inHard: Thijs, du bist der Gitarrist von Severe Torture und willst uns etwas über die Anfänge der Band erzählen...

Thijs: Ja, gerne! 1997 hockten wir in den Startlöchern mit unserer 5 Songs umfassenden Demo ”Baptized”, von der wir 600 Kopien verteilten. Die Resonanz war ziemlich ermutigend, bis uns dann Sänger Eric verließ, um bei der holländischen Band Sinister in Finsternis zu tauchen. Zum Glück fanden wir schnell einen neuen Sänger, mit dem wir eine ”2 Song”-CD für verschiedene Labels machten. Dann trat Wilko in unser Leben, und wir bekamen einen guten Deal bei Fadeless Records. Aber urplötzlich suchte Jelle, unser zweiter Gitarrist, das Weite. Da waren wir nur noch vier: Seth (drums), Patrick (bass), Dennis (vocals) und ich an der Gitarre!

inHard: Wie seid ihr schließlich bei ”The Plague”, dem Sublabel von Hammerheart Records gelandet?

Thijs: Nur wegen Wilko, unserem Betreuer, dem wir unbedingt folgen wollten. Er wechselte zum Team von Hammerheart und startete dort eine kleine Abteilung zur besseren Unterstützung der Newcomer etc.

inHard: Euer erstes Full-Length-Album heißt ”Feasting On Blood”. Was sollte man darüber wissen?

Thijs: In Europa erscheint dieses Album im Oktober, in den USA Monate später. Im Frühling diesen Jahres haben wir es in ”Franky‘s Recording Kitchen” fertiggestellt. Wie der Name ”Kitchen” schon sagt, war das Ambiente sehr familiär. Das Studio ist einer großen Farm angegliedert und es gibt Küche, Wohnräume und eigene Schlafzimmer für die Künstler. Unsere Produzenten Berthus Westerhuys und Robbie Woning waren auch vor Ort. Sie sind absolute Profis und sehr sympathisch. Robbie ist übrigens ebenfalls Gitarrenspieler. Er hat es gut mit uns gemeint und mit ehrlicher Kritik nicht gespart. Deshalb haben wir die Songs sehr straff/stramm, also ”tight” gespielt. Zum Schluss wollte Robbie sogar ein paar Riffs von uns abkupfern, weil‘s ihm so gefiel!

inHard: Versuch mal, euren Stil zu beschreiben!

Thijs: Sehr brutal: ultraschnelle Parts kombiniert mit langsamem Pumping. Der Stil ist eine Mischung aus Hate Eternal‘s ”Conquering The Throne” mit der ”Bedächtigkeit” von Suffocation!

inHard: Und zu den Texten hast du nichts zu sagen...

Thijs: Doch, es geht um Folter (welch’ eine Überraschung) und ein ausgeprägt forciertes Antichristentum. Trotzdem sind wir keine Satansbraten, und eine Botschaft an unsere Anhängerschaft haben wir erst recht nicht! Wir mögen einfach dieses bluttriefende Zeugs und mixen es mit oder gegen die Religion.

inHard: Im Booklet sucht man vergebens nach den Lyrics!

Thijs: Mit voller Absicht! Die Titel der Songs sprechen doch schon für sich selbst. Erst wenn wir so gut wie Immolation texten können, werden wir alles KataStrophe für Strophe abdrucken.

inHard: Gibt es Favoriten unter den Songs?

Thijs: Ein oder zwei will ich mal rauspicken: ”Decomposing Bitch” wegen seiner Länge und dem klopfend-drängenden Mittelteil sowie ”Vomiting Christ”, dessen Chorgesang  ich ach so liebe. Und dann fällt mir noch ”Butchery Of The Soul” ein. Das ist unser härtester Hackmessersong.

inHard: Ich hab’ gehört, dass ihr an einer CD zu Ehren von Cannibal Corpse arbeitet?

Thijs: Ja, das Tribute-Teil hat schon einen Namen, der zu dieser Death Metal-Band passt: ”Perverse Suffering”. Andere Gruppen werden uns beistehen, z.B. Mangled, Fleshgrind, Dying Fetus, Avulsed und viele mehr.

inHard: Im Januar 2001 soll eine dreiwöchige Europatour geplant sein?

Thijs: Ja, zusammen mit Macabre geht‘s durch England, Germany, Holland, Belgien, Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, vielleicht auch nach Spanien. Ende 2001 steht dann die Produktion unseres zweiten Albums vor der Tür!

Verena Sturm