Die holländischen Bambix (benannt nach einem klebrigen Babybrei, den man in Holland früher kaufen konnte) bieten auf ihrer neuen CD intensiven, melodischen Hardcore-Punk. inHard unterhielt sich mit der Frontfrau und Gitarristin Willia van Houdt.

inHard: Ihr seid momentan in Deutschland mit den Nitrominds unterwegs?

Willia van Houdt: Ja, gestern sind wir in Ulm aufgetreten. Diese Brasilianer sind einfach genial. Es war eine richtige, geile Party!

inHard: Apropos Brasilien. Im April diesen Jahres habt ihr ja auch selbst in Brasilien 13 Konzerte gegeben. Wie war denn das?

Willia van Houdt: Oh, wir waren selbst total überrascht, weil wir gar nicht wussten, was uns dort erwartet. Als wir in Brasilien ankamen, dachten wir: “Da kommen 20 Leute oder so zu unseren Konzerten.” Und dann waren schon beim ersten Gig mehr als 600 Personen da, die allesamt unsere Texte kannten und mitsangen. Das war schon irre. Zuerst 8 Stunden durch den Dschungel zu fahren und dann so einen Auftritt zu haben...

inHard: Warum seid ihr denn so bekannt in Brasilien?

Willia van Houdt: Das liegt daran, dass dort bisher schon zwei CDs von uns veröffentlicht wurden. Und die Brasilianer fahren auf unseren Sound echt ab...

inHard: Kann ich verstehen. Nochmal zurück zu eurer aktuell laufenden Deutschlandtour. Ich finde, dass ihr eigentlich ein prima Kontrastprogramm zu den Nitrominds bietet. Die Nitros stehen eher für aggressiven Hardcore, ihr dagegen mehr für melodische Songs.  Find’ ich eigentlich ‘ne gute Mischung!

Willia van Houdt: Ja, das sehe ich auch so. Den Leute, die hier in Deutschland zu unseren Konzerten kommen, gefällt die Musik der Nitrominds auch auf Anhieb, obwohl man die Jungs in unseren Breitengraden noch gar nicht kennt. Das passt wirklich gut.

inHard: Nun mal zu eurem aktuellen Album, das alleine von den 13 Songtiteln eine ziemlich originelle Angelegenheit ist: Beau, Maria, Frankie, Robert, Julie, Kain & Mabel, Amy, Silly So Sorry, Butch, Andre, Annie und Noddy . Das sind ja alles nur Vornamen! Was steckt denn da dahinter?

Willia van Houdt: Ja, unsere CD ist schon so etwas wie ein Konzeptalbum. Die Songs auf “What’s In A Name” erzählen die jeweiligen Geschichten, die sich hinter all diesen Namen verbergen. Es sind durchwegs Personen, die verschiedene Probleme zu bewältigen haben und dies auch irgendwie schaffen. Dementsprechend haben wir dann unser Coverbooklet auch mehr wie ein Fotoalbum gestaltet, in dem du dann blättern und die einzelnen Storys nachlesen kannst.

inHard: Sind diese Geschichten denn autobiographische Erlebnisse von dir?

Willia van Houdt: Nein, das sind alles fiktive Personen. Bis auf den Song “Julie”. Diese toughe Frau gibt es wirklich. Sie hat 1 Jahr in 60 Meter Höhe gelebt, um die Bäume vor dem Fällen zu schützen.

inHard: Julie hat ein Jahr in einem Baumhaus gelebt?

Willia van Houdt: Ja, bei diesen Baümen handelt es sich um die Red Woods in Amerika. Das sind Bäume, die zum Teil bis zu 200 Jahre alt sind. Und Julie hat sich dann mit einer Plastikplane in die Baumgipfel gesetzt und dann dort diese Zeitspanne verbracht. Wenn du die Fotos von dieser Aktion siehst, kannst du das kaum verstehen, aber die Frau hat das wirklich gebracht und dann zum Schluss auch gewonnen. Das ist genau die Botschaft unserer CD: “Wenn du etwas richtig versuchst, dann kannst du  auch als einzelne Person bestimmte Ziele durch Hartnäckigkeit erreichen. Und das finde ich superschön.

inHard: Stimmt es eigentlich, dass du ursprünglich bei den Bambix nicht Gitarre, sondern Schlagzeug gespielt hast?

Willia van Houdt: Ja, ich hab’ damals allerdings die Songs auch schon auf der Gitarre geschrieben, so dass es für mich eigentlich kein richtiger Wechsel war. Als unsere alte Gitarristin dann die Band verließ, hab’ ich dann diesen Part übernommen und Peter Dragt wurde unser Schlagzeuger. Das war vor etwa vier Jahren...

inHard: Ihr wart früher also eine richtige Mädchenband?

Willia van Houdt: Ja, aber das ist absolut nicht wichtig. Die Musik der Bambix funktioniert unabhängig vom Geschlecht. Das heißt, es ist völlig egal, ob sich unsere Band nun aus Frauen oder Männern zusammensetzt.

inHard: Hast du zum Schluss noch eine Botschaft an unsere Leser?

Willia van Houdt: Steht für eure Meinung ein, und lasst euch nicht verbiegen. Wir sehen uns auf unserer Deutschlandtour.

Rainer Guérich