inHard: Vielleicht könnt ihr unseren Lesern zu Beginn ein wenig über die bisherige Geschichte von Supernichts erzählen?

Supernichts: Supernichts ist 1993 von 4 Studienkollegen und Punkrock-Freunden in Köln gegründet worden und hat zunächst eine EP (“The never sleeping Scheiße”) und zwei CDs/LPs (“Dispo Dancing” und “Personennahverkehr”) herausgebracht. Nachdem wir bei unserem allerersten Konzert in Frankreich fast von einer Horde schnauzbärtiger Slayer-Fans verprügelt worden wären, konnten wir uns bei vielen weiteren Konzerten in den letzten Jahren zu einer recht ordentlichen und trinkfesten Live-Band entwickeln. Bei der aktuellen CD “Chaosübersehgenie” sind von der Ursprungsbesetzung noch drei Bandmitglieder dabei. Es rocken: Harry Krishner (Singen), Jim Pansen (Singen, Bass Spielen), Frank Franksen (Singen, Gitarre spielen) und Achim Arschloch (Singen, Schlagzeug spielen).

inHard: Welche Bands haben euren kraftvollen Punk beeinflusst?

Supernichts: Mit unterschiedlichen Präferenzen stehen wir eigentlich alle auf zumeist einfache Gitarrenmusik. Das fängt mit den Metal-Platten vom großen Bruder (Iron Maiden, Accept etc.) an und geht über Wave und Indie bis hin zu Punk-Ikonen wie Buzzcocks, Angry Samoans, Ramones, Bad Religion und NOFX etc., wobei der Einfluss der letzteren Bands sicherlich entscheidend ist. Textlich spielt auch der deutsche Punkrock als Einfluss eine große Rolle.

inHard: Wer ist bei euch für die bissig-intelligenten Texte (u.a. “Gelber Frotteeschlüpfer”, “Heute nackt” und “Tötet Onkel Jürgen”) verantwortlich?

Supernichts: Das waren gute Beispiele, denn alle drei Lieder stammen aus unterschiedlicher Feder, in diesem Fall der Reihe nach von Harry, Frank und Jim. Ähnlich geht es auch beim Liedermachen zu: Jeder muss mal...

inHard: Was hat euch dazu bewogen, “Smalltown Boy” in einer amtlich degenerierten Punkversion zu covern?

Supernichts: Die 80er waren doch eigentlich scheiße: Scheiß Bands, scheiß Frisuren, scheiß Klamotten und jetzt auch noch die grausamen 80er-Cover von zusammengestellten Boy-, Girl- und BoyGirl-Bands. Da musste man was gegen tun. Macht kaputt, was euch kaputt macht!

inHard: Erklärt mir mal bitte euren Albumtitel bzw. was ist ein “Chaosübersehgenie!”?

Supernichts: Da gibt‘s nur einen Tipp: Das Lied “Für jede Lösung ein Problem” anhören!

inHard: Habt ihr bestimmte Songs auf der Platte, die ihr besonders mögt?

Supernichts: Wir sind eigentlich sehr zufrieden mit den gesamten Aufnahmen und meinen, dass jedes Lied auf seine Weise ein Hit ist, zumal die Lieder von Melodie, Rhythmus und “Gewalt” ja auch sehr unterschiedlich sind. Als heimliche Favoriten haben sich bisher herauskristallisiert: “Pik As in Aspik”, “Gelber Froteeschlüpfer”, “Heute Nackt”, “Tötet Onkel Jürgen”, “Smalltown Boy” und “Ingo Dubinski / Andy MacDowell”, wobei die anderen 11 wie gesagt auch nicht zu verachten sind.

inHard: Was steht bei euch in nächster Zukunft an?

Supernichts: Erst mal Konzerte, dann vielleicht mal ein Low-Budget-Video und dann mal weitersehen.

inHard: Habt ihr noch eine Botschaft an unsere Leser?

Supernichts: Wir haben auf unseren Platten und in unseren Liedern schon soviel Botschaften verbraten, dass das wohl ausreichen müsste. Nicht verarschen lassen, Humor nicht verlieren und fair bleiben.

inHard: Welche CD schlummert gerade in eurem CD-Player?

Supernichts: Bei mir liegt gerade zur Ermunterung in schlechten Zeiten die Toy Dolls LP “Bare Faced Cheek” auf dem Plattenteller, die anderen hören gerade - glaub’ ich zumindest - “Endlich Urlaub” von Farin Urlaub.

Bernd Oppau