt. Auf der Limited Edition gibt es ĂŒbrigens noch einen sehr abgefahrenen Bonustrack zu hören, den wir in unserem Proberaum selbst produziert haben.

inHard: Die Arbeit im Proberaum war laut Info sehr relaxed?

BRAZ: Was heißt relaxed? Wir haben nach und nach immer neuere und bessere Songs geschrieben. Dazwischen hatten wir noch kein Label und mussten auch schauen, dass wir irgendwie finanziell klar kommen. Wir sind da durch ein echtes Wechselbad der GefĂŒhle gegangen, was man auch auf den Songs ganz deutlich hört. Trotzdem hat uns diese Erfahrung ganz gut getan. Fast war es wie ein Neuanfang. Wir konnten uns auf unsere StĂ€rken besinnen und neue, musikalische Wege gehen. Gerade, weil wir in der Vergangenheit doch deutlich in die Nu Metal Ecke gesteckt wurden.

inHard: Ihr seid mit dem Einsatz moderner Studiomöglichkeiten sehr sparsam umgegangen, habt euch gewissermaßen auf eure „handwerklichen“ FĂ€higkeiten besonnen!?

BRAZ: Richtig, je weniger Studiospielraum du hast, um so mehr konzentrierst du dich auf deine musikalischen Ideen. Um einen guten Song einzuspielen, brauchst du keine Tausend verschiedenen Aufnahmemöglichkeiten, Sequenzer und EffektgerĂ€te. Du brauchst einfach nur Musiker, die das gut einspielen können und Engineers, die das Endresultat gut abmischen. DafĂŒr brauchen wir keinen Hi-Tech-Kram.

inHard: Was ja auch den Vorteil hat, dass solche Mucke live  sehr gut gespielt werden kann!

BRAZ: Ganz genau! Wir haben wĂ€hrend der „Jack Daniels Clubtour“ auch schon live einige StĂŒcke der Platte angetestet...

inHard: Und wie war die Resonanz?

BRAZ: Durchweg positiv, mindestens so gut wie bei unseren alten Sachen. Und das, obwohl wir ja nichts mehr mit Nu Metal zu tun haben. Das zeigt uns, dass wir als Band den richtigen Weg gegangen sind.

Bernd Oppau