CATAWOMPUS kommen aus Nashville und servieren einen roots-durchtränkten Southernrock, wie man ihn aus den 70igern kennt. inHard sprach mit Gitarrist Douglas P. Gery anlässlich der neuen Veröffentlichung “... Well, It’s About Time!”

 

inHard: Was steckt denn hinter eurem eigenartigen Bandnamen Catawompus?

Douglas: Das ist ein Slangbegriff, der meistens im Süden der Vereinigten Staaten benutzt wird. “Catawompus” bezeichnet so gut wie alles, was dich aufwühlt und dir die Fußnägel aufrollt. Wenn du so richtig das Gesicht verziehst, dann bist du “Catawompus”. Ich hatte bereits vor 11 Jahren die Idee, einmal eine Band von mir so zu nennen.

inHard: Seit wann gibt es denn Catawompus?

Douglas: Die Band ins Leben gerufen habe ich bereits Anfang 1994, damals aber noch in Indiana. 1996 sind wir dann nach Nashville gewechselt. Die Bandmitglieder haben im Laufe der Jahre so schnell gewechselt wie das Magazin eines Revolvers. Unser aktuelles Line-Up hat sich ungefähr vor 3 Jahren manifestiert, mit Ausnahme unseres neuen Sängers Scott Wood, der vor etwa 1 Jahr zu uns gestoßen ist. Scott ist der ultimative Southernrock-Frontmann. Er ist der “Good Ol’ Boy” aus Virginia. Scott Easley an den Drums ist mein offizieller Whiskey-Partner. Chris Howley spielt Slidegitarre und ist seines Zeichens überzeugter Harley Davidson-Fahrer. Er schraubt noch am Tage unseres Gigs an seinem Motorrad. Burton Lee aus Alabama spielt Bass, und ich, Douglas “Cletus” Gery, bin Songwriter und Leadgitarrist.

inHard: Was kannst du mir über die Arbeit an eurer aktuellen CD erzählen?

Douglas: Was den Studioaufenthalt betrifft, würde ich meinen, dass er ungefähr eine Woche in Anspruch genommen hat und nochmal eine halbe Woche, um die Aufnahmen fertigzustellen. Wir haben mit den Takes in Charlie Daniels Twin Pine Studio in Lebanon, Tennessee begonnen und den Longplayer im Swithyard Studio in Nashville komplettiert. Wir hatten die Songs auf der Platte schon so oft live gespielt, dass wir mit den Studiosessions ziemlich schnell durchgekommen sind.

inHard: Auf der europäischen Version eures Albums finden sich auch noch 2 Bonustracks. Wann habt ihr die denn recorded?

Douglas: “Ain’t No Thang” und “Song Sung Yesterday” stammen von unserem 97er Demo, das wir zusammen mit Fred Coury (von der Band Cinderella) produziert haben. Da wir diese Nummern auch immer live sehr gerne spielen, haben wir sie für unsere deutschen Fans noch als Bonus aufs Album gepackt.

inHard: Was bedeutet denn der Titel der CD, “... Well, It’s About Time!”?

Douglas: Komisch, dass du das fragst. Ich denke, ihr Europäer wollt in diesen Titel unbedingt großartig was reindeuten... und es ist wirklich lustig! Es gibt sogar Leute, die in diese Zeile eine tiefgründige, bedeutungsschwangere Interpretation legen wollen und dabei sogar richtig philosophisch werden. Shit! Wir sind weit davon entfernt, tiefgründig zu werden - ha! Das ist einfach der Slang eines Tennessee Hillbillys, der                  folgendes meint: Ob wir je diese Aufnahme beenden werden? “Well,... It’s about time... you lazy honkey’s!!”

inHard: Was treibt ihr gerade in Nash-                 ville? Seid ihr am Touren bzw. kommt ihr auch mal rüber über den Teich nach Good Ol’ Germany?

Douglas: Unsere momentanen Pläne sind sehr profaner Art - wir wollen gerade aufbrechen, um in Nashville Shoppen zu gehen. Konzertmäßig spielen wir etwa 2-3mal die Woche hier in lokalen Clubs (siehe www.catawompus.de). Außerdem sammeln wir fleißig Material für unsere nächste Platte, das wir auf meinem 8-Spur-Rekorder mitschneiden. Natürlich würden wir gerne demnächst auch mal in Deutschland spielen. Die Meisten von uns, mich eingeschlossen, sind nie wirklich großartig über die Landesgrenze von Tennessee hinausgekommen. So fragen wir uns, ob es außerhalb unseres Landes auch noch einen blauen Himmel gibt, oder ob der gelb ist wie Käse? Gibt es dort auch so hübsche Mädchen? Wird dort auch montags der Müll geleert oder fressen dort die Termiten die Häuser? Aber im Ernst: Es wird bestimmt cool werden, mit den anderen Bands von Halycon Music, mal bei euch abzuhängen und mit den Fans einen Drink zu nehmen. Außerdem haben  wir gehört, dass es in Deutschland viele Leute gibt, die noch auf guten Southernrock stehen. Das ist doch richtig?

inHard: Klar, kommt zu uns rüber und ihr werdet es wissen. Und einen Whiskey werden wir auch zusammen trinken...

Rainer Guérich